28.01.2022

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15.12.17 / Brennende Probleme

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 50-17 vom 15. Dezember 2017

Brennende Probleme
Vera Lengsfeld

Kürzlich feierte der rot-rot-grüne Senat sein einjähriges Bestehen, aber blieb mit seiner Freude darüber ganz allein. Noch nie hat eine Regierung das Vertrauen ihrer Wähler so schnell verspielt. Inzwischen hagelt es beinahe im Stunden­takt Meldungen, die sich so unglaublich anhören, dass man meinen könnte, sie seien von den Gegnern der Regierung erfunden, um die Koalition zu diskreditieren. Dabei sind sie wahr.

In Kreuzberg wird in einer Ausstellung einer der Mörder im Pariser Klub „Bataclan“, die für den Tod von 89 Menschen verantwortlich sind, als Märtyrer dargestellt. Die Installation im Haus Bethanien am Mariannenplatz trägt den Titel „Märtyrer­museum“. Es werden Persönlichkeiten der Weltgeschichte gezeigt, die für ihre Überzeugungen in den Tod gingen. Sokrates (469–399 v. Chr.) ist dabei und die Heilige Apollonia von Alexandria (3. Jahrhundert n. Chr.) oder Martin Luther King (1929–1968).

Am Ende der Reihe steht Ismaël Omar  Mustafaï, einer der Islamisten von Paris. Die Ausstellung wird vom Senat gefördert, der nichts Bedenkliches in der Verklärung eines Mörders zum Märtyrer finden kann.

In keinem Zusammenhang damit steht der kürzliche Munitionsfund in einer Tiefgarage in unmittelbarer Nähe des Weihnachtsmarkts Charlottenburg. Die noch original verpackten Projektile wurden von einem Berliner auf  seinem gemieteten Stellplatz entdeckt.

„Aufgrund der Nähe des Munitionsablageortes zum Weihnachtsmarkt und der Tatsache, dass sich oberhalb der Tiefgarage eine Moschee befindet, wird eine Gefahrenlage angenommen“, hieß es in einem polizeiinternen Schreiben. Ob sich ein neuer Märtyrer für die Neuköllner Ausstellung profilieren wollte, bleibt unklar. 

Klar ist dagegen, was sich vor wenigen Tagen vor der US-amerikanischen Botschaft am Brandenburger Tor abgespielt hat. Hier wurden von aufgebrachten Palästinensern pisraelische Flaggen verbrannt und Sprüche wie „Kindermörder Israel“ gerufen. Zwar wurde diese Aktion vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) als Missbrauch des Demonstrationsrechts bezeichnet, das hinderte die Möchtegern-Märtyrer aber nicht, die Flaggenverbrennung noch zweimal an anderen Orten zu wiederholen. 

Demnächst jährt sich die Tat des Noch-Nicht-Märtyrers Anis Amri. Die Bundeskanzlerin musste sich nach öffentlichem Druck endlich mit den Angehörigen der Opfer vom Breitscheidplatz treffen. Zu den Flaggenverbrennungen schweigt sie bis heute.