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05.07.19 / Auf dem Weg zur Autarkie / Einst war der Westen der Hauptlieferant von Wehrmaterial

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 27-19 vom 05. Juli 2019

Auf dem Weg zur Autarkie
Einst war der Westen der Hauptlieferant von Wehrmaterial

Bereits der Schah von Persien versuchte, sein Land von Waffenimporten unabhängig zu machen. Damals waren noch westliche Staaten wie die USA, Großbritannien und die Bundesrepublik die Hauptlieferanten. 1963 unterstellte die Regierung alle Rüstungsfabriken der Military Industries Organization (MIO), die wiederum dem Kriegsministerium unterstand. In den nächsten Jahren wuchs so eine industrielle Organisation, die Munition aller Art, Waffen wie Sturmgewehre und Maschinengewehre, Granatwerfer, aber auch elektrische Geräte und Batterien herstellte. Außerdem montierten iranische Fabriken Geländewagen, Hubschrauber und Lastwagen aus angelieferten Fertigteilen. In den 1970er Jahren traf die Regierung des Schah Lizenzvereinbarungen zur Produktion von Flugzeugen, Hubschraubern, Lenkwaffen, Computern und optischen Geräten. So wurden Bell-214-Hubschrauber komplett im Land produziert. 

Die Revolution von 1979 unterbrach diesen Modernisierungsprozess. Das neue Regime war plötzlich von westlichen Technologieimporten abgeschnitten. Auch die Versorgung mit Ersatzteilen für das Militär kam zum Erliegen, was sich empfindlich bemerkbar machte, als der Irak 1981 sein Nachbarland überfiel. Die MIO brach zusammen, weil plötzlich ausländische Spezialisten fehlten und im Westen ausgebildete Iraner ins Exil gingen. 

Während des Krieges mit dem Irak baute man unter der Ägide der Iranischen Revolutionsgarde die Wehrindustrie neu auf. Ersatzteile wurden selbst hergestellt. Nach dem Ende des Iran-Irak-Krieges und des Kalten Krieges besserte sich die Lage etwas. Das Land kaufte Kampfflugzeuge in Russland und in China. Die Volksrepublik liefert Lenkwaffen und Präzisionsbomben, obwohl diese nicht immer iranischen Anforderungen standhielten. Heutzutage produziert der Iran auch hochtechnologische Waffen im eigenen Land. Allerdings sind die Stück­zahlen oft gering. Waffensysteme wie die Grumman F-14 „Tomcat“ oder größere Kriegsschiffe kann die Industrie bis heute nicht produzieren.F.L.