19.01.2022

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01.02.19 / Trump der Schreckliche

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 05-19 vom 01. Februar 2019

Trump der Schreckliche
Volker Wittmann

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass bundesrepublikanische Medienschaffende Gehässigkeiten über Donald Trump verbreiten. Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist und bleibt ihr meistgeohrfeigter Watschenmann, und das jetzt ziemlich genau seit zwei Jahren. Was Tonangeber zu Wichtelhausen wohl am meisten verstört, ist dessen lautstark erklärter, vorrangiger Einsatz zum Wohl seines Landes: „America first!“

Dergleichen liegt hiesigen Regierern und Regiererinnen so fern wie der Blutmond über Timbuktu. Nicht einmal mit Multikulti hat dieser hemdsärmelige Mensch im Weißen Haus etwas am Hut. Auch die Rettung der Welt vor Kohlendioxid oder Faschismus ist ihm Hekuba. Und dann scheint er auch noch im Ernst bemüht zu sein, alle Wahlversprechen einzulösen. Das ist Politikern hier zu Lande nun ganz und gar unbegreiflich.

Durch untertänigste Hofberichterstattung verhätschelt, musste vor allem die Kanzlerin befremdet zur Kenntnis nehmen, dass Trump auf diplomatisches Gesäusel pfeift. Er wagte öffentlich zu sagen, was sich bei uns kaum einer zu denken traut, nämlich, das er Angela Merkel für „crazy“ hält, wahnsinnig, übergeschnappt. Damit standen auch ihre Jubler im Medien-Chor als Deppen da. 

Statt wie Erich Honeckers gelehrige Schülerin illegale Einwanderer einfach zu legalen zu erklären, will Trump eine Mauer gegen die Fremdenflut errichten. Das Bauwerk soll noch höher werden als der Zaun Mexikos zu Guatemala, die spanischen Gitterwerke in Nordafrika, die Sperren Ungarns zum tiefen Balkan oder die Grenzbefestigungen Israels gegen Palästinenser.

Der unmögliche Kerl hat offenbar die ganze Welt verrückt gemacht. Obendrein ist das auch noch einer mit deutschen Wurzeln. Das muss der gesamten linksgrünen Schickeria ja sowas von peinlich sein. Man braucht den Hünen nur anzuschauen: groß, blondgefärbt und blauäugig, geradezu arisch. Um Himmels Willen! Freilich ist er nach demokratischen Regeln gewählt worden. Aber auch Adolf Hitler ist schließlich verfassungsgemäß an die Macht gelangt. 

Krasser als Trump konnte sich ein US-Präsident kaum von seinem Vorgänger unterscheiden. Barack Obama war wenigstens ein Farbiger, wie es sich für bunte Gesellschaften von heute gehört. Das war noch ein Vertreter Amerikas nach dem Geschmack der neuen, großstädtischen Generation von Willkommensklatschern, Sitzpinklern und Schickimickis in „Jeans“ mit „Soul“ in den Kopfhörern und dem „Smartphone“ vor der Nase, um ihre „Followers“ bei „Twitter“ zu „checken“ oder neue „Posts“ auf „Facebook“ abzurufen.

Gewiss hat Obama die Erschießung des Migranten Osama bin Laden persönlich über Direktleitung begleitet. Was hätte er anderes tun sollen? Den Terroristen ins Sammellager Guantanamo zu schaffen, wäre nicht einfacher gewesen. Wohl hat der Träger des Nobelpreises für Frieden auch Kriege geführt, wahrscheinlich führen müssen. Aber das diente vermutlich einem höheren Zweck wie „ein Zeichen setzen gegen Rassismus“, der ja viel schlimmer ist. 

Für Trump hat die „coole“ und „durchgestylte“ High Snobiety offenbar nur „Shitstorm“, „Fake News“, „Hate Speech“ und „Bashing“ übrig. Der Vielgescholtene will angeblich nicht, dass die USA weiterhin den Weltpolizisten spielen. Dazu hat er sich bei Nordkorea und Russland angebiedert, um neues Wettrüsten mit Kernwaffen zu vermeiden, sagt er. Doch wahrscheinlich möchte er sich bloß wichtigmachen. Außerdem soll er ja Kreml-Chef Wladimir Putin seine Wahl zum Präsidenten verdanken. Dafür fehlt es noch an hieb- und stichfesten Belegen. Aber etwas wird schon dran sein. 

Jetzt ist für den Schrecken aller Gutmenschen erst zur Halbzeit im Amt. Doch schon am Tag seiner Vereidigung, am 20. Januar 2017, hat er bei der Wahlkommission die Formale für eine erneute Kandidatur eingereicht. Im Februar letzten Jahres ernannte er seinen Wahlkampfleiter, der für ihn ins zweite Rennen gehen soll. Das Fußvolk seiner Republikanischen Partei steht dem Vernehmen nach unverbrüchlich hinter ihm.

Es sieht also ganz danach aus, dass er uns noch eine Weile erhalten bleibt. Damit hat er Zeit genug, an seinem Ruf weiter zu arbeiten und selbst Iwan dem Schrecklichen den Rang abzulaufen.