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10.05.19 / Zahme Raubtier-Safari / Im Johannesburger Löwenpark kommt man den Großkatzen vom Auto aus ganz nah

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 19-19 vom 10. Mai 2019

Zahme Raubtier-Safari
Im Johannesburger Löwenpark kommt man den Großkatzen vom Auto aus ganz nah
Wolfgang Reith

Als Zoo oder Wildreservat will man sich nicht verstanden wissen. Seit etwas über einem halben Jahrhundert wirbt der Johannesburger Löwenpark damit, die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung so nah wie möglich, nämlich aus dem Auto heraus, betrachten und fotografieren zu können. Inmitten des Witwatersrand-Pretoria-Gebietes gelegen (nordwestlich von Johannesburg und wie dieses auf einer Höhe von knapp 2000 Metern über dem Meeresspiegel), ist der Park von allen größeren Städten dort in rund einer halben Stunde leicht zu erreichen.

Das Gelände besteht aus mehreren voneinander abgetrennten Camps, im größten können sich Antilopen aller Art (Springböcke, Blessböcke, Oryx, Gnus) ebenso wie Giraffen, Strauße und Zebras frei bewegen. Innerhalb dieses Parks liegt das durch drei Meter hohe Doppelzäune abgesicherte Löwen-Camp, wobei in einem der Areale inzwischen auch Hyänen untergebracht sind. Ebenfalls dazugekommen ist seit einigen Jahren ein im jenseitigen Teil des Parks eingerichtetes Geparden-Camp. 

Wer in das Löwen-Camp hineinfährt, erhält vom Personal ausdrücklich Sicherheitshinweise, die es unbedingt zu beachten gilt. Und dann rollt man langsam zwischen den meist daliegenden und dösenden Raubkatzen hindurch, die längst an den Anblick der Autos ge­wöhnt sind und von denen sie instinktiv wissen, dass sie keine Gefahr für sie darstellen. 

Wer zur richtigen Tageszeit die Anlage besucht, kann auch die Fütterung der Raubkatzen miterleben. Tierpfleger, mit den ausgewachsenen Löwen bestens vertraut und manchmal sogar mit ihnen groß geworden, laden Fleischstücke von einem Lieferwagen ab und werfen sie ihren „Schützlingen“ vor die hungrigen Mäuler. Müßig zu betonen, dass man weder hierbei noch überhaupt sonst das Auto im Camp verlassen darf. In jedem der Areale lebt ein eigenes Rudel. Die erste Generation, die hier nach Gründung des Parks 1967 angesiedelt wurde, kam vor allem aus Mo­sambik, dem heutigen Simbabwe, Botswana und dem Norden Südafrikas. Später importierte man auch Löwen aus anderen Teilen des Kontinents, um für Blutauffrischungen zu sorgen. Ein Großteil der Tiere wird an Safari-Parks in alle Welt exportiert, insbesondere nach Europa und in die USA, aber auch nach Japan und China. 

In einem gesonderten Bereich werden die Besucher mit einigen zahmen Löwen bekannt gemacht. Darunter befinden sich auch ein paar Exemplare der seltenen weißen Löwen, einer eigenen Gattung, die nur in Südafrika vorkommt, also keine Albinos sind.

Nähert man sich dem Gebäude, in dem das Restaurant und der Souvenirladen untergebracht sind, so passiert man zunächst einige Haustier-Ställe, eine Art Streichelzoo, der sich bei Kindern großer Beliebtheit erfreut. Auf der anderen Seite der Anlage lädt dann die „Cub World“ ein, in der Junglöwen zum Anfassen auf einen warten. Dieses Camp hat sich in den zurückliegenden Jahren zu einem wahren Tourismus-Magneten entwickelt: Neben braunen und weißen Löwen trifft man dort auch auf kleine Tiger und Panther (alle­samt im Alter zwischen zwei und sechs Monaten). Sogar junge Hyänen freunden sich gelegentlich mit den Jung­löwen an und leben bei ihnen. Doch lange währt eine solche Idylle nicht, denn schon nach wenigen Monaten werden zwischen den Tieren Rivalitäten ums Futter ausbrechen, die eine Trennung unumgänglich machen.

Wer etwas Außergewöhnliches erleben möchte, sollte an einer Nachttour durch den Park teilnehmen. Zwar findet man hier nicht die „Big Five“, doch wer das soziale Zusammenleben von Großkatzen aus nächster Nähe kennenlernen möchte, dem bietet sich nirgendwo sonst eine bessere Gelegenheit.