23.01.2022

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14.09.18 / Deutschland ist seit 2008 dabei

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 37-18 vom 14. September 2018

Deutschland ist seit 2008 dabei

Zu Zeiten des Kalten Krieges verließen sich beide deutsche Staaten auf die Satellitenaufklärung ihrer Besatzungsmächte. Nach dem Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes änderte sich zunächst nichts. Für Deutschland blieben die USA die einzige Quelle von Aufklärungsergebnissen aus dem Weltraum. Allerdings zeigte sich während der Krisen auf dem Balkan besonders drastisch, dass die USA ihre Erkenntnisse keineswegs brüderlich teilten. Immer wieder kamen Satellitenfotos und andere Daten zu spät oder in schlechter Qualität. Gelegentlich faxten US-Militärs ein Foto mehrmals hin und her, bevor sie es an die Verbündeten weitergaben. 

Anfang des dritten Jahrtausends unserer Zeitrechnung folgte Deutschland dann dem Beispiel Frankreichs und Großbritanniens und gab eigene Aufklärungssatelliten in Auftrag. Die Bundeswehr bestellte 2001 beim in Bremen und München ansässigen Raumfahrtunternehmen OHB System fünf Radarsatelliten, die ab 2006 ins All geschossen wurden. Das System ist seit 2008 in Betrieb. Die fünf Satelliten kreisen in 500 Kilometern Höhe und liefern Radarbilder von den Krisenregionen der Erde. Radar hat den Vorteil, auch durch Wolken und Nebel blicken zu können. Eine Bodenstation in Gesdorf bei Bonn steuert die Satellitenkonstellation. SAR-Lupe, so der Name des Satellitenaufklärungssystems, wird wahrscheinlich bis 2020 in Betrieb bleiben. 

Außerdem arbeitet OHB System seit 2013 am Nachfolge-System SARah, einer verbesserten Version, die dann aus drei Satelliten bestehen wird. Der erste Satellit soll noch dieses Jahr starten. 

Auch der Bundesnachrichtendienst wird eigene Satelliten bekommen. Für etwa 400 Millionen Euro hat die Bundesregierung zwei weitere Spähflugkörper in Auftrag gegeben.

Im zivilen Bereich baut die EU gerade das Satellitennavigationssystem Galileo auf. Es soll 2020 voll ausgebaut sein und dann 30 Satelliten umfassen. Das System ist zwar zivil, bietet aber auch militärische Dienste.F.L.