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26.04.19 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 17-19 vom 26. April 2019

Leserforum

Nicht zu retten

Zur Buchanzeige: „50 Jahre Umerziehung“ (Nr. 12)

Durch die Rautenberg-Buchhandlung, die regelmäßig in der PAZ Bücher über Ostdeutschland/Ostpreußen und andere aktuelle Themen anbietet, wird der Leser laufend unterrichtet. Das oben genannte Buch wird in Kurzform besprochen. Ich wurde hellhörig. Ich hatte die Gelegenheit, den Verfasser Josef Kraus auf einer Tagung kennenzulernen. 

Kraus ist Ex-Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. Sein damaliger Vortrag „Ist die Bildungsnation noch zu retten“ war eine erschütternde Aussage. Dieses Land ist nicht mehr das Land der Dichter, Denker und Musiker. Das gesamte Schulsystem wurde gegen die Wand gefahren. Leistung in den Schulen ist nicht mehr gefragt. 

Kraus ist ein Schulmeister von altem Schrot und Korn. Solche Lehrer habe ich in meiner Schulzeit noch erlebt. Eine bittere Erkenntnis, an der alle Parteien unseres Landes Schuld tragen.

Bernd Dauskardt, Hollenstedt






Blutleerer Politiker

Zu: Meinungen (Nr. 15)

Dass Sozialdemokraten und Christsoziale bei der EU-Wahl ihre absolute Mehrheit verlieren, sehe ich genauso. Anderer Auffassung bin ich hinsichtlich der Wahl des CSU-Politikers Manfred Weber zum EU-Kommissionspräsidenten. Er ist ein blutleerer System-Apparatschik, bekämpfte als politisch korrekter Funktionär abweichende Meinungen und wird daher auch von Grünen und Dunkelroten gewählt werden. 

Carsten Zöllner, Berlin






Kinderkreuzzug

Zu: Jetzt haben wir sie! (Nr. 13)

Die von Erwachsenen eingeflüsterten, freitäglichen Kinder-Demonstrationen zum Thema Klimawandel erinnern mich an den Kinderkreuzzug von 1212, der 

– wie die Geschichte uns lehrt – reichlich Tod und Verderben im Gepäck hatte. Dieses Mal wird es genauso sein.

Elke Barby, Gehrden






Gut Austritt-Ding will Weile haben

Zu: Der Pragmatiker geht von Bord (Nr. 13) 

Sehen insbesondere deutsche EU-Politiker Probleme, wo keine sind? Zum Beispiel soll Großbritannien an der im Mai stattfindenden Wahl zum Europäischen Parlament teilnehmen, weil es EU-Gesetze so vorsehen. Das ist ein unsinniger Akt. 

Wenn EU-Gesetze ohne lange Diskussionen verabschiedet werden sollen, erhalten Bundestagsabgeordnete ellenlange fremdsprachige Texte kurz vor der Abstimmung. Die Weisung, wie abzustimmen ist, erhalten sie von ihren Fraktionsführern. Alles kein Problem. 

Wieso sollte es also ein Problem sein, die EU-Gesetze kurzfristig so zu ändern, dass ein austrittswilliges Land nicht an der Wahl teilnehmen muss und die Wahl trotzdem gültig ist? Oder warum kann die Wahl nicht kurzfristig verschoben werden? Vermutlich mangelt es an gutem Willen der EU-Bewahrer.

Die wirtschaftliche Verflechtung des austrittswilligen Großbritanniens mit der EU und anderen Staaten wird als gordischer Knoten angesehen, der nicht so schnell zu lösen ist. Warum kann die wirtschaftliche Verflechtung nicht auch nach dem Austritt dieses Landes bestehen bleiben und danach in Ruhe entflochten und neu verflochten werden? Der Brexit sollte nicht an dem Krümmungsgrad von Gurken scheitern. Gut Ding will Weile haben. 

Britische Fischer, die für den Austritt aus der EU gestimmt hatten, sind angeblich inzwischen zu der Erkenntnis gelangt, dass sie nach dem Austritt ihren Fisch selbst essen müssten. Sie werden sicher aber auch zu der Erkenntnis kommen, dass sie dafür auch keinen Fisch mehr essen müssten, der von EU-Fischern vor der afrikanischen Küste gefangen wurde. 

Wäre der Brexit also nicht ein guter Anlass für die Briten, ihre wirtschaftlichen Beziehungen human und umweltfreundlich zu gestalten? 

Die Europäische Union strebt möglichst große wirtschaftliche Macht an. Damit ist sie zum Beispiel in der Lage, afrikanischen Staaten für sie unvorteilhafte Handelsverträge aufzuzwingen. Diese ermöglichen es EU-Europäern Afrikanern Hühnerbeine und subventionierte Tomaten zu verkaufen und Küstenstaaten Fischereirechte abzukaufen und deren Wirtschaft zu ruinieren. 

Statt wirtschaftliche Beziehungen auf Macht zu gründen, sollten sie auf Humanität und Vernunft gegründet werden. Es kann nicht vernünftig sein, in Deutschland irische Butter zu verkaufen, wenn hier im Lande genügend Butter produziert werden kann. Der Verzicht auf irische Butter erspart Energie für den Transport und schützt die Umwelt vor schädlichen Abgasen. Eine „raumorientierte Volkswirtschaft“ wäre ein mögliches Stichwort, unter dem die Wirtschaft umweltfreundlicher und humaner gestaltet werden könnte. 

Schüler, die sich um ihre Zukunft Sorgen machen, könnten sich in diesem Sinne engagieren.

Dieter Bliesener, Hamburg






Gleichberechtigung für Deutschland nach Brexit

Zu: Wider die EU-Skeptiker (Nr. 14)

Die politische Landschaft in den EU-Ländern ist in Bewegung geraten, das britische Volk und seine Regierung wollen unbedingt die Gemeinschaft verlassen. Die Verhandlungen dazu sind seitens der Briten ein Trauerspiel. Vor dem Volksentscheid wussten die Briten von allen Problemen eines Austritts, und sie hatten mehr als zwei Jahre Zeit, alle Einzelheiten in Ruhe und mit Gründlichkeit zu behandeln sowie Lösungen abzusprechen. Die Idee einer Verschiebung des Austrittsdatums ist Unsinn, weil es nichts bringt.

Der große Fehler der EU war seinerzeit, den Briten immer wieder unberechtigte Zugeständnisse zu machen, das fordert unweigerlich ständig weitere Wünsche heraus. Das Parlament in London hat sich in ergebnislosen Endlosdebatten verzettelt und jeden Kompromiss mit der EU abgelehnt. Großbritannien muss endlich verstehen, dass es nur eines von vielen gleichberechtigten Ländern ist beziehungsweise war. 

Die Briten haben sich immer gegen Europa und die EU ausgesprochen, und sie werden sich auch künftig nie in die Europäische Union einordnen.

Zur EU-Wahl im Mai: Unseren Kandidaten sollten wir einige wenige Aufgaben mitgeben: Been­digung der Diskriminierung Deutschlands, es gibt nämlich einen Anti-Deutschland-Beschluss, der eine massive Kürzung der uns zustehenden Anzahl der Sitze im EU-Parlament beinhaltet, das darf nicht weiter hingenommen werden. Wenn es zu viele Abgeordnete im EU-Parlament gibt, dann wäre es doch selbstverständlich, dass man die Abgeordneten aller Länder anteilmäßig reduziert.

Ein weiterer Skandal ist beispielsweise, dass nach dem Ausscheiden der Briten deren Abgeordnetensitze auf die anderen EU-Mitglieder aufgeteilt wurden, selbstverständlich ohne Deutschland. Auch das ist eine hinterhältige Diskriminierung – und außerdem: Wenn ein Mitgliedsland ausscheidet, dann müssen auch dessen Sitze komplett wegfallen sowie die EU-Verwaltung anteilig reduziert werden. Wer entscheidet eigentlich über diese inzwischen realisierten absurden Ideen?

Wenn die Briten demnächst ausscheiden sollten, gibt es auch keinerlei Veranlassung mehr, die englische Sprache im Plenum oder der Verwaltung der EU zu praktizieren. An deren Stelle möge die französische Sprache treten, außerdem sollten die deutschsprachigen Abgeordneten und Angestellten endlich den Mut haben, dort ihre Muttersprache auch öffentlich anzuwenden.

Es ist mir unverständlich, dass die Wähler und Verantwortlichen unseres Landes alle diese Demütigungen bisher klaglos hingenommen haben und womöglich sogar dafür gestimmt haben. Was für eine Welle der Entrüstung würde es geben, wenn man dieses den anderen Staaten zumuten würde. Ist es nicht unser Recht, in der Europäischen Union endlich gleichberechtigt behandelt zu werden? 

Werner Pfennig, Neubrandenburg