21.01.2022

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21.09.18 / Sprachrohr der Kanzlerin

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 38-18 vom 21. September 2018

Sprachrohr der Kanzlerin
Hermann Paul Winter

Im Lied „Wach auf, wach auf, du deutsches Land!“, das sich im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 145 findet, heißt es: „… die Lüge wird gar fein geschmückt, man hilft ihr oft mit Schwören …“ Wie ein Mahnmal erscheint der Text in diesen Tagen, in denen Funktionäre der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gebetsmühlenartig Verleumdungen ausbreiten – allen voran der Ratsvorsitzende der EKD Heinrich Bedford-Strohm.

Im Zusammenhang mit den „rechten Ausschreitungen in Chemnitz“ bezeichnet Bedford-Strohm nicht etwa die Totschläger als „Brandstifter und Aufwiegler“, sondern die Alternative für Deutschland, die zu einem Trauermarsch aufgerufen hatte. Mit „Wer an den Propaganda-Aktionen der AfD teilnimmt, muss wissen, wem er dort hinterherläuft“, unterstellt Bedford-Strohm der AfD verklausuliert, ein Rattenfänger zu sein. Was für ein Menschenbild tritt hier zutage!

Gemäß der Regierungsdiktion prangert er „Hetzjagden“ an, die es nie gab. Nicht etwa Mitgefühl für das Opfer des schrecklichen Messermordes ruft ihn auf den Plan, sondern der wütende Protest dagegen und vor allem die Äußerungen der AfD. Mit dem Verweis der Opfer in eine Nebenrolle und den radikalen Anwürfen gegen die Kritiker des Totschlags wird Bedford-Strohm seiner Forderung nach Menschenwürde als Grundkonsens der Gesellschaft alles andere als gerecht. 

Unter Missachtung der parteipolitischen Neutralitätspflicht der Kirche und ohne Rücksicht auf andersdenkende Kirchenmitglieder geriert sich Bedford-Strohm als Sprachrohr Angela Merkels gegen die AfD. Besonders perfide: Er rückt die AfD in die Nähe von Nazis, während er akzeptiert, dass in seiner Kirche AKP-Funktionäre und muslimische Antisemiten auftreten. 

Gemessen an ihren stetigen Lügenkampagnen gibt die Broschüre „Dialogratgeber“ der EKD ein kurioses Zerrbild wieder. Dort beschwört Bedford-Strohm ein Miteinander, das trotz „vorhandener Unterschiede“ von Respekt voreinander und gegenseitiger Achtung geprägt sein soll. Schöne Worte! Allerdings handelt die Broschüre vom Umgang mit Muslimen – für andersdenkende deutsche Bürger gelten die dort beschriebenen hehren Ziele offenbar nicht. Dort wird gänzlich unchristlich ausgegrenzt, stigmatisiert und der Dialog ausgeschlossen, also all das geboten, was Herr Bedford-Strohm sonst kritisiert. 

„Die Wahrheit [wird] höhnisch auch verlacht, die Lüge tut man ehren!“, erkannte das Lied 145 hellsichtig. Herr Bedford-Strohm wäre gut beraten, die Lieder der Kirche zu singen statt die der Regierung.