22.02.2024

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25.08.17 / MELDUNGEN

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 34-17 vom 25. August 2017

MELDUNGEN

Respekt vor dem Staat nimmt ab

Wiesbaden – In hessischen Strafvollzugsanstalten (JVA) nehmen Respektlosigkeiten und Übergriffe gegen Beamte spürbar zu. Wie ein Beamter der dpa mitteilte, wächst nicht allein die Zahl der Attacken, sondern zudem deren Aggressivität. Dies bestätigt auch Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU). Ein Sprecher ihres Ministeriums berichtet, Beamte würden in den JVA sogar mit Urin übergossen, bespuckt und unversehens angegriffen. Laut dem Wiesbadener Kriminologen Rudolf Egg hat der Respekt gegenüber dem Staat und seinen Institutionen insgesamt abgenommen. So würden auch Rettungsdienste angegriffen, nur weil Leute nicht damit einverstanden seien, wem an einem Unfallort zuerst und in welcher Weise geholfen werde. Von der Bundesagentur für Arbeit wird ebenfalls eine Zunahme von Angriffen auf ihre Mitarbeiter durch aggressive Klienten gemeldet. H.H.





»Groteske Inszenierung«

Kassel – Eine geplante Kunst-Performance auf der Kasseler Documenta hat für erheblichen Protest gesorgt. Der italienische Autor Franco „Bifo“ Berardi wollte mit der Performance die Behandlung von übers Mittelmeer eindringenden Asylsuchern mit jener der Opfer von Auschwitz auf eine Stufe stellen. Laut Berardi errichten die Europäer „Konzentrationslager“ und bezahlen „Gauleiter“ in der Türkei und Nordafrika dafür, die „Drecksarbeit“ zu leisten. „Das Salzwasser hat mittlerweile Zyklon B ersetzt“, heißt es im Ankündigungstext. Verschiedene Prominente, so die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, und Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD), haben die Aktion scharf kritisiert. Knobloch sprach von einer „grotesken Inszenierung“. H.H.





Serbien sauer auf Mazedonien

Skopje – Unvermittelt ist eine diplomatische Krise zwischen Serbien und Mazedonien ausgebrochen. Belgrad hat alle seine Diplomaten aus dem südlichen Nachbarland abgezogen, mit dem es bislang ein ausgewogenes Verhältnis pflegte. Hintergrund ist offenbar die Zustimmung Skopjes zum Beitritt des Kosovo zur UN-Kulturorganisation. Serbien hat die Unabhängigkeit seiner (aus deutscher Sicht ehemaligen) Provinz Kosovo nie akzeptiert und ist bestrebt, jeden weiteren Schritt zur internationalen Anerkennung des Landes zu blockieren. Das Kosovo war durch einen Militärschlag, an dem sich neben den USA auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien beteiligten, 1999 aus dem serbischen Staatsverband herausgelöst worden. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat später eingeräumt, dass die militärische Intervention und die Abtrennung des Kosovo einen Bruch des Völkerrechts darstellten, der vergleichbar sei mit der Vereinnahmung der Krim durch Russland. H.H.