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05.10.18 / Frei gedacht / Rassismus im Alltag: Neue Weltordnung

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 40-18 vom 05. Oktober 2018

Frei gedacht
Rassismus im Alltag: Neue Weltordnung
Eva Herman

In unheimlicher Geschwindigkeit wird derzeit das Denken der Menschen in Deutschland verändert, eine heftige Gehirnwäsche überzieht das Land. An dieser Stelle berichtete ich kürzlich darüber, dass das Leben auf dem Lande, das Handwerk wie auch Brauchtum und Volkstraditionen, dem Untergang geweiht sind. Die Gesinnungspolizei hat dies beschlossen, und so wird es auch durchgezogen. Denn all dies ist, um es kurz auf den Punkt zu bringen, Nazi! Wer einen Bauernhof betreibt, wer Wert auf ein gesundes Leben in der Natur legt, wer sich auf die Krise vorbereitet, indem er Vorräte anlegt, fällt in die Kategorie der völkisch-rassistischen Prepper. Doch als sei dies der Verwirrung nicht genug, werden weitere Stufen gezündet. Im Einzelnen:

Man tritt jetzt an die Kinder und Jugendlichen heran, die das „rassistische Verhalten“ ihrer Eltern erkennen und damit umgehen lernen sollen. So informiert das Internet-Portal Wikihow – laut Wikipedia eine 2005 gegründete „Website für Tutorials und Howtos nach dem Wiki-Prinzip“, deren erklärtes Ziel es ist, die „hilfreichsten Anleitungen der Welt zu erstellen, damit jede Person lernen kann, wie man alles macht“ – darüber, wie ein junger Mensch seine Eltern aufgrund verschiedener Bemerkungen als rechtsextremistisch zu entlarven lernen sollte. Einen weiteren Höhepunkt in der neuen Weltordnung brachte kürzlich auch das Portal der „Welt“, wo man allen Ernstes fragt, ob Blond jetzt die Haarfarbe der Neuen Rechten sei. Wie ja schließlich auch die „Apotheken-Umschau“ schon 2016 fragte, was Kita-Mitarbeiter tun könnten, wenn die Eltern ihrer Kita-Kinder rechts seien. Dabei wird, wie auch in allen anderen Berichten, immer öfter darauf hingewiesen, dass der angebliche Rassismus im Alltag schleichend, unauffällig daherkäme, ja, dass die betroffenen Rassisten selbst meist aus der bürgerlichen Mitte stammten und von ihrem eigenen Rassismus häufig gar nichts wüssten. Die „Apotheken-Umschau“ zitiert eine Frankfurter Soziologin. Denn es beginne nicht immer im Extremen: „Rechts-Sein hat viele Formen. Die Abgrenzung, was extrem ist und was nicht, ist schwierig. Tatsache ist, dass diese Gesinnung in der Mitte der Gesellschaft ihren Ursprung hat.“

Es ist wirklich ziemlich perfide, was jetzt geschieht. Denn praktisch jede Bemerkung kann schon geeignet sein, unter Verdacht zu geraten. Wie hinterhältig die neuen Strategien sind, mit denen man jetzt Familien intern gegeneinander aufhetzt, zeigt die genannte Internet-Platform Wikihow, die Kindern und Jugendlichen „helfen“ will, einen möglichen Rassismus bei den Eltern zu unterbinden beziehungsweise ihre Konsequenzen daraus zu ziehen, was durchaus mit einer Menge Ärger verbunden sein könnte, wie es dort heißt. Interessant ist auch in diesem Zusammenhang, was man hier schon als rassistische Äußerung zu enttarnen meint. So heißt es bei Wikihow: „Vielleicht sind deine Eltern der Meinung, dass es völlig in Ordnung ist, Dinge zu sagen wie: ,Asiaten sind sehr klug und fleißig.‘ Du wirst lernen müssen, wie du dich gegenüber deinen Eltern in Bezug auf ihre rassistischen Tendenzen effektiv äußern kannst und wie du ihnen vermitteln kannst, warum dich ihre Aussagen stören.“ Dass zu den Vorschlägen für die jungen Leute durchaus diskriminierende Verurteilungen der eigenen Eltern gehören, scheint niemanden weiter zu stören. Wer älter ist, scheint damit automatisch verbohrt, unflexibel und nicht mehr anpassungsfähig zu sein. So heißt es bei Wikihow: „Behalte immer im Hinterkopf, dass es äußerst selten ist, dass Menschen ihre Weltanschauung noch einmal überdenken – das gilt besonders für ältere, erwachsene Menschen, die in ihrem Denken festgefahren sind. Wenn du deine Eltern auf ihre rassistischen Tendenzen ansprichst, wird sich höchstwahrscheinlich nichts ändern … Stelle sicher, dass du deinen Eltern unmissverständlich klarmachst, dass du mit ihrer Einstellung nicht einverstanden bist. Obwohl natürlich immer die Gefahr besteht, dass diese Konversation in einem Drama endet, wirst du leider nicht drum herum kommen.“

Nächstes Thema: Achtung, Blondinen, die ihr bis jetzt nur „blöd“ wart (siehe die seit Jahrzehnten kursierenden rassistischen, diskriminierenden Blondinenwitze), nun seid ihr alleine der Haarfarbe wegen auch noch Nazi. Kaum zu glauben, aber wahr, jedenfalls wenn es nach dem Springerblatt „Die Welt“ geht. Während also die internationalen Antidiskriminierungsgesetze klar aussagen, dass niemand wegen seiner Rasse und seines Aussehens diffamiert werden darf, scheint dies für blonde Menschen nicht mehr zu gelten. „Welt“-Autor Peter Praschl, der bei Alice Schwarzers „Emma“ an anderen Tagen über Sex und Nacktfotos schöner Frauen schwallt, während er sich bei der „Süddeutschen Zeitung“ für das Thema Essen und Trinken zuständig hält, ergeht sich hier in einem durchaus justitiablen wie gleichermaßen widerlichen Machwerk zum Thema blonde Haare. Nicht nur Frauen führt dieser Herr Praschl auf, sondern zum Beispiel auch US-Präsident Donald Trump gerät unter Verdacht: „Vielleicht ist all dieses Blond tatsächlich die Signalfarbe einer geistig-ästhetischen Wende. Man bekommt den Eindruck, als ginge es darum, eine Welt wieder in den Besitz der Macht zu bringen, die sich selbst als bedrängt empfindet und in den letzten Jahren zunehmend zur Seite geschubst worden war – jene Welt voller Weißer, die in Country-Klubs, Steakhäusern und auf Golfplätzen zusammenkommen, nicht unbedingt ausgesprochene Rassisten, aber doch sehr darauf bedacht, unter sich zu bleiben.“ Und unter der Zwischen-Überschrift „White Power Barbie“ heißt es dann: „Ist es alles Zufall, oder hat das etwas zu bedeuten? Tatsächlich gibt es Indizien dafür, dass Blond zu einer politischen Haarfarbe geworden ist. Wenn die Identitären vor den Folgen der Kulturvermischung warnen, tun sie das gern auch mit Fotos von Blondinen (,zu schön für einen Schleier‘), und als sich die AfD ein Plakat mit dem Slogan ,Neue Deutsche? Machen wir selber‘ ausdachte, zeigte es selbstverständlich eine Schwangere mit blondem Haar.“ Aus den USA werden „blonde Rechtsaußen-Kriegerinnen“ aufgeführt, die dann auch noch ihr Lebensglück im Ehefrau-, Mutter- und Konservativ-Sein gefunden haben. Igittegitt, das geht ja gar nicht. Und dann all die auffällig vielen blonden „Rechtspopulistinnen“, welche „die ihnen zu liberal, multikulturell, tolerant gewordene Welt aufmischen wollen“. Anke Van dermeersch wird genannt, „die mal ,Miss Belgique‘ war und sich dann dafür entschied, Politikerin für den rechtsradikalen Vlaams Belang zu werden“, Siv Jensen, die norwegische Finanzministerin, die „aufputschende Reden gegen den Islam hält“, Marine Le Pen, die „durch ihre Blondierung von ihrer Burschikosität ablenken zu wollen scheint, und ihre Nichte Marion Maréchal-Le Pen, die das BlondSein viel besser beherrscht“. Und „da ist Alice Weidel. Oder die FPÖ-nahe österreichische Außenministerin Karin Kneissl, die jüngst zu ihrer Hochzeit Wladimir Putin eingeladen hat – er brachte als Geschenk den Donkosakenchor mit, der ,Siebzehn Jahr, blondes Haar‘ zum Besten gab“. Tja, so ist das jetzt bei uns. Der Gesinnungsterror geht offenbar in die nächste, und damit bald wohl auch letzte Runde. Denn viel bleibt zum Schluss nicht mehr übrig von uns. Lasst uns all diesen Irrsinn wenigstens hier dokumentieren, damit wir später einmal sehen können, was alles wir verloren haben.