29.01.2022

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02.11.18 / MELDUNG / ZUR PERSON

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 44-18 vom 02. November 2018

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Immigranten wählten anders

Wiesbaden – Anders als bei früheren Wahlen haben Grüne und SPD in Hessen bei Deutschen mit Einwanderungshintergrund schlechter abgeschnitten als bei solchen mit Wurzeln in Deutschland. Beide errangen bei Wählern inländischer Herkunft rund 20, bei denen mit Herkunft aus dem Ausland nur 17 Prozent. Die Union erzielte bei den Immigranten einen Prozentpunkt  weniger als bei den Autochthonen. Linkspartei und FDP schnitten bei den Immigranten dagegen je zwei Prozentpunkte besser ab als bei Wählern mit ausschließlich inländischen Vorfahren. Die AfD fand bei Menschen mit Wurzeln im Ausland mit 14 zu 13 Prozent einen Punkt mehr Zustimmung als bei solchen ohne Immigrationshintergrund. Dabei bedeutet der offiziell so bezeichnete „Migrationshintergrund“ nicht notwendigerweise, dass nichtdeutsche Vorfahren existieren. Auch Russlanddeutsche und andere Aussiedler deutscher Nationalität werden unter dieser Gruppenbezeichnung zusammengefasst. Die AfD verfügt besonders bei Russlanddeutschen über eine starke Anhängergemeinde.  H.H.





Hinterbänkler als Hoffnungsträger

Der politische Hinterbänkler Jair Bolsonaro (63) hat die Präsidentschaftswahlen in Brasilien mit 55 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Der Favorit der Rechtskonservativen wurde von keiner großen Partei unterstützt. Das Wahlkampfmotto des Ex-Militärs lautete „Kugel, Rind und Bibel“. Er unterstützt die Agrarlobby, will das Waffenrecht liberalisieren und lehnt Abtreibung sowie die gleichgeschlechtliche Ehe strikt ab. Das kam vor allem bei den evangelikalen Christen gut an, deren Anteil von gut sechs Prozent im Jahr 1980 auf heute etwa 30 Prozent gestiegen ist. Mehr noch als der Kandidat einer politischen Richtung ist Bolsonaro der Kandidat der von der Politik zutiefst enttäuschten Bürger. Die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas steckt in einer tiefen Krise, weil das Land in seiner Boomphase zwischen 2002 und 2010 über seine Verhältnisse gelebt hat. Damals ließen sich viele Politiker aller Parteien von den boomenden Unternehmen korrumpieren, wofür sie heute im Gefängnis sitzen. Doch ist es nicht nur um die Wirtschaft schlecht bestellt, auch die Gewalt in den Straßen nimmt zu. Über 60000 Menschen wurden allein im letzten Jahr getötet. Jetzt haben die Wutbürger dem politischen Establishment eine schallende Ohrfeige verpasst. Bolsonaro hat anders als sein Vorbild Donald Trump bereits eine fast  30-jährige Politikerlaufbahn hinter sich, allerdings als Hinterbänkler von insgesamt neun verschiedenen Parteien. Wie Trump spielt Bolsonaro gern den Politclown. Das nutzen nun alle, denen das Wahlergebnis nicht passt, und legen jedes seiner teilweise sehr deutlichen Worte auf die Goldwaage, um ihn als das personifizierte Böse hinzustellen. Ein Spiel, das die deutschen Politiker sowie die Staats- und Konzernmedien willfährig mitspielen.B.B./J.H.