25.01.2022

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15.12.17 / Die Opfer des Grenzregimes der DDR

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 50-17 vom 15. Dezember 2017

Die Opfer des Grenzregimes der DDR

Einer aktuellen Studie des Forschungsverbundes SED-Staat der FU Berlin zufolge verloren an der innerdeutschen Grenze 327 Männer, Frauen und Kinder ihr Leben. Das jüngste Opfer war ein gerade einmal sechs Monate alter Säugling, der im Juli 1977 im Kofferraum des Fluchtfahrzeuges seiner Eltern erstickte, das älteste ein 81-jähriger Bauer aus dem niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg. Der Landwirt geriet im Juni 1967 irrtümlich auf vermintes Gelände und verblutete mit abgerissenen Beinen.

Dazu kamen nach heutiger Forschungslage 139 Tote an der Berliner Mauer. Ebenso ertranken wohl weitere 200 DDR-Bürger bei der Flucht über die Ostsee. Und dann wären da noch all jene, die bei dem Versuch starben, die Grenze eines anderen Ostblockstaates in Richtung Westen zu überwinden. Deren Zahl lag möglicherweise gleichfalls bei etwa 200. Auch als Opfer des unmenschlichen Grenzregimes gelten die 203 Angehörigen der Grenztruppen, die Suizid begingen.

Rund die Hälfte der Grenztoten gehörte zur Gruppe der jungen Männer zwischen 18 und 25 Jahren, und 19 der Opfer hatten die Volljährigkeit noch nicht erreicht. Der sozialen Zusammensetzung nach handelte es sich bei den ums Leben Gekommenen zumeist um Arbeiter, Bauern und Handwerker.

Erfolgreich die Grenze „durchbrechen“ konnten zwischen dem 13. August 1961, also dem Tag des Mauerbaus, und dem 8. November 1989 um die 30000 bis 40000 DDR-Bürger, darunter 2000 Grenzsoldaten. Zugleich wanderten aber bis zu 100000 „Republikflüchtige“, die an der Grenze oder schon bei der Vorbereitung eines „Grenzdurchbruchs“ gestellt wurden, ins Gefängnis.

Von den Verantwortlichen für die Gewalttaten an der DDR-Westgrenze und der Berliner Mauer kamen nach der deutschen Wiedervereinigung etwa 450 vor Gericht – reichlich 200 davon erhielten Bewährungsstrafen, und weitere 150 konnten sich über einen Freispruch freuen.W.K.