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31.08.18 / Hauptsache europäisch / Viel Segen von der Politik – Wiedereröffnung des Ostpreußische Landesmuseums Lüneburg

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 35-18 vom 31. August 2018

Hauptsache europäisch
Viel Segen von der Politik – Wiedereröffnung des Ostpreußische Landesmuseums Lüneburg
H. Tews

Kulturpolitisch stand Lüneburg vergangenen Sonntag im Mittelpunkt des Interesses. Bei der Wiedereröffnung des Ostpreußischen Landesmuseums, das wegen Umbaus über drei Jahre geschlossen war, gab es bei einem Festakt in der mit 700 Gästen vollbesetzten St. Johanniskirche viel Segen von der Politik. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bezeichnete dabei das Landesmuseum als „wichtigen europäischen Kulturbotschafter“. 

Dass sich die Politik – der Bund und das Land Niedersachsen fördern das Museum im Verhältnis 70 zu 30 – so deutlich hinter ein von Vertriebenen gegründetes Landesmuseum stellt, ist nicht selbstverständlich. Das Ostpreußische Landesmuseum hatte in Lüneburg lange Zeit einen schweren Stand. 1959 wurde der Vorgänger, das Ostpreußische Jagdmuseum, Opfer einer Brandstiftung. In der zuletzt SPD-regierten Hansestadt empfand man das Museum der Ostpreußen beinahe wie ei-nen Fremdkörper. Ein neues städtisches Museum sorgt seit 2015 für direkte Konkurrenz in der näheren Nachbarschaft.

Anders als vergleichbare Einrichtungen stand das Ostpreußische Landesmuseum häufig vor der Aufgabe, sich legitimieren zu müssen. Beim Festakt stellte Niedersachsens Kulturminister Björn Thümler (CDU) die rhetorische Frage: „Muss man im Jahr 2018 ein solches Museum erhalten?“ Seine Antwort: „Man muss!“ Denn die Geschichte der Ostpreußen und Deutschbalten „gehört zum gemeinsamen Erbe Mitteleuropas“.

Da das Landesmuseum seine Ausstellung um eine Deutschbaltische Abteilung erweitert hat, konnte es so die europäisch ausgerichteten Politiker auf seine Seite ziehen. Beim Festakt waren sogar alle Botschafter der drei baltischen Länder Estland, Lettland, Litauen anwesend. In der St. Johanniskirche wurden die Redner nicht müde, den „Exzellenzen“ dafür zu danken, dass sich deren Länder in der Vergangenheit so erfolgreich gegen die Despotie gestellt haben.

Dank seines baltischen Schwerpunkts hat das Landesmuseum einen Teil dieser Sympathien für sich gewinnen können. Demnächst soll noch ein weiterer Sympathieträger hinzukommen: der Königsberger Philosoph Immanuel Kant. Für eine neuerworbene Sammlung wird das Museum mit Finanzmitteln von Bund und Land zusätzlich erweitert. Wenn 2024 Kants 300. Geburtstag ansteht, wird man ihn in Lüneburg wohl als „überzeugten Europäer“ groß feiern.

(Siehe Bericht auf Seite 9)