19.01.2022

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08.09.17 / Ströbeles Erben / Wahl: Der Altgrüne tritt nicht mehr an

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 36-17 vom 08. September 2017

Ströbeles Erben
Wahl: Der Altgrüne tritt nicht mehr an
Peter Entinger

Hans-Christian Ströbele, Ober-Fundamentalist der Grünen, kandidiert nicht wieder für ein Bundestagsmandat, „der linkeste der Linken“ hört auf. Ströbele gewann viermal in Folge das Direktmandat im Berliner Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg, zuletzt mit 36,7 Prozent der Erststimmen – zehn Prozentpunkte weniger als vier Jahre zuvor. 

Ströbele verzichtet nach eigener Aussage allein aus Altersgründen auf eine erneute Kandidatur. Sein Wahlkreis ist der wohl multikulturellste der Republik. CDU-Kandidat Timur Husein wurde vor 30 Jahren zwar in Berlin geboren. Sein Vater aber ist mazedonischer Türke, seine Mutter eine kroatische Katholikin. Die CDU kommt im Wahlkreis in aller Regel nicht einmal auf 15 Prozent. Huseins Kandidatur ist ein Angebot an die vielen türkischstämmigen Wähler, die in vielen Vierteln bereits die Bevölkerungsmehrheit stellen. 

Die besten Chancen auf Ströbeles Nachfolge haben aber zwei Damen, die ebenfalls über Immigrationshintergrund verfügen. Cansel Kiziltepe kandidiert für die SPD und glaubt an eine realistische Chance, „weil sich die Erst- und Zweitstimmenresultate ohne den Ströbele-Faktor angleichen werden. Die 41-jährige Bundestagsabgeordnete kämpft für ein rot-rot-grünes Bündnis. 

Für die Grünen geht Canan Bayram ins Rennen, die kürzlich für Schlagzeilen sorgte, als sie auf einer Demonstration gegen das Verbot der linksextremen Internetseite „Linksunten“ protestierte. Egal, wer das Rennen macht. Ströbeles Nachfolger wird auf jeden Fall im sehr linken Spektrum beheimatet sein.