29.01.2022

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28.09.18 / Touristen non gratae / Islamkritische Flusskreuzfahrer sind in Österreich unerwünscht

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 39-18 vom 28. September 2018

Touristen non gratae
Islamkritische Flusskreuzfahrer sind in Österreich unerwünscht
Rolf Stolz

Österreich ist ein Touristenland. Oberösterreich erst recht. Dessen Landeshauptmann Thomas Stelzer von der Kurz-Partei ÖVP freut sich „über viele Urlaubsgäste, aber nicht über solche“. 

Wer sind diese „solche“? Nun, das sind zirka 70 Amerikaner, die im Juni 2019 bei einer privaten Donau-Kreuzfahrt von Regensburg über Linz nach Budapest mit Vorträgen und Gesprächen unterwegs sein wollen. An Begegnungen mit Politikern von Parteien wie AfD, ÖVP, FPÖ und der ungarischen Fidesz ist gedacht. Kaum wurde dies Vorhaben bekannt, warnte die Qualitätspresse des Alpenlandes unter Schlagzeilen wie „Rechtextreme planen Kreuzfahrt mit Stopp in Hitlers Heimatstadt“. Von den Linzer Grünen wurde ein drohender „Rechtsextremen-Tourismus“ beschworen.

Seltsam nur, dass Ezra Levant, Initiator der Reise und Gründer der konservativen kanadischen Netz-Plattform „Rebel Media“ (eine Million Abonnenten bei YouTube), ebenso Jude ist wie ein weiterer maßgeblicher Mitstreiter – der Historiker Daniel Pipes. 

Pipes, 1949 geboren, Berater von fünf US-Regierungen, weiß aus der eigenen Familiengeschichte, was politischer Wahn und Terror anrichten. 

Sein Vater Richard, später einer der großen Erforscher sowjetischer Politik, floh 1939 aus Warschau in die Verei­nigten Staaten. Viele seiner Verwandten starben im Holocaust und durch Stalins Terror. 

Pipes hat sein Leben der Aufgabe gewidmet, jede Art von Faschismus zu bekämpfen – auch den islamisch begründeten und drapierten. Dabei ist seine Islamkritik immer differenziert und wissenschaftlich fundiert. Allerdings – und daraus entsteht der Furor selbsternannter Antifaschisten – hat er wie andere Kreuzfahrt-Teilnehmer auch, etwa die britische Journalistin Katie Hopkins oder der islamkritische Aktivist Tommy Robinson, es gewagt, eine für Massenmigration plädierende Linke zu kritisieren, die von Gerechtigkeit und Frieden spricht, aber vom Balkan bis Syrien immer wieder angeblich humanitäre Kriegseinsätze zu verantworten hat. 

Die SPÖ-Sprecherin für Gedenkkultur, Sabine Schatz, ist alarmiert: „Österreich würde damit wieder einmal zum Tummelplatz der extremen Rechten. Das bedeutet, dass Figuren wie Tommy Robinson durch Österreich spazieren und sich mit Sympathisanten hierzulande treffen und vernetzen können.“ 

Robinson – für Frau Schatz kein Mensch, sondern lediglich eine „Figur“ – sei Gründer der rechtsextremen und gewaltbereiten English Defence League und mehrmals verurteilt worden. Nur verließ er diese nach vier Jahren 2013 ausdrücklich wegen des Vordringens rechtsextremer und anti-demokratischer Kräfte. 

Und inhaftiert wurde er vor allem, weil er 2017 und 2018 in Canterbury und Leeds „in unzulässiger Weise über ein laufendes Strafverfahren wegen bandenmäßiger Vergewaltigung berichtet“ habe, sprich mit Filmaufnahmen über pakistanische Banden aufklärte. Die „Free-Tommy!“-Demonstrationen er-reichten im August 2018 die Freilassung des angeblichen Gewalttäters. 

Allerdings hat vorerst die Antifa triumphiert: Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger, ein SPÖ-Sozialist, intervenierte, und die Veranstalterfirma sah sich wegen Sicherheitsbedenken gezwungen, die Kreuzfahrt abzusagen.