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04.01.14 / Der verhinderte Frieden / Polen blockierte im Herbst 1939 alle Verhandlungslösungen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 01-14 vom 04. Januar 2014

Der verhinderte Frieden
Polen blockierte im Herbst 1939 alle Verhandlungslösungen

Die Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges ist untrennbar mit den 1919 durch den Versailler Vertrag festgeschriebenen Machtkonstellationen und der territorialen Neuordnung Europas verbunden. Dieses Diktat war kein Werk der gegenseitigen Verständigung zwischen Siegern und Besiegten, sondern der Versuch, Deutschland politisch und wirtschaftlich zu schwächen. Dementsprechend wurden umfangreiche Gebiete ohne Volksbefragung vom Reich abgetrennt. An der Grenzfrage entzündeten sich schließlich die politischen Spannungen des Jahres 1939.

Seit seinem Amtsantritt hatte Adolf Hitler das Ziel verfolgt, die abgetretenen Gebiete wiederzuerlangen, allerdings möglichst unter Vermeidung internationaler Konflikte. Tatsächlich gelang es ihm, einige Kriegsfolgen zu revidieren und Deutschland durch geschickte Verhandlungen aus seiner außenpolitischen Isolation herauszuführen. Die Politik der Annäherung endete jedoch im Frühjahr 1939 mit dem deutschen Einmarsch in die Tschecho­slowakei, und Großbritannien und Frankreich gaben daraufhin eine Beistands- und Garantie­erklärung für Polen ab. Hitlers Vorschlag, Deutschland solle das deutsche Danzig sowie eine freie Straßen- und Eisenbahnverbindung durch den polnischen Korridor nach Ostpreußen erhalten, Polen dafür einen Freihafen und einen Nichtangriffspakt für 25 Jahre, lehnte Warschau im Vertrauen auf die britische Garantie ab.

Nunmehr begannen die europäischen Staaten, für den Kriegsfall Allianzen zu bilden. Den Höhepunkt dieser Verhandlungen stellte der deutsch-sowjetische Nichtangriffs­pakt vom 24. August 1939 dar, auf den Großbritannien am folgenden Tag mit einem Beistandspakt mit Polen reagierte, der ausdrücklich gegen Deutschland gerichtet war. Eine Einladung Hitlers zu Gesprächen in Berlin lehnte Polen im Hinblick auf das Beistandsversprechen der Westmächte am 29. August schroff ab. Dagegen verliefen die seit dem 26. August zwischen Berlin und London geführten Gespräche zunächst erfolgversprechend. Hitler akzeptierte am 29. August alle Vorschläge der britischen Regierung, forderte allerdings in ultimativer Form die Entsendung eines mit allen Vollmachten ausgestatteten polnischen Unterhändlers bis zum Abend des folgenden Tages, dem 30. August. Tatsächlich erschien kein Vertreter der polnischen Regierung, die, durch das Ultimatum alarmiert, die Generalmobilmachung anordnete. Die britische Regierung wirkte auch noch am 31. August auf Warschau ein, trotzdem Verhandlungen zu führen – vergeblich, so dass Hitler den Angriff auf Polen für den nächsten Morgen befahl. Er nahm an, dass Großbritannien und Frankreich ihrer Bündnisverpflichtung gegen­über Polen angesichts dieser Umstände nicht nachkommen würden. Zunächst sah es tatsächlich danach aus, denn die diplomatischen Drähte glühten weiter. Polen dagegen lehnte Verhandlungen weiterhin ab. Als Hitler sich am 3. September weigerte, als Voraussetzung für eine Konferenz alle Truppen aus Polen abzuziehen und lediglich einem Waffenstillstand zustimmte, waren die Würfel für den Kriegseintritt Großbritanniens gefallen. J.H.


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