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14.12.13 / Trügerisches Plus / Geförderte Elektroautos auf Oslos Straßen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 50-13 vom 14. Dezember 2013

Trügerisches Plus
Geförderte Elektroautos auf Oslos Straßen

Immer freies und kostenloses Parken in der Innenstadt, kostenfreies Tanken sowie freie Fahrt auf Busspuren? So oder so ähnlich könnte die Elektromobilität in Deutschland vorangebracht werden, wenn es nach den Vorstellungen des Hamburger CDU-Verkehrspolitikers Klaus-Peter Hesse ginge. Die CDU hat beim Senat der Hansestadt einen entsprechenden Bürgerschaftsantrag eingebracht zur Förderung der Elektromobilitätsbranche, der ein hohes Wachstumspotenzial vorausgesagt wird. „Der Senat verschläft beim Thema Elektromobilität die Zukunft“, so Hesse.

In der Tat hinkt Deutschland in Sachen Elektromobilität anderen europäischen Ländern hinterher: Lediglich 8000 E-Fahrzeuge bei insgesamt mehr als 43 Millionen Pkw wurden bislang zugelassen. Von der bis zum Jahr 2020 nach dem Willen der Bundesregierung angestrebten Zahl von einer Million Elektro- und Hybridmodellen ist man noch weit entfernt.

Als leuchtendes Beispiel für eine positive Entwicklung der Elektromobilität dient den Befürwortern Norwegen. Die dortige Regierung bietet Nutzern von E-Mobilen viele Anreize. Schon die Anschaffung ist um ein Viertel günstiger als die eines herkömmlichen Autos, weil Zulassungs-, Import- und Zollabgaben entfallen. Fahrer von E-Autos müssen keine Stadtmaut zahlen, sie dürfen Busspuren benutzen, kostenfrei Parken sowie Aufladen der Akkus an den 4000 öffentlichen Stationen im ganzen Land ist kostenlos. Vor allem in der Hauptstadt Oslo wird dieses staatliche Geschenk überproportional genutzt. Der Öl- und Gasexporteur Norwegen kann sich das leisten. Da sich das Land mit Stromerzeugung aus Wasserkraft selbst versorgen kann, ist Strom billig.

Die Nachteile dieser Gießkannenpolitik offenbaren sich bereits: Staus auf Busspuren wegen der zunehmenden Zahl von E-Autos führen zu Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr. Statt weniger Autos gibt es eher mehr, da aufgrund der geringen Reichweite E-Autos meist nur als Zweitwagen genutzt werden. Als einziges E-Fahrzeug leistet die Batterie des amerikanischen Luxusmodells Tesla S mehr, das als meistgekauftes E-Auto in Norwegen VW abgelöst hat. Was nach 2018 kommt, wenn die staatliche Förderung ausläuft, ist ungewiss. M. Rosenthal-Kappi


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