28.01.2022

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28.09.18 / Die Menschen standen im Mittelpunkt / In Rostock fand am vergangenen Sonnabend das große Ostpreußentreffen der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern statt

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 39-18 vom 28. September 2018

Die Menschen standen im Mittelpunkt
In Rostock fand am vergangenen Sonnabend das große Ostpreußentreffen der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern statt
Christiane Rinser-Schrut

Der Saal in der Rostocker Stadthalle war gut gefüllt, und auch an den Tischen der Pommern, Schlesier, Danziger und Westpreußen traf man sich zum Austausch und herzlichem Wiedersehen.

Die Gespräche mit anderen Ostpreußen, der Austausch über den Heimatort, die eigene Vergangenheitsbewältigung sind Gründe, um möglichst zu jedem erreichbaren Jahrestreffen der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern in der Landsmannschaft Ostpreußen (LO)  zu kommen.

Die Hauptakteure des Treffens waren der Vorsitzende und der Schriftführer der Landesgruppe, Manfred Schukat und Friedhelm Schülke. Schukat ist ein höchst engagierter Ostpreuße, der viele der Teilnehmer von seinen Reisen nach Ostpreußen persönlich kennt. Wir sprechen hier von einer Größenordnung von gut 1600 Teilnehmern. Bescheiden resümiert er, dass die Veranstaltung erfolgreich sei, aber Luft nach oben gebe es immer.

Sein Mitstreiter Schülke hetzt nicht nur permanent von einem Ende der Halle zum anderen, vergisst dabei auch nicht, die Menschen herzlich zu begrüßen und den ein oder anderen Schnack in allen Sprachen zu halten, sondern er erscheint auch als Immanuel Kant auf der Bühne, beglück­wünscht Geburtstagskinder und überreicht Präsente.

Die Bühne bleibt nie ungenutzt. Der Anfangsteil bestand aus den Reden und Grußworten der Ehrengäste. Zu jenen gehörte auch der Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor (CDU), der dem Ausschuss für Inneres und Heimat angehört. Die Erzählungen seines Großvaters hätten ihn sehr geprägt, sodass er sich intensiv mit seiner und der deutschen Geschichte auseinandergesetzt habe und Heimat für ihn sehr wichtig sei. So ließ er es sich auch nicht nehmen, bei diesem Treffen dabeizusein. 

Dabeisein wollten auch sogenannte Reichsbürger, die ihre Handzettel verteilten. Sie wurden unverzüglich des Saales verwiesen sowie die Zettel eingesammelt und entsorgt. Vermutlich waren sie zur Demonstration der AfD nach Rostock angereist. Begleitet wurde die Demo von sogenannten Gegendemonstrationen, die bereits am Vorabend friedlich stattfanden. So erklärt sich auch das große Polizeiaufgebot in der Stadt, das am Nachmittag den gesamten Bahnhof dominierte.

Dazu passte das Grußwort der Justizstaatssekretärin Birgit Gärtner. Sie betonte die Wichtigkeit einer demokratischen Gesellschaft, die sich dadurch auszeichne, „dass sie Angst vor dem Fremden durch das Engagement für das Leben überwindet“. 

Stephan Grigat, Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen, rief „Ostpreußen lebt!“ in den Saal und erhielt viel Applaus. Zum 70-jährigen Bestehen der LO erhielt er eine gewebte Schärpe zum Geschenk. 

Außerdem sprach der Landesgeschäftsführer des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), Karsten Richter, über die Arbeit des Volksbundes in Ostpreußen und verkündete später das Ergebnis der Saalsammlung. Es kamen über 1000 Euro zusammen. Neben weiteren Erfolgen konnte der VDK an seinem Stand im Foyer der Stadthalle fünf Familien Auskunft darüber erteilen, wo ihre in Ostpreußen gefallenen Angehörigen begraben liegen. 

Außer dem des VDK befanden sich im Foyer noch einige andere Stände. Vera Pallas verkaufte ostpreußische Handarbeiten; an anderen konnte man Becher, Schmuck, Bücher erwerben oder geschenkt bekommen. Auch die Arbeitsgemeinschaft „Hilfe für Euch“ war dabei. Ulrike Madeya bot von Platzdeckchen über Grußkarten bis hin zu Honig eine große Bandbreite an. Der Erlös fließt an Bedürftige in Ostpreußen. Die Arbeitsgemeinschaft besteht seit 35 Jahren und fährt mehrmals im Jahr mit Kleider-, Sach- und Geldspenden nach Ostpreußen, um dort lebende bedürftige alte Menschen und junge Familien in Ostpreußen aus seelischer und materieller Not zu helfen.

Nach der Mittagspause – es gab stilecht Königsberger Klopse, „sehr lecker, aber nicht so gut wie bei Mutti“, kommentierte eine Teilnehmerin – ging es mit dem kulturellen Bühnenprogramm mit Chören und Volkstanzgruppen weiter. Bei Liedern wie „Ännchen von Tharau“ vom Gumbinner Kant-Chor wurde textsicher mitgesungen und sogar getanzt. Begeistert waren die Zuschauer von den vielen Kinderchören und Tänzern.

Die Teilnehmer des Treffens blieben bis zum großen Finale, bei dem alle Chöre und der Moderator BernStein noch einmal gemeinsam auf die Bühne kamen und Manfred Schukat sein Schlusswort hielt.

Das nächste Treffen wird am 28. September 2019 im Jahnsportforum, Neubrandenburg, stattfinden.

Wer einen Internetzugang hat, kann sich Teile des Treffens über den You-Tube-Kanal des Ostpreußischen Rundfunks anschauen.

(Bilderstrecke siehe Seite 18)