18.06.2024

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16.11.18 / Magische Logik für Erwachsene

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 46-18 vom 16. November 2018

Magische Logik für Erwachsene

Dieses Buch mit seinen schönen Illustrationen ist voll von Kinderängsten. Auch wenn die Geschichten immer gut oder besser nicht schlimm für den jeweiligen Protagonisten der einzelnen kurzen Kapitel endet, bleibt ein beunruhigendes Gefühl zurück. 

Die „magische Phase“ bei Kindern, die Vorstellung, dass alles passiert, was man sich vorstellen kann, birgt ein großes Potenzial, aber auch einen Schrecken, den Kinder und oft auch die Eltern nicht einfach überwinden können. In diesem Gutenachtgeschichten-Buch scheinen alle schlimmen Phantasien enthalten zu sein. Ein imaginärer Freund, lebendig werdende Bilder, deren Figuren aus dem Bild herauskommen oder Kinder, die an böse Teppichelefanten verkauft werden, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Es gibt auch tatsächlich einige Geschichten, die nicht die „magische Logik“ nähren, wie die des kleinen Uri, der noch nicht so gut sprechen kann und nur von seinem großen Bruder verstanden wird, was zu übertriebenen Missverständnissen führt. 

Dieses Buch ist Eltern für die eigene Lektüre zu raten, deren Kind sich kurz vor oder in der magischen Phase befindet. Sie nehmen mit, dass man sein Kind ernst nehmen muss, weil es in seiner Logik Hexen, Schattenmonster und alles durch den Abfluss mitreißende Badewasser gibt. Aber zum Vorlesen ist es, besonders vorm Schlafen, nicht zu empfehlen. CRS

David Grossmann: „Giraffe und dann ab ins Bett! Gute-nachtgeschichten“, Carl Hanser Verlag, München 2018, gebunden, 111 Seiten, 15 Euro