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07.12.18 / Sowjetische Marionette / Mit den Sozialdemokraten hatte die KPD einen entschlossenen Gegner

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 49-18 vom 07. Dezember 2018

Sowjetische Marionette
Mit den Sozialdemokraten hatte die KPD einen entschlossenen Gegner

Zur Jahreswende 1918/19 kamen Anhänger des Spartakusbundes sowie der Organisation Internationale Kommunisten Deutschlands im Reichstag zusammen, um die Kommunistische Partei Deutschlands aus der Taufe zu heben. Von Anfang an suchten die Delegierten des Gründungskongresses den engen Schulterschluss mit der Sowjetunion. Dort hatte ihre Schwesterpartei KPdSU ein Jahr zuvor erfolgreich die Macht übernommen. Der Widerstand der alten Eliten im Zarenreich und der ihnen folgenden provisorischen Regierung war nach drei Jahren Krieg rasch gebrochen. 

In Deutschland sollte die junge Partei auf einen entschlosseneren Gegner treffen. Den von ihr maßgeblich mitinitiierten Spartakusaufstand im Januar 1919 ließ der von Sozialdemokraten bestimmte Rat der Volksbeauftragten, eine Art kommissarische Reichsregierung, von rechten Freikorps und Militärs niederschlagen. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die entscheidenden Köpfe hinter dem bolschewistischen Umsturzversuch, wurden ohne Prozess erschossen. Dieser Umstand führte zu einem erbitterten Zerwürfnis zwischen den beiden Arbeiterparteien SPD und KPD.

Auch in den unmittelbaren Nachkriegsjahren beteiligte sich die kommunistische Partei in der Weimarer Republik an zahlreichen regionalen Aufstandsversuchen. Diese führten zu staatlichen Repressionen sowie zum zeitweiligen Verbot der Organisation. Als Ernst Thälmann die Partei 1925 übernahm, lehnte er sich noch enger an die KP in Moskau an und kopierte auch den Personenkult Josef Stalins. Bei ihrer Zerschlagung durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 war die KPD zwar gut organisiert und bis an die Zähne bewaffnet, jedoch de facto nurmehr eine sowjetische Marionette. Viele Funktionäre flüchteten daher ins Moskauer Exil.

Von dort aus schickte Stalin nach dem Krieg eine Gruppe deutscher Kommunisten unter Führung von Walter Ulbricht zurück nach Deutschland, um dort mit der DDR einen Vasallenstaat sowjetischer Prägung aufzubauen. 1946 wurden in Mitteldeutschland SPD und KPD von den Besatzern zur SED zwangsweise zusammengeschlossen. In Westdeutschland ließ die Bundesregierung die von Ost-Berlin aus ferngesteuerte KPD 1956 verbieten. Zwölf Jahre später rief die DDR-Führung mit der bis heute existierenden Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) eine Ersatzorganisation ins Leben, die jedoch bedeutungslos blieb.D.P.