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21.12.18 / Wie man früher Weihnachten feierte / Kinder der Tagesveranstaltung der AGDM lernten ostpreußische Traditionen kennen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 51/52-18 vom 21. Dezember 2018

Wie man früher Weihnachten feierte
Kinder der Tagesveranstaltung der AGDM lernten ostpreußische Traditionen kennen
Dawid Kazanski

Am 9. Dezember veranstaltete die Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit einen eintägigen Work-shop für Kinder über „die Welt der ermländischen Sagen und Weihnachtsbräuche“. Man fragt sich, wie man die regionalen Märchen mit der Weihnachtsthematik verbinden kann, aber es gelang den Organisatoren zweifellos. Den 15 Projektteilnehmern, das heißt Kindern im Alter von sechs bis 13 Jahren, wurden zunächst in einem Vortrag das tägliche Leben sowie Traditionen auf dem Gebiet des südlichen Ostpreußens dargestellt. Die Referentin, Anita Romulewicz, die in der Allensteiner Woiwodschaftsbibliothek arbeitet und sich dort unter anderem mit der regionalen Bildung beschäftigt, weihte die Kinder in die Welt der ermländischen Traditionen ein. 

Zu diesem Zweck wurde ein Adventskalender vorbereitet, in dem es hinter jedem Türchen ein Stichwort gab, das sich auf das regionale Brauchtum bezog. Von den geschilderten Bräuchen sind heute nur noch wenige bekannt und werden weiterhin gepflegt. Die Referentin erzählte beispielsweise darüber, dass die Geschenke früher weder Nikolaus noch Weihnachtsmann brachten, sondern ein Gefolge mit einem Pferdegespann, das den heutigen Sternsingern ähnelte und das als Diener mit Schimmel bekannt war. Außerdem glaubte man, dass den Menschen nachts bei ihren Hausarbeiten in der Vorweihnachtszeit die sogenannten Kautki und Barstuki halfen. Diese Geschöpfe mit abstoßendem Äußeren entsprachen Zwergen. Sie zeigten eine freundliche Einstellung zu Menschen, soweit sie von ihnen nicht heimlich beobachtet wurden. Im Zeitraum vom Weihnachtsabend bis zum Dreikönigsfest durfte man nicht arbeiten, weil viele böse unsichtbare Geister und Hexen unterwegs waren und man sie mit Arbeitslärm verärgert hätte. 

Anhand des ostpreußischen Volksglaubens bekamen die Projektteilnehmer mit, dass viele Traditionen zum einen mit fabelhaften Legenden und Gestalten verbunden waren, zum anderen auf die Advents- und Weihnachtszeit ihren Einfluss hatten und die Art und Weise prägten, wie man damals Weihnachten feierte. 

Im zweiten Projektteil verschaffte man den Kindern die Möglichkeit, sich auszutoben. Für eine lockere Atmosphäre sorgten zwei als Elfen verkleidete Animateure, die verschiedene Spiele, Bewegungs- und Bastelaufgaben einplanten. Die jungen Projektteilnehmer begeisterten sich vor allem für Lebkuchenhäuser aus Karton, die sie mit unterschiedlichen Materialien schmückten. Das Projekt wurde finanziert aus den Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration.