18.06.2024

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27.04.18 / MELDUNGEN

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 17-18 vom 27. April 2018

MELDUNGEN

Brüderlicher Schulterschluss

Duschanbe – Der iranische Außenminister Mohammed Zarif hat sich zu Gesprächen mit dem tadschikischen Präsidenten Emomali Rachmon getroffen, bei denen es um das bilaterale Verhältnis beider Staaten ging. Mit seinem Amtskollegen Sirodschidin Aslow eröffnete Zarif anschließend die neue iranische Botschaft in der tadschikischen Hauptstadt. Außerdem fand eine Sitzung der Iranisch-Tadschikischen Regierungskommission zur wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit statt, die unter der Leitung der Energieminister beider Staaten stand. Das Verhältnis der beiden iranischen Bruderländer war lange angespannt: Der schiitische Iran steht traditionell im Fadenkreuz sunnitischer Machthaber, und das mehrheitlich sunnitische Tadschikistan suchte den Schulterschluss insbesondere mit den iranfeindlichen sunnitischen Araberstaaten, allen voran den Saudis, deren an politisches Wohlverhalten gebundene Wirtschaftshilfe das ärmste GUS-Mitglied gut gebrauchen konnte. Auch zum über weite Strecken iranischen Afghanistan, das lange unter maßgeblichem Einfluss sunnitischer Extremisten von der Arabischen Halbinsel und aus Pakistan gestanden hatte, verbesserten sich in letzter Zeit dank des Niedergangs der arabischen Macht und des zunehmenden Einflusses Chinas die Verhältnisse.T.W.W.






Salafisten-Zahl verdoppelt

Berlin – Gegenüber dem Jahre 2013 hat sich die Anhängerschaft der sogenannten Gotteskrieger in Deutschland mit aktuell 11000 verdoppelt. 2011 belief sie sich auf lediglich 3800. Heute ist dabei von einem islamisch-terroristischen Potenzial von 1870 auszugehen, davon werden 760 Personen vom Bundeskriminalamt als direkte Gefährder, also Menschen, bei denen bestimmte Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie entsprechende Straftaten von erheblicher Bedeutung begehen werden, eingestuft. Nach neuesten Erkenntnissen sind während der vergangenen Jahre insgesamt über 980 Menschen aus Deutschland nach Syrien ausgereist, um dort an den Kämpfen teilzunehmen. Der überwiegende Anteil war jünger als 30 Jahre alt, fünf Prozent belief sich auf Minderjährige. 170 dieser Personen sind dort getötet worden. Schwerpunkt salafistischer Aktivitäten ist Berlin, wo sich die Zahl der Salafisten seit 2011 sogar auf 950 verdreifacht hat, von denen etwa die Hälfte als gewaltbereit gewertet wird. Während des vergangenen Jahres liefen in Deutschland insgesamt 1031 Ermittlungsverfahren gegen Gotteskrieger. Inzwischen ist ein Drittel davon nach Deutschland zurückgekehrt. Das aber bedeutet, dass der Verbleib von rund 600 unbekannt ist. Von ihnen geht dann auch die größte Gefahr aus, zumal ein gewiss nicht geringer Anteil mit Terror-Aufträgen untergetaucht ist. Die deutschen Sicherheitsbehörden vertreten die Ansicht, in Deutschland würden sich generell 180000 bis vielleicht sogar 520000 Ausländer irregulär aufhalten. Eine unbe-kannte Anzahl reiste unentdeckt ein, während ein anderer Teil sich zwar meldete, dann aber spurlos verschwand.F.W.S.