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21.09.18 / Zitrone des Nordens / Gesund, aber sauer – Jetzt reift die vitaminhaltige Sanddornfrucht

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 38-18 vom 21. September 2018

Zitrone des Nordens
Gesund, aber sauer – Jetzt reift die vitaminhaltige Sanddornfrucht
S. Friedrich

Noch ist der Sommer nicht ganz vorbei und sind viele Eisdielen geöffnet. Mancherorts wird dort jetzt Sanddorn-Eis angeboten. Sanddorn? Das sind die an den Küsten der Nord- und Ostsee beheimateten Pflanzen, deren schmackhafte orangerote Früchte man gegenwärtig pflücken kann. 

Von Mitte August bis in den Dezember hinein leuchten die Früchte des Sanddorns verlockend an den Sträuchern. Die Beeren hängen dicht gedrängt an den Ästen des weitverzweigten Strauches und laden zum Pflücken ein, was aber nicht so ganz einfach ist. Die Pflanze schützt sich mit langen Dornen, vor denen man sich nur mit soliden Gartenhandschuhen schützen kann. 

Sanddorn wächst vor allem in den sandigen Dünen von Nord- und Ostsee. Und so erklärt sich auch sein Name. Das Wildobstgewächs mit den silbergrauen Blättern findet man aber auch in den Bergen wie den Alpen oder an Bächen. In den Dünen sorgt es mit seinem ausgedehnten Wurzelsystem für eine gute Befestigung des Bodens und bietet als Strauch Schutz gegen Wind. An den Küsten sind der Boden und die Luft durch das Meer salzhaltig. Der Sanddorn kommt damit klar und ist damit anderen Pflanzen im rauen Meeresklima überlegen. 

Sanddorn stammt ursprünglich aus Nepal und benötigt viel Licht. Die Beeren sind bekannt für ihren hohen Vitamin-C-Gehalt. Schon vier bis sechs Früchte reichen aus, um den Tagesbedarf eines Menschen an Vitamin C zu decken. Außerdem enthalten die Beeren viele Mineralien und das so wichtige Vitamin B12, das man in ausreichenden Mengen sonst nur in Fleischprodukten findet. Somit können auch Vegetarier und Veganer ihren Vitaminbedarf damit decken. Allerdings sind die Früchte sehr sauer. Schmackhafter werden sie, wenn man sie verarbeitet zu sich nimmt, als Saft, Marmelade, Gelee, Bonbons, Kuchen, Sirup, Suppe – oder Eis. Weil man dem Sanddorn auch wundheilende und entzündungshemmende Wirkung nachsagt, verwendet man ihn zudem in der Medizin- und Kosmetikindustrie.

Sanddornhecken entwickeln ein dichtes Astwerk, sodass sich viele Vögel darin wohlfühlen und Unterschlupf finden. Auch sie naschen die Beeren gerne, denn sie bieten ihnen Nahrung bis in den Winter hinein. Die Pflanze wächst zumeist wild, jedoch gibt es besonders im Osten der Republik auch Betriebe, die Sanddorn in Plantagen anbauen. Aus den Früchten werden Sirup, Saft, Marmelade, Tees, Bonbons, auch Seife und vieles mehr hergestellt.

Andere Namen für die Pflanze sind Weidendorn, Seedorn oder Fasanenbeere. Da die Früchte bis zu zehnmal mehr Vitamin C enthalten als Zitronen, werden sie auch „Zitrone des Nordens“ genannt.