29.01.2022

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28.09.18 / Zeitzeugen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 39-18 vom 28. September 2018

Zeitzeugen

Andrea Voßhoff – Die Juristin und CDU-Politikerin amtiert seit Januar 2014 als Bundesbeauftragte für den Datenschutz. Sie sieht die zunehmende Verbreitung von Software zur Gesichtserkennung kritisch, zumal sie auch ermöglicht, einzelne Menschen nach Geschlecht, Ethnie, Alter oder anderen Kriterien einzuordnen. Der Einsatz einer automatisierten Gesichtserkennung ohne Einwilligung der Betroffenen stelle einen erheblichen Grundrechtseingriff dar. 

Ranju Das – Direktor Das leitet bei Amazon die Sparte Rekognition, welche die seit 2016 vom US-Unternehmen entwickelte Gesichtserkennungsdienst vermarktet. Rekognition ermöglicht die Überwachung ganzer Städte in Echtzeit. Amazon bewirbt den Dienst speziell für staatliche Überwachung. Zurzeit läuft ein Pilotvorhaben in der Stadt Orlando. Zu den Kunden gehören aber auch TV-Sender, Motorola und der Online-Bilderdienst Pinterest.

Elke Oberg – Oberg ist Marketing Managerin beim Dresdner Unternehmen Cognitec, das Systeme zur Gesichtserkennung produziert. Cognitec lieferte dem Bundeskriminalamt die Software FaceVACS. Das Programm findet einzelne Gesichter auf Bildern und in Video­streams, kann diese identifizieren und mit einer Datenbank abgleichen. Vor einer Expertenkonferenz im vergangenen Jahr verwies sie darauf, dass die Technik keineswegs immer zuverlässig Gesichter erkennt und einordnet.

Marcus Rübsam – Der Senior Vice President für Strategy & Solutions bei SAP Hybris ist ein starker Verfechter der Anwendung von Künstlicher Intelligenz in der modernen Wirtschaft. Er hatte bereits mehrere verantwortliche Positionen bei SAP inne. Er will den SAP-Anwendern die technischen Mittel geben, um Kundenbedürfnisse noch besser zu erkennen und idealerweise auch vorherzusehen. Das wird durch möglichst genaue und präzise Kundenprofile möglich.

Ricarda Moll – Die promovierte Psychologin arbeitet als Wissenschaftliche Referentin für die Verbraucherzentrale NRW und im Projekt „Digitale Marktwächter“ mit, in dem die Verbraucherzentralen die Auswirkungen der Digitalisierung untersuchen. Sie warnt: „Marketing mit Gesichtsaufzeichnungen – ohne Zustimmung der Verbraucher – löst starke Bedenken und Unsicherheiten bei ihnen aus.“