28.01.2022

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05.04.19 / Zum Nachdenken

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 14-19 vom 05. April 2019

Zum Nachdenken
C. Rinser-Schrut

Ja, auch dieses Buch ist bei Amazon käuflich zu erwerben und widerspricht damit seinem eigenen Anliegen. „,Schnauze, Alexa!‘ Ich kaufe nicht bei Amazon“ von Johannes Bröckers gibt einen Einblick in die Abläufe des Online-Giganten Amazon. Der lange Buchtitel enthält noch den Zusatz „Vorsicht! Dieses Buch liefert überzeugende Argumente“. Das aber stimmt nur zum Teil. 

Jeder weiß, dass Amazon keine Sozialeinrichtung ist und möglichst viel Gewinn erzielen möchte. Wie der Journalist und Marketingberater argumentiert, geht jedoch ein Stück weit an der Lebenswirklichkeit vorbei, was man eben daran sehen kann, dass sein Verlag einen Verkauf über Amazon nicht ausdrück-lich ausgeschlossen hat. Auf der anderen Seite muss man dem dünnen und kleinformatigen Büchlein zugutehalten, dass es den Leser aufrüttelt und dieser seine Gewohnheit, alles – vom Rasenmäher bis zum Liter Milch – via Internet bei Amazon zu kaufen, ändern soll. 

Aufgebaut ist die Streitschrift in sechs inhaltliche Kapitel, daran anschließend eine Literaturseite mit nur vier Titeln, dafür aber einer umfangreichen Linksammlung.

Bröckers beschränkt sich in seinem Text jedoch nicht auf den Ansturm auf Amazon, sondern bezieht in seine Überlegungen auch die Automatisierung des Alltags ein. Eine Wohnstätte war früher einmal ein Rückzugsort, heutzutage ist man nirgends mehr allein, überall hört einer oder etwas mit. 

Gerade bei diesem Thema gibt es zwei Lager, und der Autor will im Leserumkreis, zumindest wäre das zu wünschen, eine Debatte anstoßen. Jedenfalls bietet das Buch Gesprächsstoff, und das ist immer gut.

Johannes Brö-ckers: „,Schnauze Alexa!‘ Ich kaufe nicht bei Amazon“, Westend Verlag, Frankfurt am Main 2018, broschiert, 94 Seiten, 7,50 Euro