26.01.2022

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31.08.18 / Jetzt auch wir

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 35-18 vom 31. August 2018

Jetzt auch wir
Hans Heckel

Auf den ersten Blick wirkt es wie das bedeutungslose Geplänkel verwöhnter Jungs. Die Nationalmannschaft soll sich in zwei Lager gespalten haben, in „Kanaken“ und „Kartoffeln“. In Berichten wird zwar hervorgehoben, dass die Grenze nicht völlig identisch sei mit der ethnischen Zugehörigkeit. Doch das ist ein Detail, das den Gesamteindruck kaum heilen kann.

Hier schlägt sich ein Phänomen nieder, das in der gesamten Gesellschaft zu spüren ist. Der Traum von der Integration und der „neuen“, der „bunten“ deutschen Nation aus Angestammten und Einwanderern funktioniert nicht nur nicht. Der Integrationsprozess scheint sich sogar umzukehren. Einheimische und „Menschen mit Migrationshintergrund“ entfernen sich voneinander, selbst wenn Letztere längst hier geboren sind als Kinder von Einwanderern, die vor etlichen Jahrzehnten nach Deutschland kamen.

Woran liegt das? Warum jetzt? Warum so plötzlich, möchte man wissen. Nun, so plötzlich ist das Problem keineswegs aufgetreten. Seit vielen Jahren berichten aufmerksame Beobachter und entsetzte Eltern von wachsender Deutschfeindlichkeit an Schulen mit hohem Immigrantenanteil. Eine Diskussion darüber aber wurde immer, wenn sie aufkam, mit aller Macht unterdrückt.

Dass auf diese Weise kein Problem verschwindet, lehrt der gesunde Menschenverstand. Die Erfahrung zeigt in jedem Bereich des Lebens vielmehr, dass ein unterdrücktes Problem nur unkontrolliert größer wird, dass es schwelt wie die eiternde Wunde unter modrigem Verband. So konnte auch der verschwiegene, geleugnete Deutschenhass immer mehr Seelen vergiften.

Die Deutschen haben den verhängnisvollen Prozess lange schweigend oder bloß leise murrend hingenommen. Die Asylflut und ihre teils beängstigenden Begleiterscheinungen aber haben eine neue Dynamik entfacht.

Wie schon vor einem Jahr eine Studie des Rheingold-Instituts herausfand, hat das Hereinströmen von Millionen von Menschen sehr fremder Kulturen mit manchmal sogar offen feindseliger Haltung gegen alles Abendländische die Deutschen zutiefst aufgewühlt, auch wenn es die meisten noch zu verbergen trachten.

Das macht die Einheimischen empfindlich und auch aggressiv. Untergründig sehen sie das ihnen vertraute, das angestammte Land in Gefahr. Sie fürchten, wie ein Forscher des Instituts feststellte, „von den Fremden verschlungen zu werden“. 

Wer indes um seine Identität zu bangen beginnt, in dem wächst der Wunsch nach Selbstvergewisserung. Wo die Selbstverständlichkeit des Deutschseins in Deutschland infrage gestellt scheint, da wird die einstige Selbstverständlichkeit mit einem Male zum hohen Gut, das es zu verteidigen gilt. So wie viele Immigranten ihre „Wurzeln“ pflegen und hervorkehren, tun es dann plötzlich auch Deutsche.