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02.11.18 / Auf dem Weg zur Weltpolitik / Der wirtschaftliche Riese hört auf, ein politischer Zwerg zu sein

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 44-18 vom 02. November 2018

Auf dem Weg zur Weltpolitik
Der wirtschaftliche Riese hört auf, ein politischer Zwerg zu sein

Die Volksrepublik China betreibt seit Jahren eine massive Nachrüstung zur See und verfügt inzwischen über die zweitstärkste Kriegsmarine der Welt nach den USA. Die Zhongguo Renmin Jiefangjun Haijun (ZRJH) soll dabei in zunehmendem Maße auch fernab der Küsten des Mutterlandes operieren. Das zeigt beispielsweise der Plan, insgesamt sechs Flugzeugträger in Dienst zu stellen.

Dazu kommt die Errichtung von Stützpunkten im Ausland, wie dem bei Obock in Dschibuti am Horn von Afrika. Die Basis gehörte zunächst den US-Streitkräften, die aber abziehen muss­ten, um der chinesischen Konkurrenz Platz zu machen. Von hier aus lassen sich die Handelswege in Richtung Suezkanal und Ostafrika absichern. Denn das Hauptziel des rasanten Ausbaus der ZRJH besteht neben der Durchsetzung der Ansprüche Pekings im Süd- und Ostchinesischen Meer im Schutz der „Neuen Seidenstraße zur See“ zwischen den Häfen an der Küste Chinas und des östlichen Mittelmeers. Deshalb versucht die Volksrepublik, noch weitere Flottenbasen in den Anrainerstaaten des Indischen Ozeans zu gewinnen.

Außerdem operieren Verbände der chinesischen Kriegsmarine inzwischen regelmäßig im Mittelmeer und anderen europäischen Randgewässern. Im Sommer 2017 nahmen Einheiten der ZRJH sogar an Manövern der russischen Seestreitkräfte in der Ostsee teil.

Parallel dazu baut das Reich der Mitte seine zivile Infrastruktur entlang der maritimen Seidenstraße aus. Ein Beispiel hierfür ist neben den gewaltigen Investitionen in den Hafen von Piräus in Griechenland auch das Engagement in Pakistan und Sri Lanka. Der Hafen von Hambantota ging für 99 Jahre in den Besitz Pekings über, weil Sri Lanka in Zahlungsschwierigkeiten geraten war, und dient nun als weiteres Sprungbrett gen Westen. Die gleiche Funktion erfüllt der für 40 Jahre gepachtete Hafen von Gwadar in Südwest-Pakistan. In dessen Nähe, bei Jiwani unweit der Grenze zum Iran, soll außerdem noch eine zusätzliche ZRJH-Basis entstehen.W.K.