28.01.2022

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22.09.17 / Auseinandersetzung mit dem Gutmenschentum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 38-17 vom 22. September 2017

Auseinandersetzung mit dem Gutmenschentum
Wolfgang Thüne

Der Autor, das sei als Kompliment vorausgeschickt, ist belesen, ehrlich, mutig und offen. Die Fakten sind unbestritten, wenn auch die Wertungen stark variieren mögen, je nach politischer Weltanschauung. Bernd Höcker ist vielseitig gebildet, hat mehrere Ausbildungen mit Erfolg abgeschlossen und hat sich einen Namen gemacht, indem er gegen die GEZ und die Zwangsabgabe Rundfunkgebühren anging.

Nun hat er sich den bösen Gutmenschen gewidmet. Diese hat es zu allen Zeiten gegeben, ob sie als Weise, Philosophen, Pharisäer, Diktatoren oder Tyrannen beziehungsweise als Ideologen oder Weltverbesserer agierten. Sie redeten zwar von Meinungsfreiheit und Toleranz, waren aber hochgradig intolerant, weil sie sich in Besitz der absoluten Wahrheit wähnten. Das ist typisch für Ideen, die sich zu Ideologien verfestigt und zu Glaubenssätzen verdichtet haben. Sie nutzen den Spielraum freiheitlicher Demokratien brutal aus, um die Freiheit der Meinungen zu unterdrücken. 

Das Buch startet mit einem Schlüsselerlebnis, nämlich der ersten Jahresfeier der deutschen Einheit in Hamburg am 3. Oktober 1991. Da marschierte die Grün-Alternative Liste (GAL) Hamburg in Springerstiefeln auf und skandierte im Laufschritt lautstark grölend „Deutschland verrecke! Deutschland verrecke!“ Sie orientierte sich an der Stasi-Richtlinie 1/76, die „Zersetzungsrichtlinie“ gegen „Staatsfeinde“, obgleich dieser Staat bereits „abgedankt“ hatte. 

Das Buch ist neben Vorwort und Schlusswort in acht Kapitel übersichtlich gegliedert. Die Überschriften lauten „Gutmenschen und Friedensbewegung“, „Gutmenschen und der Islam“, „Gutmenschen und Asyl“, „Gutmenschen und ihre Lebens- und Denkweise“, „Gutmenschen und der alltägliche Wahnsinn“. Sind wir schon soweit? „Wir brauchen hier keine Stasi und auch keine Gestapo mehr, denn „engagierte“ linke Gutmenschen übernehmen die Kontrolle über ihre Nächsten“. Das Ziel sei eine „mo-nokulturelle“ Gesellschaft gleicher und vor allem gleichgeschalteter Menschen, ein „eingeschüchtertes Volk, das sich perfekt manipulieren und steuern lässt“. Das Buch ist lesenswert und wird als Lesestoff unbedingt empfohlen für alle, die nicht am Nasenring durchs Leben geführt und geleitet werden wollen.

Bernd Höcker: „Böse Gutmenschen. Wer uns heute mit schönen Worten in den Abgrund führt“, Höcker Verlag, Hamburg 2017, 2. Auflage, broschiert, 144 Seiten, 8,90 Euro