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18.05.18 / MEINUNGEN

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 20-18 vom 18. Mai 2018

MEINUNGEN

Der frühere Direktor der US-Geheimdienste CIA und NSA, Michael Hayden, äußert sich im „Spiegel“ (12. Mai) alles andere als glücklich über US-Präsident Trumps Umgang mit dem Iran-Atom-Abkommen:

„Die langfristigen Linien der (US-) Diplomatie laufen darauf hinaus, dass wir in Beziehungen denken, nicht in Transaktionen. Trump feiert gerade, dass er Großbritannien, Frankreich und Deutschland seinen Willen aufgezwungen hat. Dieser kurzfristige Sieg wird spürbare Kosten nach sich ziehen.“





Der einstige Kulturchef des „Spiegel“ und spätere „Welt“-Journalist Matthias Matussek warnt im „Hamburger Abendblatt“ (9. Mai) vor dem Niedergang der gelebten Meinungsvielfalt in Deutschland:

„Ich habe den Eindruck, dass dieses Deutschland kräftig verrutscht ist, dass keine Regel mehr stimmt. Wir müssen lernen, dass der Bürgerprotest gegen die Regierung nicht böse ist, nur weil er von rechts kommt. Jahrzehntelang haben wir uns an Protest von links gewöhnt – warum soll Protest von rechts jetzt ein Anschlag auf die Demokratie sein?“





Roger Köppel fragt sich in der Schweizer „Weltwoche“ (8. Mai), warum Karl Marx noch immer so populär ist, und findet eine finstere Antwort:

„Überall dort, wo sich Regierungen auf Marx beriefen, resultierten Knechtschaft, Massenarmut und Tod. Die Forschung spricht von über 100 Mil­lionen Toten. Man muss sich die Frage stellen, warum sich so viele Killer- und Terror-Regime von den marxschen Lehren angesprochen fühlten. Vielleicht deshalb: Marx lieferte ihnen die Werkzeuge zur Begründung einer von Gott befreiten Herrschaft ohne Rücksicht auf Person und Eigentum. Marxisten reden deshalb so gerne und oft von der Menschheit, weil der Einzelmensch für sie entbehrlich ist.“





Auch Gunnar Schupelius von der Berliner „B.Z.“ (3. Mai) treibt dieses Phänomen um:

„Kaum irgendwo trifft man auf ein kritisches Wort zum Leben und Wirken des Herrn Marx. Das ist erstaunlich, denn wir Deutsche sind ja die Weltmeister der Selbstkritik. Unsere ganze Geschichte durchleuchten wir ... Im vergangenen Jahr haben wir Martin Luther als Antisemiten entlarvt. Karl Marx allerdings war ein viel größerer Antisemit und dazu auch noch ein Rassist. In seinem Text ,Zur Judenfrage‘ von 1843 behauptete er, ,Eigennutz‘ und ,Schacher‘ seien die Kultur der Juden und ihr ,Gott‘ sei ,das Geld‘. Das Judentum sei ,ein allgemeines gegenwärtiges antisociales Element‘. Den Sozialisten Ferdinand Lassalle beleidigte er als ,jüdischen Nigger‘ und seinen eigenen Schwiegersohn als ,Abkömmling eines Gorillas‘.“





Dushan Wegner beschreibt in seinem Blog (8. Mai), wie ein Begriff von der Propaganda in sein Gegenteil verkehrt wurde:

„,Demokratiefeind‘ war einer, der die Demokratie und ihre Prinzipien wie Rechtsstaat, Verfassungstreue und Gleichheit vor dem Gesetz in Frage stellte. Heute kann man als ,Demokratiefeind‘ bezeichnet werden, gerade weil man die Einhaltung der Gesetze fordert.“