21.04.2024

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07.12.18 / Ostdeutsches Lied

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 49-18 vom 07. Dezember 2018

Ostdeutsches Lied

Wer kennt sie nicht? Volkslieder wie „Der Mai ist gekommen“ oder „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ werden noch heute gesungen. Der Musikpädagoge Edgar Hobinka, 1905 im Mährischen Schönberg geboren, erkannte in ihnen ein „unsichtbares Fluchtgepäck“, das nicht nur eine Verbindung in die Heimat schuf, sondern auch eine in die neue Lebensumwelt, denn auch hier wurden Volkslieder, die den heimischen oft ähnelten, gesungen. Hobinka war entschlossen, dieses riesige Kulturgut zu bewahren und zu fördern. 1962 erreichte er, dass die Stadt Wetzlar eine Patenschaft für das ostdeutsche Lied übernahm, die bis heute besteht. 2013 wurde der Magistrat der Stadt Wetzlar für seine Leistungen im Rahmen der Patenschaft von der Hessischen Landesregierung mit dem Preis „Flucht, Vertreibung, Eingliederung“ ausgezeichnet. 

Zwei Jahre nach der Einrichtung der Patenschaft erstellte Hobinka die Liedersammlung mit dem Titel „Brücke zur Heimat. Liederbuch der deutschen Landschaften“ 

(6 Euro). Hierin vereinte er Lieder aus allen deutschsprachigen Landschaften. Es ist in fünf Kapitel aufgeteilt. Zum Themenkreis „Lenz und Lieb“ finden sich im ersten Kapitel auf rund 70 Seiten Lieder, die, wo möglich, genau verortet und Dichter wie Komponist mit Jahresangabe benannt werden. Der einfachen, aber leicht verständlichen Notation folgt der Liedtext. „Sommerzeit – Wanderzeit“ betitelt das zweite Kapitel, gefolgt von „Herbst und Ernte“ sowie „O du stille Zeit“. Das abschließende Kapitel „Heimat und Ferne“ beginnt mit „Kein schöner Land“ und greift die schlesische Weise „Die Gedanken sind frei“ auf, aber natürlich auch das Ostpreußenlied „Land der dunklen Wälder“ oder das Pommern-Lied „Wenn in stiller Stunde“. 

Die Lieder folgen nicht allein einer hochdeutschen Schreibart, sondern stehen häufig in dialektgefärbten Strophen auf dem kleinformatigen Liederbuchseiten. Ein alphabethisches Inhaltsverzeichnis erleichtert die Suche nach einem bestimmten Lied. 

Wenn man, und das ist wirklich besonders, ein Lied sucht, von dem man nur einen Vers kennt, kann man sich an die Stadt Wetzlar Patenschaft für das Ostdeutsche Lied wenden und eine Suche beauftragen. Das Archiv verfügt über rund 1800 Liederbücher und eine Vielzahl von Liederblättern. So können „Anfragen nach Liedtiteln, Liedtexten, Komponisten, Textdichtern, Herkunft der Lieder … schnell beantwortet werden.“ Dabei sind die Dienstleistungen des Archives unentgeltlich und stehen jedem zur Verfügung.

Ein weiteres, großzüger gesetztes Liederbuch mit dem Titel „Ostdeutsches Liederbuch“ in der vierten Auflage aus dem Jahr 2009 sortiert die Lieder nach Regionen Nordosten, Schlesien, Sudentenland, Südosten und Streudeutsche Gebiete. Auch hier gibt es ein Alphabetisches Titelverzeichnis samt einer Auflistung „Deutscher Sprachinseln im Osten“. „Ännchen von Tharau“ und „Zogen einst fünf wilde Schwäne“ sind natürlich auch in dieser Sammlung mit einer deutlichen Notation und Harmonien ediert (7 Euro).

Die beiden Liederbücher und Hobinka, Edgar: „In meinem Leben spielten Musik und Gesang eine wichtige Rolle“ (5 Euro) können hier bestellt werden: Stadt Wetzlar, Patenschaft für das Ostdeutsche Lied, Hauser Gasse 17, Postfach 2120, 35573 Wetzlar, Telefon (06441) 991031, E-Mail: ostdeutscheslied@wetzlar.deCRS