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25.08.17 / Schlechter als ihr Ruf / Der erste Irakkrieg machte die »Patriot« berühmt

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 34-17 vom 25. August 2017

Schlechter als ihr Ruf
Der erste Irakkrieg machte die »Patriot« berühmt
F.L.

Gegen die ersten ballistischen Raketen gab es keine Abwehr. Als dann nuklear bestückte Langstreckenraketen in Dienst gestellt wurden, suchten die Wissenschaftler in Ost und West nach geeigneten Abwehrmitteln. In den 1960er Jahren entwickelten die USA und die Sowjetunion spezielle Raketensysteme zur Abwehr einfliegender Atomraketen, also eine strategische Raketenabwehr. 

Ab 1963 schützten vier Stellungen die Hauptstadt Moskau, einige Jahre später folgte ein zweites System um den Eismeerhafen Murmansk. Die USA entwickelten zwei verschiedene Systeme, die aber nie einsatzbereit waren. 1972 einigten sich die beiden Supermächte im sogenannten ABM-Vertrag, auf strategische Abwehr zu verzichten. Beide Seiten durften je ein System mit maximal 100 Flugkörpern behalten. Also behielt die Sowjetunion ihre Abwehrraketen in Dienst und modernisierte sie sogar. 

In den 1980er Jahren legte der damalige US-Präsident Ronald Reagan die sogenannte Strategic Defense Initiative auf, ein großangelegtes Programm zur Entwick­lung einer mehrstufigen Abwehr am Boden und im Weltraum. Sowohl bodengestützte Abfangraketen als auch mit Laserwaffen und Raketen bestückte Satelliten sollten einen massiven sowjetischen Atomschlag aufhalten. Allerdings erwies sich dieses Programm als so komplex und teuer, dass es von Reagans Nachfolgern nach und nach eingestellt wurde. 

Die Entwicklung taktischer Abwehrsysteme ging dagegen weiter. Hier war das Ziel, Flugabwehrsysteme zum Schutz von Truppenverbänden oder Schiffen zu entwickeln, die auch Lenkwaffen abfangen konnten. Deren Potenzial zeigte sich während des Irakkrieges von 1991. Damals schossen in Saudi-Arabien und Israel stationierte „Patriot“-Raketen der US-Streitkräfte zahlreiche irakische Raketen des sowjetischen „Scud“-Typs ab. 

Allerdings waren die Erfolge der „Patriots“ längst nicht so beeindruckend wie zunächst angenommen. Effektiver war die Kampagne der verbündeten Luftstreitkräfte zur Jagd auf die mobilen „Scud“-Startrampen in der irakischen Wüste.