19.01.2022

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06.04.18 / MELDUNGEN / ZUR PERSON

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 14-18 vom 06. April 2018

MELDUNGEN / ZUR PERSON

Prächtiges Plus mit Asylheimen

Essen – Deutschlands größter Asylheimbetreiber „European Homecare“ (EHC) hat seinen Umsatz 2016 gegenüber dem Vorjahr um 56 Prozent auf 277 Millionen Euro gesteigert. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, zeigte sich selbst die Unternehmensleitung überrascht von dem blendenden Ergebnis. Der Gewinn stieg gegenüber 2015 um 27 Prozent auf 32 Millionen Euro. Hervorragend fiel auch die Eigenkapitalrendite aus. Sie lag nach unterschiedlichen Berechnungsmethoden zwischen 67 und mehr als 100 Prozent. Letzteres hieße, dass der Heimbetreiber für jeden investierten Euro mehr als einen Euro Gewinn gemacht hat. Gegenüber 2014 hat EHC seine Erlöse um mehr als 600 Prozent gesteigert, schreibt das „Handelsblatt“. Die laut Bundesregierung verschärften Einreisebedingungen für Asylsucher haben damit die Geschäfte von EHC nicht im Geringsten beeinträchtigt. Das Unternehmen war in der Vergangenheit wegen Schlägereien und schlechter Hygienezustände in seinen Heimen in die Schlagzeilen geraten.  H.H.





Akribischer »Tscholzomat«

Der Mann ist so unscheinbar, dass manche Hamburger gar nicht mehr an die Existenz einer Finanzbehörde glaubten. Seit 2011 war Peter Tschentscher dort oberster Pfeffersack, doch als er im Februar für eine Milliarde Euro den Verkauf der in Schieflage geratenen HSH-Nordbank an eine US-Investorengruppe einfädelte, verknüpfte man dieses weniger mit seinem Namen als dem des damals amtierenden Bürgermeisters Olaf Scholz.

Weil Scholz als Finanzminister nach Berlin gezogen ist, trat der unauffällige Tschentscher jetzt dessen Nachfolge als Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg an. Dabei war er nur dritte Wahl. Sozialsenatorin Melanie Leonhard und SPD-Fraktionschef Andreas Dressel sagten aus familiären Gründen dankend ab. Also musste Tschentscher ran, von dem viele sagen, dass er ein noch größerer „Scholzomat“ als sein Vorgänger sei. Weil auch der promovierte Molekularbiologe ein Zahlenmensch ist, der sich penibel in die Aktenberge verkriecht, taufte ihn die „Welt“ kalauernd „Tscholz“.

Die Hamburger schätzen solche bodenständigen Fleißarbeiter mehr, als solche, die sich als Volkstribun aufspielen. Trotzdem muss Tschentscher aus seiner ruhig-bedächtigen Haut heraus, wenn er die in zwei Jahren anstehenden Bürgerschaftswahlen gewinnen will. Derzeit liegt die Hamburger SPD im Umfragetief von 28 Prozent.

Als Wahlkämpfer ist der 1966 in Bremen geborene Tschentscher, dessen als Holzhändler tätiger Vater im Zweiten Weltkrieg aus Masuren geflüchtet ist, bislang nicht aufgefallen. Während der mit einer Polin verheiratete Vater eines Sohnes als Laborarzt im Hamburger Universitätskrankenhaus beschäftigt war, engagierte er sich in der Kommunalpolitik. Später wurde er Bürgerschaftsabgeordneter und Finanzsenator. Als Bürgermeister sollte er etwas auffälliger agieren, damit Hamburg von außen stärker wahrgenommen wird.H. Tews