19.01.2022

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02.11.18 / Jan Heitmann: / Keine Samariter

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 44-18 vom 02. November 2018

Jan Heitmann:
Keine Samariter

Wer Menschenleben retten soll, muss wissen, wie es geht. Deshalb hat die AfD-Bundestagsfraktion für ihre Mitarbeiter beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Erste-Hilfe-Kurse gebucht. Doch dann kam überraschend eine Absage. Darin heißt es, der Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein – übrigens ein SPD-EU-Abgeordneter – habe bei der ASB-Bundeskonferenz zum Ausdruck gebracht, dass die „Positionen der AfD mit den Werten, die der ASB vertritt, nicht vereinbar“ seien. Dem hätten sich alle Mitglieder des Bundesverbandes sowie alle Delegierten der einzelnen Landes- und Regionalgliederungen angeschlossen. ASB-Bun- desgeschäftsführer Ulrich Bauch erklärt, seine Organisation werde „keinerlei Geschäftsbeziehungen mit dieser Partei“ eingehen. Das schließe auch die Durchführung von Erste-Hilfe-Kursen ein. Der ASB vertrete „eine klare Haltung gegen rechtspopulistische und rechtsextreme Politik“.

Der ASB behauptet von sich, „politisch und konfessionell ungebunden“ zu sein. Deshalb helfe er „allen Menschen, unabhängig von ihrer politischen, ethnischen, nationalen und religiösen Zugehörigkeit“, betont Bauch. Das gelte „demzufolge auch für Mitglieder, Abgeordnete und Mitarbeiter der AfD“. Die sollten sich im Notfall lieber nicht auf den ASB verlassen. Denn dem ist es offenbar lieber, dass ein Mensch stirbt, als dass jemand von der AfD in der Lage ist, Erste Hilfe zu leisten. Wie wird sich der ASB dann wohl verhalten, wenn es darum geht, das Leben eines  AfDlers zu retten? Deshalb: Augen auf und Taschen zu, wenn die Spendensammler des ASB wieder vor der Tür stehen. Das sollte übrigens sowieso gelten, denn vor deren fragwürdigen Methoden warnt die Polizei. Aber das ist ein anderes Thema.