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18.05.18 / Ein Gerechter / Priester Adalbert Zink wurde ausgezeichnet

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 20-18 vom 18. Mai 2018

Ein Gerechter
Priester Adalbert Zink wurde ausgezeichnet
Uwe Hahnkamp

Priester Adalbert (Wojciech) Zink wurde in Warschau mit dem Titel eines „Gerechten“ ausgezeichnet. Diesen Titel vergeben das Warschauer Haus der Begegnungen mit der Geschichte und die italienische Stiftung „Garivo“ an Personen, die sich im 20. und 21. Jahrhundert totalitären Systemen, Massenverbrechen und der Missachtung der  Menschenwürde widersetzt haben. Vorgeschlagen haben ihn das Gymnasium in Dietrichswalde, das seinen Namen trägt, die Gesellschaft „Woryty“, die Gesellschaft „Borussia“ in Allenstein und der Historiker Robert Traba. Neben der Auszeichnung wird für alle „Gerechten“ ein Baum im Garten der Gerechten in Warschau gepflanzt und ihr Name auf einem Obelisken verewigt. Dieser feierliche Akt ist für den 18. Juni geplant.

Zink wurde 1902 als Sohn Deutscher geboren. Vor dem Zweiten Weltkrieg hielt er als junger Priester Predigten auf Deutsch und auf Polnisch und setzte sich auch danach für die Ermländer beider Muttersprachen sowie die deutsch-polnische Verständigung ein. 1951 übernahm er die Funktion des Kapitelvikars in Allenstein und nahm dabei auch – das war die Bedingung der Zustimmung des polnischen Staates – die polnische Staatsbürgerschaft an. Kardinal Stefan Wyszynski übertrug ihm als Generalvikar des Primas die Leitung der Diözese. Im September 1953 unterzeichnete Zink als einziger im gesamten Episkopat Polens nicht die Einverständniserklärung mit der Verhaftung von Kardinal Wyszynski und landete dafür ebenfalls im Gefängnis. Er starb 1969 in Allenstein. 

In Allenstein soll für Zink neben der Kathedrale ein Denkmal mit einer Büste aus Messing errichtet werden. Den Text, der auf dem Steinsockel stehen soll, hat Edward Cyfus entworfen, Autor der Biografie Zinks „Ein standhafter Ermländer“. Für das Denkmal setzt sich ein Komitee ein, dem auch Erzbischof Jósef Górzynski und der Probst der Jakobskathedrale Andrzej Lesinski angehören. Von deutscher Seite macht sich der langjährige Vorsitzende der Kreisgemeinschaft Allenstein-Land Herbert Monkowski dafür stark.