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27.04.18 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 17-18 vom 27. April 2018

Leserforum

Ohne ausländische Ärzte wäre es um das Gesundheitssystem schlecht bestellt

Zu: Tod eines Säuglings (Nr. 13)

Die Problematik der ausländischen Ärzte ist gegeben, keine Frage. Aber wie der Autor zu der Aussage kommt, es gäbe keinen Ärztemangel in Deutschland („die Mär“) außer vielleicht auf dem Land, ist leider komplett falsch.

Doch, wir haben einen massiven Ärztemangel in Deutschland, sowohl im Assistenzarztbereich als auch noch viel mehr bei den Fachärzten. Als Chefarzt überblicke ich das sehr gut. Ja, die Menge an Ärzten hat zugenommen, aber die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten zehn Jahren massiv verändert. Wo früher von jungen Ärzten 24 Stunden Dienst geleistet wurde (wir hatten 32 Stunden), erklärt uns heute ein Arbeitszeitgesetz, dass man so lange aber nicht arbeiten kann/ darf. Ergo brauche ich für die Dienstabdeckung mehr Ärzte. 

Die massive Ökonomisierung führt dazu, dass die Regeleingriffe zum Beispiel im OP auch zwischen 16 und 23 Uhr geleistet werden, was oft über eine weitere Schicht organisiert wird – also sind wieder mehr Ärzte nötig. Die Medizin wird weiblich, und spätestens, wenn Kinder da sind, wird sehr oft die Arbeitszeit reduziert (nachvollziehbar und gut für die Kinder), aber so benötige ich für eine Vollzeitkraft plötzlich zwei Ärztinnen, wenn sie nur auf einer halben Stelle arbeiten.

Der Generationswechsel in den Praxen steht an, im „Westen“ ein gutes Drittel, im „Osten“ mindestens zwei Drittel, da hier viele Kollegen mit der „Wende“ in die Niederlassung gegangen sind und jetzt das Rentenalter erreichen. Viele Krankenhausärzte gehen durchaus noch in die Niederlassung, teilen sich aber die Arbeit, das heißt für eine Praxis gehen zwei Ärzte aus der Klinik. 

Sogenannte „Qualitätsvorgaben“ verpflichten Kliniken, in immer mehr Bereichen nicht einen Spezialisten für ein Gebiet X vorzuhalten, sondern mindestens drei oder mehr. Das saugt die Fachleute an die „attraktiven“ Orte, und das ist meist nicht der ländliche Raum. Sogar in Bayern haben Kliniken außerhalb der Landeshauptstadt München zunehmend Personalprobleme, und selbst in Berlin schrumpft die Bewerberlage zusehends, wenngleich es noch Bewerber gibt.

Unser medizinisches System 

– das, obwohl chronisch schlecht geredet, eines der besten der Welt ist – funktioniert als immer schneller drehendes Hamsterrad deshalb, weil Ärzte der älteren Generation sich dem Patienten verpflichtet fühlen (deshalb bin ich auch Arzt und kein Mediziner). Ob das mit der Arbeitseinstellung (Work-Life-Balance, Medizin ist nur ein Job, etc.) der nachkommenden Generation auch so sein wird, bezweifle ich.

Und auch wenn ich, wie eingangs geschrieben, die Probleme mit ausländischen Ärzten kenne und bestätigen kann, so haben sich doch auch viele dieser Kollegen durch Fleiß in unser Gesundheitssystem eingearbeitet, sind wichtige Stützen des Systems geworden und haben oft kein Problem, wenn die Arbeit mal wieder etwas mehr ist oder länger dauert.

Dr. med. Sven Armbrust, Neubrandenburg






Respekt für Orbán

Zu: Ungarns Signal an Brüssel (Nr. 15)

Die genannten Reaktionen der EU waren doch wohl zu erwarten gewesen. Wenn es freilich noch eine Realpolitik in diesem Europa gäbe, dann hätte man schon vor drei Jahren Orbán mit Orden und Ehren überhäufen und dem ungarischen Volk dafür danken müssen, dass der Asylantenwahnsinn nicht Europa sofort überflutet hatte. Denn gerade dieses Volk hat genügend historische Erfahrungen machen müssen, die aus einem fremden Joch durch den Ansturm fremder Völker resultieren. 

Dass ein ähnliches Schicksal schon damals nicht ganz Europa erdulden musste, das ist unter anderem den Helden vor Wien 1529 und 1683 sowie einem polnischen König mit Namen Jan Sobieski zu verdanken gewesen.

Doch dieser Realitätssinn ist längst von verantwortungslosen Leuten, die sich „Politiker“ nennen, zugunsten eines ideologieträchtigen Irrsinns verkauft worden. Und so präsentiert sich die EU weiter als Zuchtmeister, der sich mit den hohlen Phrasen von „Demokratie“ und „Meinungsfreiheit“ schmückt und gleichzeitig jegliche Abweichungen von einem vorgegebenen politischen Diktat bestraft.

Manfred Kristen, Freital






Was dazugehört

Zu: Welcher Islam? (Nr. 13)

Gibt es mehrere Islams? Nein, es gibt nur einen Islam, und der gehört nicht zu Deutschland. Auch die Moslems – bis auf eine kleine Minderheit – gehören nicht zu Deutschland. Die Grundpfeiler von Deutschland sind auf der Lehre von Jesus Christus aufgebaut, und unsere geistige Gabe verdanken wir auch dem klassischen Altertum.

Barbara Koerber, Gräfenberg






Russischer Stolz

Zu: Putins wahre Konkurrenten (Nr. 12)

Zum Glück Europas hat Russlands Staatspräsident Wladimir Putin zurzeit keine Konkurrenten. Schon seit zaristischen Zeiten sind es die Russen gewohnt, geführt zu werden. Daran hat auch die Oktoberrevolution nichts geändert. Es haben nur die Führer gewechselt, die mit gleicher Menschenverachtung weitergemacht haben. Eine Demokratie, wie es sich die Europäer in Russland wünschen, bleibt vorerst nur ein Traum.

Demokratie, die Freiheit, setzt Eigeninitiative voraus, die erlernt werden muss. Die Russen sehnen sich nach alter Weltmacht ihres Landes zurück. Eine Russin in St. Petersburg sagte mir, dass etwa zwei Drittel der Menschen Putin mögen, weil er das Land national und international mit starker Hand führe. Das bringe ein wenig von dem alten Stolz zurück.

Das verkehrteste, was der We­sten den Russen antun kann, sind Sanktionen. Nicht weil sie ihnen schaden, sondern weil die Russen sich an ihre eigenen Kräfte erinnern. Stalingrad, Moskau schon vergessen? Die Menschen wachsen mit ihren Herausforderungen. Gegenwärtig lösen sie etliche Landwirtschaftsimporte durch eigene Produkte ab und erhöhen das Außenhandelsvolumen mit den USA durch die Hintertür um zehn Prozent zulasten des Europahandels. 

Wie in den meisten Ländern, so ordnen sich auch in Russland die Menschen letztendlich unter, weil es bequem ist und sie sich sagen, wir haben sie ja auch gewählt. Prägnant wurde in dem Artikel herausgearbeitet, welche Gefahr von den Kommunisten und Faschisten in Russland ausgeht.

Wenn das arrogante Europa Russland in die Knie zwingt und es dem Volk schlecht ergeht, bleibt die Hoffnung der Russen bei den Extremisten hängen. Dann Gnade uns Gott! Gerade Deutschland sollte alles daran setzen, mit dem Bären friedlich nebeneinander zu leben.

Ein russisches Leben für das Vaterland hat keinen hohen Stellenwert. Ich erinnere mich, dass bei militärischen Übungen des Warschauer Vertrages immer Lkw mit Zinksärgen hinterherfuhren. Selbst in Friedenszeiten stand die Erfüllung des Kampfauftrages vor dem eigenen Leben. Ich habe es gesehen, wie Mannschaftsdienstgrade wegen geringer Vergehen von den Offizieren fast erschlagen wurden.

Den Schlusssatz des Artikels sollten sich alle Unwissenden, Vergesslichen oder Verantwortungslosen ganz dick hinter die Ohren schreiben.

Peter Karstens, Eckernförde






Das lukrative Geschäft mit den Pflegeheimen

Zu: Pflegeregress in Österreich ausgesetzt (Nr. 15)

Wenn man den Gesundheitsminister Jens Spahn einmal nur für vier Wochen inkognito in einem Altenheim an einen Rollstuhl anbindet – nur für den Fall, dass er davonrennen möchte –, dann wette ich, dass er fortan die Würde des Menschen als unantastbar verteidigen wird und die Komplett-Versorgung unserer Eltern zur Chefsache erklärt und ab sofort in staatliche Obhut holt. 

Als Vorbild seien hier die Niederlande gelobt, die ihre alten Menschen ohne Ausnahme staatlich garantiert versorgen. Und in Deutschland? Nicht nur dass junge Leute auf alte Leute neidisch sind, da sie vielleicht mit der Rente ein Auskommen hätten. Nein, die Alten leiden auch, weil das Berufsleben auch ohne Digitalisierung eine Tortur und ein Fluch ist. In Holland braucht sich kein Mensch ab 50 Jahren mit der Horrorvorstellung abfinden, im Alter als Profitobjekt der Willkür und Launen der auf Gewinnoptimierung ausgelegten Geschäftsführungen der Altenheime und dem angelernten Pflegepersonal ausgeliefert zu sein.

Wenn deutsche Politiker mit dem Finger auf andere zeigen und die Menschenrechte verletzen, muss sich jeder mal die Zustände im eigenen Land vor Augen halten, sie hinterfragen und auch mal hinter die Kulissen schauen. 

Es gibt nach meiner Meinung Lebensbereiche, die nicht delegiert, sondern in staatliche Obhut gehören. Man kann nicht die Alten, ganz egal, was für eine Lebensleistung sie erbracht haben, auf Gedeih und Verderb den marktwirtschaftlichen Kriterien unterwerfen. Mit einem Haustier haben es die Menschen einfacher, fürsorgliche Gefühle zu erwecken. 

Das Betreuungsgesetz steht auf dem Prüfstand. Es zerstört das Vermögen und steht der Familie entgegen. Unkontrollierte Betreuer gehen mit der Lebensleistung eines Menschen um, als sei es nichts als Dreck. Man kann jetzt nur noch sarkastisch, ironisch und traurig werden. 

Die Finanzinvestoren haben die Alten entdeckt, die ihnen schon nach wenigen Jahren das Geldsäckel füllen. Sollte sich ein staatlicher Schnüffler anmelden, hängt man ein Schild hin: Pflegeheim nur mit Atemmaske betreten, wegen der ansteckenden Keime.

Ja, Altenheime zu betreiben, ist eine lukrative Sache. Wie schön, dass auch Politiker alt werden, aber sicher haben sie anders vorgesorgt. 

Gudrun Piel, Witten






Mit welchen phantasievollen Mitteln die Alliierten Deutschland kleinhalten wollten

Zu: Zäsur war schon 1871, nicht erst 1933 oder 1939 (Nr. 10)

Wenn man die literarischen Produkte einer ganzen Serie von Autoren sichtet, bekommt man die Vorstellung von einer wahnsinnigen Zerstörungshysterie, die während des Krieges in den USA und in Großbritannien geradezu gegen Deutschland gezüchtet worden ist. 

So schrieb der Engländer E. O. Lorimer, dass man eine Reihe autonomer deutscher Kleinstaaten schaffen und die deutsche Schriftsprache zugunsten der regionalen Dialekte abschaffen müsse. Der Amerikaner Maurice Leon Dodd propagierte den alten Plan des Generals Foch hinsichtlich einer Abtrennung des linken Rheinufers von Deutschland. Ein gewisser Charles Heartman gab in seiner Flugschrift die radikale Parole aus: Nach diesem Krieg darf es kein Deutschland mehr geben! Er verlangte die vollständige Auslöschung der deutschen Nation. Ein kleiner Rest, den man „entweder Hannover oder Neuland“ nennen sollte, könne bestenfalls übrigbleiben. Er griff dabei zurück auf einen Plan, der während des Ersten Weltkrieges ausge­heckt worden war und von Deutschland damals nichts übrig lassen wollte als eine kleine ohnmächtige Provinz „Thüringen“.

Auch ein Kanadier namens Lionel Gelber forderte die Zerstückelung Deutschlands. Der Engländer Paul Einzig befürwortete die vollständige Demontage der Industrie, vor allem der Werkzeugmaschinenindustrie, wobei die freiwerdenden deutschen Arbeiter als Kolonialsklaven verwendet werden sollten. Der Engländer Duccan verlangte, dass die junkerlichen Güter und die deutsche Schwerindustrie nicht einfach ihren Eigentümern abgenommen, sondern dass sie zerstört werden müssten, wobei er sich ausdrück­lich von einer Gruppe von Engländern distanzierte, die den Plan der Sterilisierung von 40 Millionen männlicher Deutscher, „zehn Minuten pro Sterilisation mit einem Kostenaufwand von fünf Millionen Pfund Sterling“ entworfen hatte. 

Der ehemalige langjährige US-Handelsattaché in Berlin, Douglas Miller, schrieb in einem Artikel der „New York Times“, dass es untragbar sei, weiterhin 70 Millionen Deutsche im Herzen Europas leben zu lassen: „Deutschland muss von der produktiven Mitarbeit in der Nachkriegszeit ausgeschlossen werden. Alle Transportmittel sind fortzuschaffen, Metall und Maschinenlager mit Beschlag zu belegen, strategisch wichtige Eisenbahnlinien sind in der Hand der Siegermächte zu halten. Die künftigen Grenzlinien seien so zu ziehen, dass die Kohlen und Erzgebiete im Osten und Westen außerhalb der Reichsgrenze liegen. Die Häfen und die Grenzen sind so zu bewachen, dass Maschinen und Metalle nicht in das Reich hineinkommen.“ 

Außerdem müssen Deutschland „gezwungen werden, sich lediglich auf Ackerbau und eigene Ernährung zu beschränken. Die deutschen Städte müssten entvölkert werden. Die Bevölkerungszahl solle gewaltsam nie­dergedrückt und die deutsche Jugend zur Auswanderung in fremde Länder gezwungen werden.“

30 Millionen Deutsche sollten durch Hunger auf der Strecke bleiben. Es liegt auf der Hand, dass solche wahnwitzigen Hass­ausbrüche in den USA und England von den Nationalsozialisten auf das Gründlichste ausgeschlachtet wurden und zugkräftige Propagandaschlager für Goebbels lieferten. 

Der Gedanke, Deutschland in mehrere oder viele unabhängige und miteinander rivalisierende Staaten aufgeteilt zu halten, hatte eine lange Vorgeschichte. Es war ein Hauptziel der französischen Politik von Richelieu bis zu Napoleon III. und Clemenceau sowie Reynaud (in seinem Arbeitszimmer hing im Januar 1940 eine Karte mit einem restlos zerstückelten Deutschland als Kriegsziel). Diese Gedankengänge wurden wesentliche Bestandteile der anglo-amerikanischen Kriegszielpolitik. In diesem Zusammenhang sollte man sich Stalins Armeebefehl Nr. 55 vom 23. Februar 1942 ins Gedächtnis rufen: „Die Erfahrungen der Geschichte besagen, dass die Hitler kommen und gehen, aber das deutsche Volk, der deutsche Staat bleibt.“ Noch 1948 waren bayrische (Dr. Hundhammer, Dr. Baumgartner, Fischbach), saarländische und pfälzische Separatisten bereit – mit finanzieller Förderung Frankreichs – eine katholische Donau­föderation, den Anschluss des Saarlandes an Frankreich und eine von Frankreich abhängige Rhein-Union zu bilden.

Markus Krämer, Allendorf