14.04.2024

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21.12.18 / Zeitzeugen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 51/52-18 vom 21. Dezember 2018

Zeitzeugen

Papst Benedikt XVI. – Der Papst forderte im November 2008 auf einem Kongress der Päpstlichen Akademie, dass lebenswichtige Organe nur „ex cadavere“, also „vom Leichnam“, entnommen werden dürften. Da das aber in der Transplantationsmedizin praktisch kaum möglich ist, zog er seine persönliche Bereitschaftserklärung zur Organspende 2011 zurück.

Paolo Bavastro – Nachdem er in den 1990er Jahren zwei hirntote Schwangere intensivmedizinisch begleitet hatte, bezeichnete der Stuttgarter Kardiologe den Begriff „Hirntod“ als „arglistige Täuschung“. Zwar seien Menschen mit Hirnversagen Schwerstkranke und stünden möglicherweise auch an der Schwelle des Todes, hätten diese aber mit Sicherheit noch nicht überschritten – das ergebe sich aus den weiterbestehenden sonstigen Vitalfunktionen.

Hans Jonas – Der deutschstämmige jüdische Philosoph, der vor allem durch sein wirkmächtiges Werk „Das Prinzip Verantwortung“ über die ethischen Grundlagen von technischen Zivilisationen bekannt wurde, warnte entschieden davor, das Hirntod-Kriterium in den Dienst der Organbeschaffung zu stellen.

Joseph Edward Murray – Am 23. Dezember 1954 gelang dem plastischen Chirurgen am Peter Bent Brigham Hospital in Boston die erste längerfristig erfolgreiche Nierentransplantation der Geschichte. Spender und Empfänger waren damals die beiden eineiigen Zwillinge Ronald Lee und Richard Herrick. Murray, der 1990 den Medizinnobelpreis erhielt, eröffnete damit die Ära der Transplantationsmedizin.

Hans Lilie – Auf dem 110. Deutschen Ärztetag in Münster sagte der Vorsitzende der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer und stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrates der Deutschen Stiftung Organtransplantation am 16. Mai 2007: „Es bleibt dem Einzelnen überlassen, sich selber die notwendigen Informationen zu besorgen, sodass eine Organspende auch dann zulässig ist, wenn der Betreffende sich für die Spende ausgesprochen hat, ohne über die Einzelheiten zuvor aufgeklärt worden zu sein.“