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16.02.18 / Atem des Krieges / Brandenburg: Von Kampfmitteln übersät

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-18 vom 16. Februar 2018

Atem des Krieges
Brandenburg: Von Kampfmitteln übersät

Einstimmig haben die Fraktionen im Brandenburgischen Landtag einen Beschluss gefasst, der zum Ziel hat, den Bund auch weiterhin an den Kosten für die Beseitigung von Weltkriegsmunition zu beteiligen. Brandenburg ist unter allen Bundesländern noch immer am stärksten von Fliegerbomben und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg übersät. 

Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) warnte vor der Gefährlichkeit der Munitionsaltlasten: „Der Krieg hat einen langen Atem, er kann noch immer töten.“ Nach Angaben von Schröters Ministerium sind im vergangenen Jahr auf dem Gebiet Brandenburgs 280 Tonnen Kampfmittel entdeckt worden. 

Das Ministerium bezifferte die dafür angefallenen Kosten für Entschärfungen und Sprengungen mit rund 12,6 Millionen Euro. Seit 1991 wurden in Brandenburg bereits 14000 Tonnen Munition gefunden und entsorgt. Trotz dieser Anstrengungen stehen landesweit noch immer 350000 Hektar zivil genutzter Fläche im Verdacht, mit alter Munition belastet zu sein. Laut gesetzlicher Regelung übernimmt der Bund die Kosten, wenn es um Munition aus „reichseigener Produktion“ geht. Die Kosten für die Beseitigung gegnerischer Altmunition, etwa von Fliegerbomben, müssen allerdings die Bundesländer tragen. 

Abweichend von dieser Regelung hatte der Bund im Jahre 2015 eingewilligt, sich für fünf Jahre an den Kosten für die Kampfmittelbeseitigung der Bundesländer zu beteiligen. Ziel des Antrags im Brandenburgischen Landtag ist es, den Bund auch nach dem Jahr 2019 an den Kosten zu beteiligen.  N.H.