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01.09.17 / Erdogans Freunde in der EU / Ungarn und Rumänien arbeiten gegen die Interessen der Union

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 35-17 vom 01. September 2017

Erdogans Freunde in der EU
Ungarn und Rumänien arbeiten gegen die Interessen der Union
B.B.

Während sich der Konflikt zwischen mehreren EU-Mitgliedsländern und der Türkei dramatisch zuspitzt, hat deren Präsident Recep Tayyip Erdogan in einigen vorwiegend osteuropäischen EU-Ländern immer noch viele Freunde, die ihm manche Tür in Brüssel offen halten.

Die besten Beziehungen unterhält Erdogan zum Ungarn Viktor Orbans. Es ist kein Geheimnis, dass die harten Regierungsmethoden Erdogans dem ungarischen Ministerpräsidenten gefallen. Orban zögert auch nicht, sich über die mögliche EU-Mitgliedschaft der Türkei zu äußern. Er sagte, Ungarn werde weder Aufschübe noch Unterbrechungen diesbezüglich dulden, denn er sei sich sicher, dass die Türkei zu Europa gehöre, auch mit Erdogan an der Spitze. Orban unterstützt sogar dessen Strategie, die EU zu destabilisieren. In einer zunehmend türkenfeindlichen Atmosphäre innerhalb der EU ist ein verbündetes EU-Mitgliedslands wie Ungarn sehr wichtig, da in der EU bei wichtigen Fragen Einstimmigkeit notwendig ist.

Der zweite große Freund Erdogans in Europa ist Rumänien. In Bukarest wird auf seine Initiative die größte Moschee Europas außerhalb der Türkei entstehen, obwohl in der Hauptstadt Rumäniens nur 9000 Muslime leben. Auf Erdogans Betreiben könnten es jedoch bald mehr werden, denn immer mehr Boote mit Immigranten, die aus der Türkei kommen, erreichen jetzt Rumänien über das Schwarze  Meer, weil für diese Route der „EU-Türkei-Deal“ nicht gilt. Erdogans wichtigster Verbündeter in Rumänien ist jedoch nicht Staatspräsident Klaus Johannis, sondern dessen sozialistischer Widersacher Viktor Ponta, dessen Partei die Regierung im Lande stellt. Für die rumänischen Sozialisten ist nicht die EU das große „Projekt“ des Landes, sondern die Türkei.