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14.12.13 / Heimatverbundenheit hat Priorität / Landsmannschaft Ostpreußen zeichnet Ewald Rugullis mit Goldenem Ehrenzeichen aus

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 50-13 vom 14. Dezember 2013

Heimatverbundenheit hat Priorität
Landsmannschaft Ostpreußen zeichnet Ewald Rugullis mit Goldenem Ehrenzeichen aus

Ewald Rugullis wurde am 3. Juni 1927 als fünftes Kind der Eheleute Martin und Helene Rugullis, geborene Skrabs, in Schwentwokarren/Kreis Memel geboren, wo er von 1934 bis 1942 auch die einklassige Volksschule besuchte. Eine erfolgreich abgeschlossene Landarbeits- und Landwirtschaftslehre auf dem elterlichen Bauernhof schloss sich an, bevor er im Oktober 1944 nach Charlottenhof, Kreis Samland, fliehen musste. Einen Monat später wurde Ewald Rugullis zum Volkssturm einberufen. Im Januar 1945 in die Wehrmacht übernommen, nahm der junge Mann an Kampfeinsätzen in Königsberg und im Samland teil. Nach Kriegsende geriet Ewald Rugullis in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst am 3. April 1949 wieder entlassen wurde.

In Moide, Kreis Soltau, fand Rugullis seine Eltern wieder. Durch seinen Vater, der die memelländischen und ostpreußischen Landsleute seiner Region um sich sammelte, bekam er erste Kontakte zu Heimat- und Memellandgruppen.

Im Juni 1949 zog Ewald Rugullis nach Meiste im Kreis Lippstadt um. Am Ende seiner Umschulung als Maurer legte er im Dezember 1951 die Gesellenprüfung ab. Dem Umzug nach Düsseldorf im März 1952 folgte bis 1954 der Besuch einer Abendschule für Bautechniker, nach deren erfolgreichem Abschluss Rugullis weiterhin als Vorarbeiter, Polier und Bauführer arbeitete. Ab 1958 war Ewald Rugullis als Bauingenieur (Hochbau) in drei Architekturbüros freiberuflich beschäftigt. Von Juni 1971 bis zu seinem Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand im Juni 1992 arbeitete er schließlich als selbständiger und freischaffender Architekt.

Verheiratet war Ewald Rugullis seit dem 9. August 1957 mit seiner Frau Ruth, geb. Müncheberg. Die beiden Töchter Bettina und Antje wurden 1960 und 1964 geboren. Ewald Rugullis ist Großvater einer Enkeltochter. Im Januar 2006 ist seine Ehefrau Ruth nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Seither wird er von den Kindern und Freunden fürsorglich umsorgt.

In seiner Freizeit engagierte sich Ewald Rugullis bereits früh für das Memelland und für Ostpreußen. Im März 1952 war er Mitbegründer der Memellandgruppe Düsseldorf. Er gehörte ab 1953 dem Vorstand der Jugendgruppe und seit 1956 dem Vorstand der Memellandgruppe als Beisitzer an, bevor er 1964 zweiter Vorsitzender der Memellandgruppe Düsseldorf wurde, in der er auch zeitweise als Schriftführer und Kassierer tätig war. Von 1981 bis 2004 stand Ewald Rugullis schließlich der Memellandgruppe Düsseldorf als erster Vorsitzender vor.

Auch in der Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise (AdM) wirkte Ewald Rugullis lange Jahre aktiv mit. So war er von 1981 bis 1991 Mitglied im Schlichtungsausschuss des Bundesvorstandes der AdM, von 1988 bis 1998 zweiter Stellvertreter im Bundesvorstand und von 1993 bis 1995 Vorsitzender Bezirk West der AdM. Mit seinem Heimatbuch „Erinnerungen an ein deutsches Grenzland an der Memel“ hat er einen Markstein der Heimatverbundenheit gesetzt.

Seit 1954 ist Ewald Rugullis Mitglied der Kreisgruppe Düsseldorf der Landsmannschaft Ostpreußen. 1972 wurde er zudem zum stellvertretenden Kreisvertreter der Kreisgemeinschaft Memel-Land gewählt, der er von 1989 bis 2012 als Kreisvertreter vorstand. Als langjähriges Mitglied der Ostpreußischen Landesvertretung, des obersten Beschlussgremiums der Landsmannschaft Ostpreußen, wirkte Ewald Rugullis harmonisierend und war stets um den Ausgleich bemüht.

1958 gegründete er in Düsseldorf die Lagergemeinschaft „Schichau“. Sie ist in ihrer eigenen Art, und der Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen, beispielhaft in der Bundesrepublik Deutschland. Ewald Rugullis arbeitet bis zum heutigen Tage als Vorsitzender und Betreuer für diese Organisation.

Im Sommer 1988 war Ewald Rugullis der erste Besuch der memelländischen Heimat und des elterlichen Hofes nach der Flucht möglich. Zahlreiche weitere Besuche und humanitäre Hilfen folgten bis zum heutigen Tag.

Daneben bekleidete Rugullis zahlreiche weitere Ehrenämter. So ist er beispielsweise seit 1973 Vorstandsmitglied des Bürgervereins Hilden-Meide. In dieser Funktion nimmt er seit Jahrzehnten aktiv an den kommunalpolitischen Geschehnissen der Stadt Hilden, parteipolitisch neutral, teil.

Ewald Rugullis hat für seine umfangreiche ehrenamtliche Arbeit zahlreiche Ehrungen erhalten. Dem „Ehrenzeichen der AdM“ im Silber (1977) folgten unter anderem das „Silberne Ehrenzeichen der LO“ (1981), das „Ehrenzeichen der AdM“ in Gold (1993) sowie die „Verdienstmedaille der AdM“ in Silber (1998) und in Gold (2004).

In Würdigung seiner außergewöhnlichen Leistungen und seines vielfältigen Einsatzes für Ostpreußen und seine Menschen verleiht die Landsmannschaft Ostpreußen Herrn Ewald Rugullis das Goldene Ehrenzeichen. P.W.


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