19.04.2024

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18.05.18 / Forschungshilfe für Deutsche aus Frankreich

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 20-18 vom 18. Mai 2018

Forschungshilfe für Deutsche aus Frankreich

Die vielfältige Welt der Forschungsfliegerei zieht selten dieselbe Aufmerksamkeit auf sich wie Kampfjets oder riesige Transportflugzeuge. Dabei entstehen bei vielen Testserien Technologien, die dann später ihren Weg in die Serienflugzeuge finden. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), wie immer in Berlin präsent, verfügt über die größte Flotte dieser Art in Europa. Diese Flotte bekommt Zuwachs, denn auf der ILA schloss das DLR mit dem französischen Luftfahrtkonzern Dassault einen Vertrag über die Lieferung eines neuen Forschungsflugzeugs. 

Dassault wird ein speziell umgerüstetes Geschäftsreiseflugzeug vom Typ Dassault Falcon 2000XL an das DLR liefern. Die Maschine war bisher für den französischen Flugzeugbauer als Erprobungsmaschine unterwegs. Nun erhält die Falcon bis 2020 spezielle Elektronik und Steuerklappen, mit denen Wissenschaftler das Flugverhalten anderer Maschinen simulieren können. 

„Dassault gewährt dem DLR Zugang zu seinem internen Entwicklungs-Know-how und seiner umfangreichen Erfahrung in der Aerodynamik“, sagte die Vorsitzende des DLR, Pascale Ehrenfreund. Die zweistrahlige Falcon 2000 „iSTAR“ kann nach dem Umbau so programmiert werden, dass sie wie ein völ­lig anderes Flugzeug fliegt. 

Die Abkürzung „iSTAR“ steht für „in-flight Systems and Technology Research“. Mit diesem Flugzeug kann im realen Flug untersucht werden, wie sich ein nur als Entwurf existierendes bemanntes oder unbemanntes Flugzeug in der Luft verhält. Auch neue Komponenten existierender Flugzeuge können so getestet werden, bevor man sie tatsächlich baut. Zudem soll dieses Flugzeug neue Flugsteuersysteme für bemannte und unbemannte Flugzeuge testen. Die Falcon ersetzt damit ein Testflugzeug mit ähnlichen Aufgaben vom Typ VFW 614. Diese Maschine war aus Altersgründen bereits 2012 außer Dienst gestellt worden.F.L.