18.06.2024

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04.01.19 / Frei gedacht / Deutschland im »Spiegel« der Abschaffung

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 01-19 vom 04. Januar 2019

Frei gedacht
Deutschland im »Spiegel« der Abschaffung
Eva Herman

Es ist ein Riesenskandal, ein wahres Erdbeben, welches sich kurz vor Jahresende für die deutsche Medienlandschaft auftat: Der vielfach preisgekrönte „Spiegel“-Journalist Claas Relotius ist als Fake-News-Experte des hochangesehenen deutschen Medienkartells aufgeflogen. Er hatte Dutzende Beiträge für den „Spiegel“ (wahrscheinlich auch für einige weitere, namhafte Mainstream-Medien) gefälscht, erfunden, frisiert. Fake-News eben. Und zwar vom Allerfeinsten, das heißt, politisch akkurat korrekt. Da waren Geschichten zu Papier gebracht worden über arme syrische Flüchtlingskinder, aber auch über eine der letzten Überlebenden der Weißen Rose, Traute Lafrenz (99 Jahre), die in den USA lebt und der der eifrige „Spiegel“-Faker einige rührselige wie auch politisch hochbrisante Äußerungen untergejubelt hatte: So zitierte Relotius die 99-Jährige in Bezug auf die Proteste in Chemnitz im August mit den Worten: „Deutsche, die streckten auf offener Straße den rechten Arm zum Hitlergruß, wie früher.“ Das kommt doch immer gut in der Chefredaktion an, das hat Lafrenz aber nie gesagt.

Wie es heißt, sei die Geschichte nur deswegen aufgeflogen, weil der hartnäckige „Spiegel“-Kollege Juan Moreno Verdacht geschöpft habe und der Sache, trotz heftigen Gegenwinds aus der „Spiegel“-Redaktion, nachgegangen sei. Auf eigene Kosten, auf eigene Faust sei er in der Welt herumgereist, um Indizien zur Beweislage zu sammeln. Hut ab. Diese Geschichte hat also einen klassischen bad Boy und einen ebenso klassischen good Guy, Stoff allemal für eine gute Story, die der „Spiegel“ jetzt im eigenen Heft auf 26 Seiten erzählt.

Beide Jounalisten kommen vom „Spiegel“, beide arbeiteten auch schon für viele andere deutsche Massenmedien wie „Zeit“, „Taz“, ZDF und so. Der „Spiegel“ hatte bislang weltweit einen exzellenten Ruf, er gilt für Noch-nicht-Erwachte immer noch als das deutsche Nachrichtenmagazin. Dementsprechend groß ist jetzt das Entsetzen der ausländischen Presse über – Deutschland, über den „Spiegel“, über die Zuverlässigkeit der deutschen Medien. Diese Causa ist mithin keine Petitesse, sondern es handelt sich um viel mehr: Es geht zum wiederholten Mal um den deutschen Charakter. Alles Zufälle? Da ist VW, das deutsche Autovorzeigeunternehmen, welches „tödliche Gase in die Luft pustet und tausende unschuldige Menschen umbringt“, wie es 2015 in der „New York Times“ berichtet wurde. Da war der (angeblich) durchgeknallte deutsche German-Wings-Pilot, der eine Maschine mit über 160 Passagieren an Bord (angeblich) vorsätzlich abstürzen ließ. Da ist die Deutsche Bank, die aus bitterbösen Skandalen (angeblich) nicht mehr herauskommt und seit einiger Zeit an der Pleite entlang schrammt, da ist der Flughafen der deutschen Regierungshauptstadt Berlin, den offenbar kein deutscher Ingenieur mehr in der Lage ist, fertigzustellen, und da ist vor allem die deutsche Bundeskanzlerin, die inzwischen weltweit heftig für ihre bedingungslose Einwanderungspolitik kritisiert wird und der man inzwischen auch in der US-amerikanischen Presse unterstellt, sie habe das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte bis heute nicht verarbeitet und zerstöre aus lauter Eigenhass das ganze Land, auch Europa, indem sie Millionen Immigranten einlade, zu kommen und unbedingt auch zu bleiben. Während sie jetzt langsam gehen muss. Nun hat Deutschland einen handfesten Medien-skandal, die Glaubwürdigkeit des Mainstreams bröckelt nicht mehr, es knallen ganze Felsen herunter!

Und jetzt kommt, was kommen musste: In der Betrugssache des „Spiegel“ hat sich am 21. Dezember 2018 der ziemlich empörte US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, mit einer öffentlichen Erklärung eingeschaltet. Was hier verlautbart wird, ist alles andere als eine wertschätzende Aussage, sondern es ist genau das Gegenteil. Von „sieben Jahren ungeprüfter Berichterstattung“ ist die Rede, verbunden mit der Frage, „wie viel Schaden“ in dieser Zeit wohl „angerichtet“ worden sei. Grenell zeigt sich sehr besorgt über diesen „eklatanten Anti-Amerikanismus“, er fordert nun eine unabhängige Untersuchung. Unter anderem deswegen, weil es in einigen der gefälschten Berichte um amerikanische Politik und bestimmte Teile der amerikanischen Bevölkerung gegangen sei. Der Botschafter wird aber noch viel deutlicher, und es klingt ganz und gar nicht danach, dass es sich bei Claas Relotius etwa um ein einmaliges Ärgernis handelt. Wer sich in den vergangenen Monaten öfter schon selbst darüber gewundert hatte, wie verächtlich und beleidigend die „Spiegel“-Journalisten (und nahezu alle anderen Mainstream-Medien auch) über den 2016 gewählten US-Präsidenten Trump berichtet hatte, der wird hier bestätigt. Denn diese Verwunderung beziehungsweise höchste Verärgerung brachte US-Botschafter Grenell klar zum Ausdruck. 

Das berühmte Fass läuft jetzt offenbar über. So heißt es: „Wir haben unsere Bedenken gegenüber der Voreingenommenheit gegenüber der US-Politik und der aktuellen US-Regierung bereits zuvor ,Spiegel‘-Redakteuren- und Journalisten geäußert. Tatsächlich haben ,Spiegel‘-Reporter und Redakteure regelmäßig Informationen und Berichte veröffentlicht, deren Unwahrheit sich herausgestellt hätte, wenn die Fakten zuerst mithilfe der US-Botschaft überprüft worden wären. Leider ist es beim ,Spiegel‘ Gang und Gäbe, dass die Journalisten uns nicht einmal anrufen, bevor sie mit dem Schreiben beginnen.“ Von journalistischen Standards, „die verletzt wurden“, ist die Rede, eine Ohrfeige für jeden Journalisten. Der US-Botschafter, der als enger Vertrauter von US-Präsident Trump gilt, watscht die deutschen „Qualitätsmedien“ generalstabsmäßig ab: „Redakteure, Faktenchecker und Führungskräfte haben eindeutig zugelassen, dass diese Atmosphäre und Voreingenommenheit Nährboden fand.“

Fakt ist, dass mit diesem Schreiben, welches absolut im Sinne von Donald Trump verfasst worden sein dürfte, das deutsche Nachrichtenwesen einen herben Schlag versetzt bekommen hat. Zu Recht. Denn während noch zu Barack ­Obamas Zeiten unsere deutschen Massenmedien ergeben auf dem Bauch daher gekrochen kamen, während diesem kriegswütigen US-Präsidenten auch noch der Friedensnobelpreis verliehen wurde, stellt man Donald Trump (genauso wie Wladimir Putin) als Ungeheuer, Despoten und Idioten dar. Einen ordnungsgemäß gewählten US-Präsidenten! Willkür und Gesinnungsterror eben aus deutschen Redaktionsstuben. Die gut gepamperten Reporter, die den freien Medien immer wieder mit Vorwürfen das Leben schwer machen, sie seien „rechtsextrem“ oder „Verschwörer“, stehen nun selbst am Pranger. Doch dies scheint sie nicht all zu sehr zu beeindrucken: Das öffentliche Schreiben fand in den Main-streammedien nur wenig Erwähnung. Eventuell störte die anderen Berufskollegen ja ein entscheidender Satz Grenells, den sich wohl fast alle hinter den Toilettenspiegel hängen könnten: „Wir sind besorgt, dass die Leitung des ‚Spiegel‘ diese Art der Berichterstattung forciert und dass die Reporter offenkundig das liefern, was die Unternehmensleitung verlangt.“

Fakt ist: Deutschlands Reputation wurde wieder einmal schwer geschädigt. Und das passt ins Bild. Es stellt sich die Frage, wann übergeordnete Institutionen wie EU oder UN Deutschland die Eigenverwaltung komplett absprechen.