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23.02.18 / Trickreiches Geschäft / Syrische Fluglinie verdient mit der Beförderung von Immigranten

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 08-18 vom 23. Februar 2018

Trickreiches Geschäft
Syrische Fluglinie verdient mit der Beförderung von Immigranten
Wolfgang Kaufmann

Zu den unbestreitbaren Gewinnern der Asylkrise zählt auch die syrische Flug­linie Cham Wings, die seit Juli 2006 besteht und derzeit vier Airbus A320-200 ihr Eigen nennt. Juristisch gesehen gehört das Unternehmen dem syrischen Geschäftsmann Issam Shammout, allerdings fungiert der jetzt in Dubai lebende Milliardär Rami Machluf als Mehrheitsgesellschafter. Letzterer hält vermutlich über 60 Prozent der Anteile an der Airline und ist ein Cousin des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Er gilt zudem als wichtiger Unterstützer beziehungsweise Finanzier von dessen Regime. Deshalb setzte ihn die Europäische Union schon am 10. Mai 2011 auf ihre Sanktionsliste.

Cham Wings flog zunächst von Damaskus nach Bagdad und Kuwait sowie zu weiteren Zielen im arabischen Raum. Dann jedoch begann sie im Sommer 2015 damit, für 60 bis 300 US-Dollar pro Person Bürgerkriegsflüchtlinge oder solche, die sich als solche ausgaben, von der syrischen Hauptstadt aus nach Beirut im Libanon zu transportieren. Dort wiederum starteten täglich 15 Maschinen anderer Gesellschaften in Richtung Türkei – mit rund 1000 Ausreisewilligen an Bord. So jedenfalls steht es in einem als „Verschlusssache“ deklarierten Bericht des Gemeinsamen Analyse- und Strategiezentrums illegale Migration (GASIM), dessen Inhalt Ende September 2015 an die Medien durchgestochen wurde.

Anschließend war längere Zeit nichts von Cham Wings zu hören. Seit Anfang dieses Jahres mehren sich nun jedoch Berichte, dass die Fluglinie erneut mit der Beförderung von „Schutzsuchenden“ Geld verdient. Diesmal verläuft der Strom freilich auch in die Gegenrichtung. Nachdem die 2015 nach Deutschland gekommen Syrer als „Flüchtlinge“ anerkannt wurden, können sie jetzt mit Hilfe von Cham Wings Urlaubsreisen in ihr Heimatland unternehmen: jeden Sonntag ab München. Außerdem nutzen offensichtlich gleichermaßen Personen den Service von Cham Wings, die sich an den Kämpfen in Syrien beteiligen wollen – nach Lage der Dinge wohl vor allem auf Seiten Assads.

Dabei verfügt das Flugunternehmen, das seinen Ticketverkauf ausschließlich über das Internet abwickelt, über keine Sicherheitszertifizierung seitens der Europäischen Union und darf deshalb auch keine Flüge von und nach Europa durchführen. Dies umgeht es durch eine Kooperation mit der iranischen Privat-Fluglinie Mahan Air.

Letztere wurde 1991 vom Sohn des damaligen Staatspräsidenten Ali Akbar Haschemi Rafsandschani gegründet und hat die entsprechenden Berechtigungen. Also bringt sie die Cham-Wings-Kunden von München zunächst nach Teheran oder Beirut, von wo aus sie dann mit den vier syrischen Maschinen nach Damaskus geflogen werden.

Cham Wings, gegen die das Wirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten am 23. Dezember 2016 wegen der Unterstützung des Assad-Regimes sowie des Terrorismus bereits Sanktionen verhängte, wirbt explizit damit, sogar anerkannte Asylbewerber nach Syrien und zurück befördern zu können, ohne dass dies aus den Passeinträgen ersichtlich sei. Der Trick liegt hier in der Verwendung von syrischen Zweitpapieren auf dem letzten Teil der Reiseroute.