29.01.2022

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02.11.18 / Gegenläufiger Trend / Die Ausländer in Deutschland werden mehr, die Deutschen weniger

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 44-18 vom 02. November 2018

Gegenläufiger Trend
Die Ausländer in Deutschland werden mehr, die Deutschen weniger
Bodo Bost

Während die starke Zuwanderung von Ausländern als „Mutter aller Probleme“ immerhin breit diskutiert wird, erregt die steigende Abwanderung von Deutschen kaum Aufsehen. Dabei verzeichnet seit vielen Jahren das Statistische Bundesamt eine steigende Zahl von dauerhaften Fortzügen von deutschen Bundesbürgern ins Ausland. 

Auch im vergangenen Jahr haben wieder rund 249000 Bun­des­bürger das Land dauerhaft verlassen, wie das Statistische Bun­des­amt mitteilte. Da nur 167000 Deutsche in die Bundesrepublik zuzogen, ergibt sich unter dem Strich ein sogenanntes negatives Wanderungssal­do von 82000 Deutschen. 

Ähnliche negative Wanderungssalden gab es auch in den Vorjahren. Seit 2005 kann man faktisch sagen, dass je höher die Zahl der Zuzüge von Ausländern in Deutschland ist, desto mehr Deutsche Deutschland verlassen. Dass vorher die Zahl der Zuzüge von Deutschen, die der Wegziehenden übertroffen hatte, hatte allein damit zu tun, dass von 1990 bis 2005 noch eine nennenswerte Zahl von mehreren Millionen deutschstämmiger Aussiedler nach Deutschland zuzog. Allein aus diesem Grund gab es in der Wanderungsstatistik eine positive Bilanzen für die Zahl der Deutschen. 

Seit 2005 übertrifft die Zahl der Fortzüge von Deutschen bei Weitem die der Zuzüge. Waren es im Jahr 1991 rund 99000 deutsche Abwanderer, stiegen die Zahlen tendenziell an und lagen bis 2015 auf einem Niveau von etwa 140000 abwandernden Deutschen pro Jahr. Im Jahr 2016, dem Jahr der größten Zuwanderung, kam es dann zu einem Sprung: Damals verlegten mit 281000 so viele Bundesbürger wie noch nie ihren Wohnsitz ins Ausland. 2017 waren es immerhin noch 249000 deutsche Bundesbürger, die ihrem Land den Rücken kehrten.

Besonders bedeutsam ist die starke Abwanderung von Deutschen vor dem Hintergrund, dass seit 1973 die Zahl der Sterbefälle von Deutschen die der Geburten überwiegen. Dem Wanderungsverlust von 217000 Deutschen in den vergangenen beiden Jahren und den mehr als 1,7 Millionen gestorbenen Staatsbürgern standen in zwei Jahren nur 1,2 Millionen Geburten von Müttern mit deutscher Staatsbürgerschaft gegenüber. Deutschland hat also netto in zwei Jahren mehr als 700000 deutsche Staatsbürger verloren. 

Dem Minus von 700000 Deut­schen durch Tod und Abwanderung steht in diesen zwei Jahren dank starker Zuwanderung ein Wan­de­rungs­über­schuss von weit über einer Mil­lionen ausländischer Personen gegenüber, 500000 im Jahre 2017 und sogar 635000 im Jahre 2016. Deutschlands Gesellschaft gewann in den vergangenen beiden Jahren ungefähr so viele nichtdeutsche Neumitglieder über Immigration wie durch Geburten von Müttern mit deutscher Staatsangehörigkeit. Durch die im internationalen Vergleich starke Zuwanderung – die Bundesrepublik nahm seit den 60er Jahren mehr Zuwanderer auf als das klassische Einwanderungsland USA – entwickelt sich Deutschland sehr schnell zur Immigrationsgesellschaft. In den westdeutschen Bundesländern haben dem Statistischen Bundesamt zufolge bereits 42 Prozent der unter Sechsjährigen einen Immigrationshintergrund. 

Wenn diese Tendenz sich in Zukunft in gleicher Weise fortsetzt, haben in wenigen Jahren die Schulen bereits ausländische Schüler­mehrheiten, in eineinhalb bis zwei Jahrzehnten, so errechnen Bevölkerungswissenschaftler, dürfte bei der Fortsetzung der derzeitigen Wanderungstrends ganz Deutschland eine ausländische Bevölkerungsmehrheit haben.