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05.07.19 / 23 Millionen zu wenig / Globaler Frauenmangel wird zum Problem – Elf Länder besonders hart betroffen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 27-19 vom 05. Juli 2019

23 Millionen zu wenig
Globaler Frauenmangel wird zum Problem – Elf Länder besonders hart betroffen
Wolfgang Kaufmann

Im April veröffentlichte eine Forschergruppe um Fengqing Chao von der Nationalen Universität Singapur einen bemerkenswerten Artikel in der renommierten US-Wissenschaftszeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America“. Der Beitrag trug den etwas sperrigen Titel „Systematische Bewertung des Geschlechterverhältnisses bei der Geburt für alle Länder und Schätzung der nationalen Ungleichgewichte und regionalen Referenzwerte“. Deswegen erlangte er auch kaum größere Beachtung. 

Dabei sind die darin enthaltenen Zahlen nachgerade sensationell beziehungsweise besorgniserregend: Zwischen 1970 und 2017 wurden weltweit mindestens 23 Millionen Mädchen weniger geboren als statistisch zu erwarten gewesen wäre. Besonders auffällig ist der Überschuss an Jungen in elf Staaten, nämlich Albanien, Armenien, Aserbaidschan, China, Georgien, Indien, Südkorea, Montenegro, Taiwan, Tunesien und Vietnam. Darunter wiederum rangieren die bevölkerungsreichen Länder China und Indien an der Spitze. Hier kommen in manchen Regionen nur noch knapp 80 Frauen auf 100 Männer.

Die Ursache für das Missverhältnis liegt darin, dass weibliche Föten immer öfter gezielt abgetrieben werden. In Indien finden pro Jahr inzwischen um die zwei Millionen entsprechende Schwangerschaftsabbrüche statt  – und in China läuft die Abtreibungsindustrie ebenfalls auf Hochtouren. Die Eltern wollen Söhne, Söhne und nochmals Söhne, denn allein die garantieren ihren Erzeugern eine ausreichende Altersversorgung, was von existenzieller Bedeutung ist, wenn es keine staatlichen Sicherungssysteme gibt oder diese kollabieren. 

Töchter kümmern sich nach der Heirat nämlich nur um ihren Mann und die Schwiegereltern. Zudem verursachen sie als junge Frauen noch immense Kosten für die Mitgift. Deshalb sind sie verbreitet unerwünscht, wobei in der Volksrepublik China bis 2015 noch die rigide Ein-Kind-Politik hinzukam, welche das Problem zusätzlich verschärfte.

Mittlerweile zahlen die Länder mit eklatantem Männerüberschuss einen hohen sozialen und wirtschaftlichen Preis für die Fehlentwicklungen der vergangenen Jahrzehnte. Unter den Millionen von Männern ohne Aussicht auf Partnerinnen machen sich psychische Erkrankungen breit: Viele werden depressiv und selbstmordgefährdet, andere entwickeln aggressive Symptome oder zeigen gar kriminelle Verhaltensweisen. 

Auch kommt es zunehmend häufiger zu Vergewaltigungen, und der illegale Handel mit entführten Frauen boomt. Außerdem ist ein riesiger Markt für freiwillige „Importbräute“ entstanden. Diese entstammen vor allem Ländern wie Laos, Kambodscha und Myanmar (Birma), aber zunehmend bieten sich nun auch Ukrainerinnen und Russinnen feil. Letztere schätzen an den asiatischen Männern insbesondere, dass sie arbeitsam und kaum dem Alkohol zugeneigt sind.

Dafür benötigen die heiratswilligen Herren natürlich Geld, denn bei Ausländerinnen winkt keine stattliche Mitgift, vielmehr sind horrende „Vermittlungsgebühren“ fällig. Und deshalb sparen viele Noch-Junggesellen mit eiserner Zähigkeit, was in China zu Konsumeinbrüchen führt und die Exportüberschüsse hochtreibt: Wer sein Geld mit der Produktion von Exportartikeln verdient und möglichst viel davon auf die hohe Kante legt, um sich irgendwann eine Frau leisten zu können, der kauft natürlich kaum teure Importgüter und konsumiert auch sonst so verhalten wie möglich.

Angesichts dieser massiven Verwerfungen infolge Frauenmangels erscheint die deutsche „Flüchtlings“-Politik noch irrwitziger als ohnehin schon, denn 70 Prozent der aufgenommenen „Schutzsuchenden“ hierzulande sind ja Männer.