29.01.2022

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
05.04.19 / Zeitzeugen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 14-19 vom 05. April 2019

Zeitzeugen

Oliver Stuenkel – Aus der Sicht des Professors für Internationale Beziehungen am Fundação Getulio Vargas in São Paulo bedroht die wirtschaftliche Einflussnahme Chinas auf Mittel- und Südamerika „die politische Freiheit des Kontinents“. Allerdings habe Peking im Gegensatz zu den anderen Großmächten auch „eine Vision für Lateinamerika“ – und das öffne viele Türen zwischen Mexiko-Stadt und Santiago de Chile.

Matt Ferchen – Der China-Experte vom Carnegie-Tsinghua Center for Global Policy in Peking wundert sich, dass die Regierungen Lateinamerikas die wachsende Einflussnahme Pekings so gelassen hinnehmen: „Gegen China macht keiner den Mund auf.“ Würden die Europäer oder gar die USA so vorgehen, hätte es längst einen regelrechten Aufstand gegeben.

Mauricio Macri – Bevor der Unternehmer im November 2015 zum Staatspräsidenten Argentiniens gewählt wurde, hatte er versprochen, den durch China finanzierten Bau von zwei riesigen Staudämmen am Rio Santa Cruz in Patagonien zu stoppen. Diese Zusage brach Macri allerdings kurz nach seinem Amtsantritt wegen der Drohung Pekings, kein Geld mehr für andere Infrastrukturprojekte in Argentinien bereitzustellen.

Enrique Dussel Peters – Die asymmetrischen Handelsbeziehungen zwischen China und Lateinamerika sind für den Professor im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universidad Nacional Autónoma de México eine ernsthafte Gefahr für die Entwicklung auf dem Subkontinent. Andererseits – so Peters – verleihe Chinas Präsenz den Staaten dort aber auch mehr Freiheit: „Hat ein Land Probleme mit den USA, kann es sich China zuwenden.“

Barack Hussein Obama – Während der Amtszeit des 44. US-Präsidenten rückte Lateinamerika sukzessive aus dem Fokus Washingtons. Denn Obamas außenpolitische Strategie zielte vorrangig darauf ab, lokale Machthaber in Asien als Verbündete gegen China zu gewinnen. Allerdings drehte Peking den Spieß sehr bald um und machte den „Hinterhof“ der USA zu seinem Einflussgebiet.