14.04.2024

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16.02.18 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-18 vom 16. Februar 2018

Leserforum

Älter als gedacht

Zu: Einladung zum Betrug (Nr. 2)

Die Ablehnung einer genaueren Altersuntersuchung bei jungen Immigranten durch die Politik ist ja verständlich. Aber dass auch außerhalb der Politik viele dieses vorsätzliche Nichtstun und damit auch die Schädigung der Bevölkerung in Kauf nehmen, ist sehr bemerkenswert. Es gibt Staaten in Europa, die solche Untersuchungen rigoros durchziehen. 

Die Deutschen haben damit offensichtlich ein Problem, zum Beispiel wegen Missachtung der Menschenwürde. Die gleichen Ärzte, die diese Untersuchung als Körperverletzung betrachten, betrachten auch eine Impfung als Körperverletzung. Unerträglich.

Vor Monaten las ich in einer österreichischen Zeitung, dass in Österreich jeder vierte angeblich jugendliche Asylsucher in Wirklichkeit älter als 17 Jahre ist. Und im „Hamburger Abendblatt“ stand, dass in der Hansestadt jeder vierte „minderjährige“ Asylsucher abgetaucht ist. Wie hat der Senat mitgeteilt? „Möglicherweise wollten diese Personen sich vor der gesetzlich vorgeschriebenen Altersprüfung drücken.“

Das vorgenannte Thema ist nur eines von vielen, wo uns die Politik, Wirtschaft und Kultur in Sachen Asylanten/Migranten einreden will, dass die Bürger hiervon nur Vorteile haben. Aber nicht die Asylanten/Migranten müssen wir verurteilen, sondern die, die es ihnen ermöglichen, den gesetzlichen Rahmen zu überschreiten. Es ist wie mit Kindern, die auch ausprobieren wollen, wie weit sie gehen können. Oder kann ich meine Eltern gegeneinander ausspielen und erreiche somit mein Ziel?

Heinz-Peter Kröske, Hameln






Berlin umgeht Stalingrad

Zu: Das Ende des „heldenhaften Ausharrens“ (Nr. 5)

Weshalb ist das Thema Stalingrad – wo doch sonst jede Gelegenheit genutzt wird, um die deutsche Geschichte an den Pranger zu stellen – für die sogenannte „politische Elite“ dieses Landes nicht interessant?

Eine Begründung liegt gewiss im zerrütteten Verhältnis zu Russland, das die politischen Wirrköpfe in Berlin davor zurückschrecken lässt, die Gelegenheit des Beginns eines neuen Dialogs zu nutzen. Der andere Grund dürfte wohl auch in der Tatsache liegen, dass längst wieder deutsche Soldaten und deutsche Steuergelder seit der katastrophalen Politik einer Schröder-Regierung und bis heute in abenteuerlichen Auslandseinsätzen der Bundeswehr verheizt und verschlissen werden, die die unverantwortliche Politik mit fadenscheinigen und dümmlichen Parolen wie der „Sicherung des Friedens am Hindukusch“ zu kaschieren versucht.

Insgesamt ein weiteres Beispiel für das jämmerliche Geschichtsbewusstsein.

Manfred Kristen, Freital






Gefügiges Tribunal

Zu: Feige oder respektwürdig? (Nr. 50) und: Mit einer Dosis Zyankali (Nr. 1)

In kurzem Abstand erschienen in der PAZ zwei Beiträge zum Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag. Dies wäre nichts Neues, wenn Sie, im Unterschied zu den sogenannten etablierten Medien, nicht die Legalität dieses Gerichtes in Frage gestellt und auf die eklatante Einseitigkeit bei der Urteilsverkündung hingewiesen hätten.

Das auch als Haager Tribunal bekannte Gericht wurde 1993 vom UNO-Sicherheitsrat ins Leben gerufen, und zwar auf Betreiben der USA. Pikanterweise erkennen die USA für ihre Bürger die Urteile von internationalen Gerichten nicht an. Sie brauchten aber dieses Gericht für die Rechtfertigung ihrer Vorgehensweise in diesem Konflikt. 

Statt zwischen den drei ethnischen, eigentlich religiösen, Grup­pen zu schlichten, drängten sie 1992 die bosnischen Muslime zur Sezession. Dies führte zwangsweise wie vorher in Kroatien zum Bürgerkrieg. Als durch die Vermittlung der EU (früher EG) die Konfliktparteien 1993 in Lissabon eine Friedensvereinbarung unterzeichneten, zogen auf Anraten der USA die bosnischen Muslime ihre Unterschrift zurück. Der Krieg ging weiter, bis im Juli 1995 Srebrenica den Amerikanern einen Grund für den Einsatz ihrer Luftwaffe gegen die Serben bot.

Nun zu den Ergebnissen des Haager Tribunals: Es wurden 61 Serben verurteilt, davon sechs lebenslänglich und die restlichen 55 zusammen zu 915,5 Jahren Gefängnis. 13 sind im Haager Gefängnis vor Prozessende gestorben, und acht wurden nach Bosnien überstellt und vom muslimisch dominierten Gericht zusammen zu 173 Jahren verurteilt.

Weiterhin wurden 19 bosnische Kroaten (eigentlich katholische Bosnier) zu insgesamt 282 Jahren, ein weiterer nach Bosnien überstellt und zu zehn Jahren verurteilt. Gerechtigkeitshalber wurden auch vier bosnische Muslime zu insgesamt 38,5 Jahren verurteilt. Zwei Kroaten und ein Moslem sind ebenfalls vor Prozessende gestorben. 

Für die Verbrechen an den Serben gab es keine Urteile. Die bosnischen Kroaten wurden ausschließlich wegen Verbrechen an Muslimen verurteilt. Wenn der gute Slobodan Praljak gegen die Serben statt gegen die Muslime vorgegangen wäre, hätte man ihn wie seinen Kollegen General Gotovina sicher freigesprochen. 

Die vier Muslime wurden für die Verbrechen an den bosnischen Kroaten verurteilt. Das Töten von zirka 30000 Serben in Bosnien und die Vertreibung von einigen hunderttausend Serben mit vielen Toten aus Kroatien unter dem Kommando von General Gotovina war wohl nach Auffassung dieses Gerichtes völlig legal.

Damit hat das Haager Tribunal seine Aufgabe zur vollen Zufriedenheit seiner Auftraggeber erfüllt. Durch die westlichen, vor allem britischen, Medien wurde es dabei kräftig unterstützt.

Branko Marusic, München






Kolportage-Stil

Zu: In Gold aufgewogen (Nr. 5)

Meiner Erinnerung nach schenkte Herr Bloch dieses Bild, die „Goldene Adele“, erst seiner Frau und nach deren Ableben 1928 der Republik Österreich, die es dann im Oberen Belvedere ausstellte. Die Erben von Herrn Bloch strengten dann um die Jahrtausendwende ein Verfahren um Rückerstattung des Bildes an, aber nicht, weil es von den Nationalsozialisten unrechtlich beschlagnahmt oder abgepresst worden sei, sondern weil Herr Ferdinand Kohn gar nicht berechtigt gewesen sei, das Bild der Republik Österreich zu schenken, da es nicht ihm, sondern seiner Frau gehört hätte. Und wie es nicht anders zu erwarten war: Sie bekamen recht.

Es genügt eben nicht, einen Artikel rein auf Kolportage aufzubauen, etwas Recherche sollte schon sein.

Dr. Werner Kurz,  Wien






Würdeloses Spiel

Zu: Ernst Moritz Arndt gestrichen (Nr. 5)

Es war zu erwarten, dass Rektorin und Senatsvorsitzende ihren 

– mit groben rechtlichen Verfahrensfehlern gesättigten – Bildersturm gegen den Namenspatron unserer pommerschen Landesuniversität, Ernst Moritz Arndt, voll verbissener Energie fortsetzen würden, in der Sache unbelehrbar und ohne jede Rücksicht auf die Mehrheitsmeinung in Universität, Stadt und Land. 

Dass allerdings der erweiterte akademische Senat diesem würdelosen Spiel erneut mit qualifizierter Mehrheit zugestimmt hat, ist eine Schande. Eine solche Universitätsleitung darf sich nicht darüber wundern oder gar beklagen, den „Zorn der freien Rede“ (Arndt) auf sich zu ziehen. 

Prof. Thomas Hering, Greifswald






Das verschwundene Fachwerk im »Karo-Land«

Zu: Ein groß-kariertes Land (Nr. 4)

Als Leser und Pommer las ich mit Interesse, dass Teile Pommerns ein groß-kariertes Land seien. Es gibt scheinbar doch immer wieder etwas Neues, wenn tatsächlich Altes neu zu entdecken. Auch wundert mich schon gar nicht, zumal den Polen die Fachwerkbauweise fremd war, dass sie dafür ein neues Wort, nämlich „Pfostenbauweise“, erfinden mussten. Die Verwendung des deutschen Wortes „Fachwerk“ klänge ja, selbst wenn man dafür das polnische Wort verwendete, zu deutsch.

Wenn in Schwolow nun ein ansprechendes Haus aus dem Jahre 1865 renoviert wurde und die Renovierung mit 1,7 Millionen Euro (sicherlich aus EU- und deutschen Mitteln) fortgesetzt werden soll, so ist das zu begrüßen. Aber hier gar von Renaissance zu sprechen, erfüllt diesen Anspruch doch wohl nicht. 

Auch wundert mich, dass man zwischen Leba und Rügenwalde noch 1500 Häuser und Wirtschaftsgebäude in Fachwerkbauweise im Originalzustand vorfindet. Und interessant ist, dass man diesen Landstrich als offizielle Bezeichnung für die Fachwerkarchitektur an der Küste als „Karo-Land“ bezeichnet. 

Wie aber sieht es mit den Fachwerkbauten in anderen Teilen Pommerns aus? Ich beziehe mich auf mein Heimatdorf im Kreis Belgard und auf die angrenzenden Gemeinden, die ich kenne und nahezu jedes Jahr besuche. 

Und wenn es in dem Artikel heißt: „Weil aber die Neubürger kaum etwas Neues gebaut haben, ist das Landschaftsbild so gut wie gar nicht verändert worden.“ Ja, so hätte man sich das weitgehend bei notwendiger Bestandsveränderung gewünscht. 

Nur – wie sieht es tatsächlich aus? In meinem Dorf, das durch die Stadtnähe noch begünstigt ist, fehlt jedes zweite Gebäude, aber es gibt immer wieder Dörfer, von denen nur noch einige Gebäude stehen und die frühere geschlossene Ortslage bei vielen Landgemeinden nicht mehr zu erkennen ist, oder die, wenn auch zahlenmäßig begrenzt, von der Erde völlig verschwunden sind. 

Und Fachwerkbauten? In meinem Ort gab es 1945 noch sieben Fachwerkhäuser und zahlreiche Wirtschaftsgebäude, heute gibt es nicht mehr eines. Ich fahre jedes Jahr durch das Kreisgebiet, und mir ist bisher kein Fachwerkgebäude aufgefallen. Ich habe alle Kirchen meines Kreises aufgesucht und feststellen müssen, dass auch alle Fachwerkkirchen bis auf eine abgebrochen wurden.

Es sei daran erinnert, dass die Kenntnis des Fachwerks als Nie­dersachsenhaus und Schrotthaus vor mehr als 800 Jahren von den deutschen Siedlern ins Land gebracht wurde und bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Bauweise auf dem Lande und begrenzt in den Städten prägte.

Manfred Pleger, Laboe






Eliminierung der Deutschen in den Ostgebieten war Völkermord

Zu: Vertreibung war ein Völkermord (Nr. 49) und: Ethnozid-Täter (Nr. 3)

Es ist eine eigenartige These, wenn man die Christianisierung Ostpreußens in die Kategorie Völkermord einordnen möchte. Obwohl die Christianisierung nicht immer auf friedlichem Wege erfolgt ist, sind die Prußen nicht ausgerottet worden, sondern gewisse Stämme haben noch über längere Zeit ihre heidnischen Bräuche ausgeübt. Wie auch in anderen Gebieten, ist mancher missionarische Krieg im Namen des Papstes geführt worden. 

Ganz anders haben sich die Geschehnisse nach dem Zweiten Weltkrieg abgespielt. Nach dem Krieg ist zum Beispiel die Bevölkerung Ostpreußens vollständig eliminiert worden. Zur Erinnerung: Vor der anrückenden Sowjetarmee sind viele Menschen geflüchtet. Diejenigen, die zurück­geblieben waren, wurden ihres Eigentums beraubt und oft auf grausamste Weise von Haus und Hof vertrieben. Oft konnten sie nur ihr nacktes Leben retten. 

Ungefähr 16 Millionen haben ihre angestammte Heimat verloren, das ist eine Zahl, die man mit den Bewohnern von ganz Skandinavien gleichsetzen kann. Ohne Friedensvertrag wurde ein Viertel deutschen Bodens im Osten des Deutschen Reiches von den Siegern (einschließlich Polen) annektiert. Etwa zweieinhalb Millionen sind durch Flucht und Vertreibung ums Leben gekommen. Viele der Überlebenden, besonders die vergewaltigten Frauen, haben jahrelang – oft ihr ganzes späteres Leben – unter den traumatischen Ereignissen gelitten und vielfach auch nicht einmal darüber reden können. Eine Rückkehr in ihre Heimat war ausgeschlossen. Selbst ein Besuch der einstigen Heimat war in gewissen Gebieten erst nach dem Mauerfall, also nach über vier Jahrzehnten möglich.

Ostpreußen war in erster Linie ein Agrarland. Die Bauern muss­ten nicht nur ihre Ländereien, sondern auch alles lebende Inventar zurücklassen. Heute findet man von den großen Gütern und Bauernhöfen mit den ausladenden Gebäuden und Stallungen kaum noch etwas. Ganze Dörfer sind vom Erdboden verschwunden. Die Menschen, die dort lebten, hatten über Jahrhunderte hin­weg das Land kultiviert, Burgen und Städte gebaut, in Königsberg ist 1544 eine der ersten deutschen Universitäten gegründet worden.

Einst wurde Ostpreußen die „Kornkammer Deutschlands“ genannt, denn die Überschüsse konnten ins Reich geliefert werden. Das tiefer gelegene, einst so fruchtbare Land ist versumpft, anderes zur Steppe geworden, auf der vielleicht ein Kuhhirt seine Herde hütet. 

Bei der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg handelte es sich nicht um einen „kulturellen Völkermord“, wie die Behandlung der Deutschen in den nach dem Ersten Weltkrieg an Polen abgetretenen Gebieten bezeichnet werden könnte, sondern um die Eliminierung eines ganzen Volksteiles. Was das für die Menschen, die es erleben mussten, bedeutete, ist für die heutige Generation kaum nachvollziehbar.

Wir sprechen hier also nicht von einem Kulturmord. Es war – wie der Autor im Artikel beschreibt – ein Völkermord! Völkermord ist ein schweres Verbrechen, das, wie sich auch die Bundeskanzlerin einmal geäußert hat, nicht verjährt. 

Es ist eigenartig, welche Blüten aus angrenzenden Ländern sprießen, um das eigene Unrecht zu überdecken. Die Umerziehung durch die Siegermächte ist jedoch so total gelungen, dass kaum jemand wagt, ohne Schuldzuweisungen von dem am deutschen Volk verübten Völkermord zu sprechen.

Inge Keller-Dommasch, Jonen/Schweiz