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29.06.18 / Hochgestapelt / Das »Cairn-Festival« in den Dolomiten

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 26-18 vom 29. Juni 2018

Hochgestapelt
Das »Cairn-Festival« in den Dolomiten
H. Tews

Dem Wanderer in den Alpen sind sie bestimmt schon einmal begegnet: seltsame Figuren, die am Wegesrand Stein auf Stein aufgerichtet wurden und die auf wundersame Weise der Schwerkraft trotzen. So mancher Hobbykünstler hat solche vergängliche Steinmännchen errichtet, die bei Sturm oder nach Schnee und Eis wieder zerfallen. 

Inzwischen hat sich aus dieser Spielerei mit dem Geröll der Berge eine Kunstform entwickelt. Entdecken kann man das in den Dolomiten, wo beim „Lagazuoi Cairn Festival“ vom 14. bis zum 29. Juli die Kreativität der Bergliebhaber getestet wird. Un­weit des Ferienortes Cortina d’Ampezzo werden auf dem Gipfel des 2800 Meter hohen Laga­zuoi viele Künstler ihre phantasievollen Steinfiguren aufschichten.

Die Steinmännchen, auch „Cairns“ genannt, bringen uralte mythologische Werte zum Ausdruck, wie das existenzielle Bedürfnis der Menschen, den Weg für jene zu markieren, die ihn nach ihnen beschreiten. Und sie spiegeln ein emotionales und gravitatives Gleichgewicht, Harmonie von Form und Gedanken wider. Und das mit dem Bewusstsein der Vergänglichkeit der Dinge. Denn sie halten kaum länger als einen Sommer.

Zum Errichten der Figuren dürfen nur freiliegende Steine verwendet werden, Steine ausgraben oder Steine verwenden, die Ab­drücke im Boden hinterlassen, wenn man sie entfernt, sind Gründe für den Ausschluss aus dem Wettbewerb, denn die Veranstaltung findet auf dem Gipfel eines Berges statt, der Teil des UNESCO-Weltnaturerbes ist, wo der Schutz des Ökosystems oberste Priorität hat.

Den Austragungsort des Cairn- Festivals kann man vom Falzarego-Pass in wenigen Minuten mit der Seilbahn oder auf dem Wanderweg Nr. 401 erreichen. Infos im Internet: www.lagazuoi.it