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27.10.17 / Standardfloskeln ohne Neuigkeitswert

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 43-17 vom 27. Oktober 2017

Standardfloskeln ohne Neuigkeitswert
W. Kaufmann

Omid Nouripour sitzt seit 2006 im Deutschen Bun­destag und fungiert derzeit als außenpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Ebenso ist er ordentliches Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe sowie stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuss und im Unterausschuss für Auswärtige Kulturpolitik unseres Parlaments. 

Dabei hat der in Teheran Geborene, welcher sowohl die iranische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, keinerlei Berufsabschluss vorzuweisen: Weder beendete er nach dem Abitur sein Erststudium der Philologie sowie Politik- und Rechtswissenschaften noch ein zweites Studium der Soziologie, Philosophie und Volkswirtschaftslehre. Das hinderte ihn freilich nicht daran, als „Doktorand der Germanistik“ aufzutreten, bis die Presse diesen Schwindel publik machte. 

Insofern muss man sich natürlich ernsthaft fragen, welcher Teufel die dtv Verlagsgesellschaft geritten hat, Nouripour in ihre Autorenliste aufzunehmen und sein Werk „Was tun gegen Dschihadisten?“ herauszugeben. Weil er aufgrund seiner islamischen Religionszugehörigkeit automatisch zum Terrorismus-Experten taugt? Weil die Mitgliedschaft in Ausschüssen unweigerlich klug macht – ganz gleich, wie der fachliche Hintergrund des Betreffenden aussieht? Oder weil Nouripours Vorschläge, „wie wir den Terror besiegen können“, so genial und erfolgversprechend sind?

Auf jeden Fall ist die Rechnung des Verlages nicht aufgegangen: Das Buch des deutsch-iranischen Studienabbrechers kommt inhaltlich extrem schlicht daher. Keiner der Punkte seines großspurig präsentierten „Plans gegen den Dschihadismus“ besitzt irgendeinen Neuigkeitswert, vielmehr gehören die aufgelisteten Floskeln zum Standardrepertoire zahlreicher hiesiger Politiker von der CSU bis zur Linkspartei. Aber vielleicht geht es ja auch gar nicht darum. Dieser Gedanke drängt sich auf, wenn man sieht, dass der Grüne das Thema für allerlei Rundumschläge gegen den politischen Gegner im In- und Ausland nutzt. 

So unterstellt er beispielsweise Donald Trump die „gezielte Diskriminierung von Muslimen“, welche den Dschihadismus fördere. Ansonsten lassen auch manche Allheilmittel gegen den Terror aufhorchen, die Nouripour empfiehlt: eine weitere Zentralisierung der Europäischen Union sowie diverse Maßnahmen gegen die „Islamfeindlichkeit“ im Westen. Denn die Heiligen Krieger vom Islamischen Staat und ähnlichen Terrororganisationen seien ja gar keine richtigen Muslime – eine schon tausendfach gehörte Schutzbehauptung, die freilich nicht dadurch wahrer wird, dass Omid Nouripour sie nun zum 1001. Male vorbringt.

Omid Nouripour: „Was tun gegen Dschihadisten? Wie wir den Terror besiegen können“, dtv Verlagsgesellschaft, München 2017, broschiert, 304 Seiten, 16,90 Euro