15.08.2022

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21.09.18 / MELDUNGEN

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 38-18 vom 21. September 2018

MELDUNGEN

General a. D. Harff gestorben

Sankt Augustin – Brigadegeneral a. D. Helmut Harff ist am 8. September im 80. Lebensjahr überraschend gestorben. Mit ihm ist „ein Stück Geschichte gegangen“, wie es in der Todesanzeige der Familie zutreffend heißt. Denn mit seiner Person sind zwei entscheidende Schritte auf dem Weg der Bundeswehr zur Einsatzarmee verbunden. Als Kommandeur der Luftlandebrigade 26 befehligte der damalige Oberst 1993/94 das erste deutsche Kontingent in der UNOSOM-II-Mission in Somalia und damit den ersten bewaffneten Einsatz deutscher Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahre 1998 führte er als Brigadegeneral die deutschen Truppen, die im Rahmen des KFOR-Einsatzes ins Kosovo einrücken sollten. Da ein serbischer Kommandeur entgegen der mit dem Oberkommando in Belgrad getroffenen Vereinbarung den Grenzübergang nach Albanien bei Morina nicht pünktlich geräumt hatte, forderte Harff ihn auf, innerhalb von 30 Minuten abzuziehen. Als dieser auf Zeit spielen wollte, herrschte er ihn an: „Die Frist läuft aus. Sie haben noch 28 Minuten. Ende der Diskussion.“ Seitdem gibt es in der Truppe für entschlossenes Vorgehen einen eigenen Begriff: „harffen“.J.H.





Spionage an der Tagesordnung

Berlin – Durch Spionage, Diebstahl oder Sabotage ist den deutschen Unternehmen in den Jahren 2016 und 2017 ein Schaden in Höhe von insgesamt 43,4 Milliarden Euro entstanden. Das geht aus einer Studie des IT-Branchenverbands Bitkom hervor. Demnach geraten vor allem Industriekonzerne ins Visier von Kriminellen. So sind sieben von zehn (68 Prozent) Opfer entsprechender Angriffe geworden, jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) vermutet dies. Zudem wurden bei einem Drittel IT- oder Telekommunikationsgeräte gestohlen, bei fast einem Viertel sind sensible digitale Daten abgeflossen. Nicht nur Diebstahl macht der Industrie laut der Studie zu schaffen. Jedes fünfte Industrieunternehmen berichtet von digitaler Sabotage von Informations- und Produktionssystemen oder Betriebsabläufen. Weitere 28 Prozent vermuten, dass es solch einen Vorfall bei ihnen gab. Bei elf Prozent wurde die digitale Kommunikation ausgespäht. Insgesamt haben digitale IT-Angriffe bei fast der Hälfte der Unternehmen einen Schaden verursacht. 21 Prozent haben einen Diebstahl von sensiblen physischen Dokumenten, Unterlagen, Mustern oder Maschinen festgestellt, bei zehn Prozent kam es in den vergangenen zwei Jahren zur analogen Sabotage von Informations- und Produktionssystemen oder Betriebsabläufen, zum Beispiel durch die Manipulation von Geräten in Unternehmen. Die Täter stammen häufig aus den eigenen Reihen. Bei fast zwei Drittel der Betroffenen (63 Prozent) gingen Delikte von ehemaligen oder derzeitigen Mitarbeitern aus. Die Hälfte der geschädigten Unternehmen hat Kunden, Lieferanten, externe Dienstleister oder Wettbewerber als verantwortliche Täter identifiziert. Bei drei von zehn waren es Privatpersonen oder Hobby-Hacker, 17 Prozent berichten von organisierter Kriminalität, jedes neunte Unternehmen gibt ausländische Nachrichtendienste als Täter an. Illegaler Wissens- und Technologietransfer auch Wirtschaftssabotage seien längst ein Massenphänomen, warnt Thomas Haldenwang, Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz.J.H.