28.05.2024

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
05.07.19 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 27-19 vom 05. Juli 2019

Leserforum

Pure Geschichtsfälschungen

Zum Leserbrief: Darf deutschen Wehrmachtssoldaten gedankt werden? (Nr. 23)

Maußhardts Ausführungen entsprechen weitgehend den bekannten Behauptungen des von ihm vor einiger Zeit besuchten polnischen Museums in Danzig über den Zweiten Weltkrieg und sind pure Geschichtsfälschungen, die längst widerlegt wurden, sodass es keiner neuen Begründung und Stellungnahme bedarf.

Nur nebenbei: Stalin erklärte am 30. November 1939 in der „Prawda“: Nicht Deutschland hat Frankreich und England angegriffen, sondern Frankreich und England haben Deutschland angegriffen und damit die Verantwortung für den gegenwärtigen Krieg auf sich genommen.

Hans Kugel, Augsburg 






Geschichtsklitterei

Zum Leserbrief: Darf deutschen Wehrmachtssoldaten gedankt werden? (Nr. 23)

Danke für Ihre Info! Nun weiß ich endlich Bescheid, wie es in meiner Heimat während des Dritten Reiches war und dass wir selbst Schuld an Flucht, Vertreibung, Internierung und Verlust der Heimat haben. Der im Schwabenland nach dem Krieg geborene Journalist und Leserbriefautor hätte sich besser über ein Leben unter einer Diktatur informieren müssen. So ist es mit der Geschichtsklitterei.

Wenn Wehrmacht und Marine nicht gewesen wären, würde ich nicht mehr am Leben sein. Für diesen Einsatz bin ich sehr dankbar und werde es mein Leben lang bleiben.

Margot Spitzeder, Kronberg im Taunus






Was der Verfasser vergessen hat

Zum Leserbrief: Darf deutschen Wehrmachtssoldaten gedankt werden? (Nr. 23)

Im Leserforum kritisierte ein Leser: Gerade in Ostpreußen war die Begeisterung für die Nazi-Partei riesengroß. Hat der Verfasser vergessen, dass überall in der Partei und der deutschen Wehrmacht Hitlerdeutschland war? Wäre es nicht normal, dass alle Deutschen vertrieben und enteignet worden wären?

Inzwischen ist Ruhe eingekehrt. Sollten also die nicht vertriebenen Deutschen in ihrer Heimat einen kulturellen Heimattag veranstalten, müssten sie an diesem Tag ebenfalls über die deutschen Kriegsverbrechen sprechen und nicht ihrer Heimat geloben. 

Elisabeth Krahn, Celle






Überfälliger Dank

Zum Leserbrief: Darf deutschen Wehrmachtssoldaten gedankt werden? (Nr. 23)

Ach Gott, wie drollig. Für den Leserbriefschreiber Maußhardt ist es befremdlich, wenn den deutschen Wehrmachtssoldaten für ihren Einsatz auf heimatlichem Boden, auch noch unter tosendem Beifall der Teilnehmer des Landsmannschaftstreffens, gedankt wird. Um es dem schwäbischen Leserbriefschreiber mitzuteilen: Es ist mitnichten befremdlich, sondern mehr als überfällig und angemessen.

Den weiteren Ausführungen des Leserbriefschreibers ist zu entnehmen, dass er nicht den Hauch einer Ahnung über die geschichtlichen Vorgänge besitzt, sich aber gleichzeitig infantil anmaßt, über andere zu urteilen. Wenn man vom Thema keinen blassen Schimmer hat, sollte man besser den Mund halten. Seine auf Herrn Grigat bezogenen Äußerungen, „nicht ernst genommen werden“ und „diskreditiert sich selbst“, fallen auf den Leserbriefautor zurück.

Timo Ech, Braunschweig






Halbe Wahrheit

Zum Leserbrief: Darf deutschen Wehrmachtssoldaten gedankt werden? (Nr. 23)

Ich möchte mich bei den wenigen noch lebenden Männern und Frauen, die im Zweiten Weltkrieg unser Heimatland Deutschland tapfer verteidigt haben, für diesen Leserbrief in der PAZ entschuldigen. Unsere Soldaten taten ihre Pflicht genauso wie die Soldaten anderer Nationen. Wir haben allen Grund, auf unsere Wehrmacht stolz zu sein. 

In Kanada haben wir einen Friedhof, auf dem alle in kanadischer Gefangenschaft verstorbenen deutschen Soldaten beerdigt sind. Jedes Jahr, am Volkstrauertag, findet zum Gedenken an diese Soldaten eine Feier statt, an dem auch kanadische Veteranen teilnehmen, um den deutschen Soldaten die letzte Ehre zu 

erweisen.

Ich denke, man sollte sehr vorsichtig sein, über Geschehnisse aus der Vergangenheit zu schreiben, wenn man nur die halbe Wahrheit kennt. 

Brigitte Bergmeier, Waterloo/Kanada






Unerträgliche Diffamierung deutscher Soldaten

Zum Leserbrief: Darf deutschen Wehrmachtssoldaten gedankt werden? (Nr. 23)

Gestatten Sie mir einige Richtigstellungen zu dem Leserbrief:

Der „Überfall“ auf Polen war ein regional begrenzter Feldzug gegen einen bereits Monate zuvor mobilmachenden Gegner. Gründe für den deutschen Einmarsch waren unter anderem ständige Übergriffe auf in Polen lebende Volksdeutsche und Angriffe polnischer Soldaten auf deutsche Bauernhöfe in Ostpreußen. 

Deutsche Lösungsvorschläge auf diplomatischem Wege wurden von Polen nicht beantwortet. Der „Überfall“ auf die Sowjetunion 1941 war ein Präventivschlag. Die Rote Armee lag mit Millionen Soldaten zum Angriff gegen Deutschland bereit und war auf Verteidigung überhaupt nicht eingestellt.

Spätestens nach den Ereignissen im ostpreußischen Nemmersdorf im Oktober 1944 wussten alle deutschen Soldaten, was ihnen und der deutschen Zivilbevölkerung blüht, wenn die Soldaten der Roten Armee ihrer habhaft werden. Es wurden so viele Menschen, wie es nur ging, über See und Land von der Wehrmacht in Richtung Westen gebracht. Eine Kapitulation hätte viel mehr deutsche Zivilopfer gefordert. Sie sollten einmal hinterfragen, warum die deutschen Soldaten in der Endphase des Krieges trotz ihrer militärischen Unterlegenheit noch so tapfer bis zur Kapitulation gekämpft haben.

An der Verunglimpfung der Wehrmacht haben sich viele versucht. Unter anderem wurde die Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941–1944“ mit gefälschten Exponaten inszeniert. Nach dem Aufdecken des Betruges verschwand die Ausstellung. Der Dank von Herrn Grigat an die Soldaten der Deutschen Wehrmacht und der Applaus seiner Zuhörer ist berechtigt. Eine Diffamierung unserer ehrenhaft gekämpften Soldaten finde ich unerträglich.

Helmut Lessing,  Berlin






Wehrmacht rettete vielen Ostpreußen das Leben

Zum Leserbrief: Darf deutschen Wehrmachtssoldaten gedankt werden? (Nr. 23)

Ungeheuerlich finde ich die Behauptungen über die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg und über die Ostpreußen als Volksgruppe. Wenn man sich im heutigen Danzig in einem Museum über den Zweiten Weltkrieg informiert, nebenbei bestenfalls noch mit einem Geschichtswissen ausgestattet ist, wie es seit Jahren in Medien und auch Schulen vermittelt wird, dann kann man tatsächlich zu solchen Schlüssen, wie im Leserbrief geäußert, gelangen.

Es ist davon auszugehen, dass im Museum von Danzig nichts von den zahlreichen polnischen Provokationen gegenüber Deutschland im Vorfeld des Krieges erwähnt wurde. Nach polnischer, alliierter und inzwischen auch deutscher Sicht ist Deutschland allein schuld am Krieg. Dem war allerdings keineswegs so. Da von der Erlebnisgeneration, wenn sie denn noch leben sollte aufgrund des hohen Alters, kaum mehr Gegenreaktionen auf solch geschichtsfälschende Äußerungen erwartet werden, werden diese immer abstruser. 

Unglaublich und unfassbar ist zu behaupten, die Massaker und Kriegsverbrechen der Roten Armee an der im Osten verbliebenen Zivilbevölkerung seien auf die „verbrecherische Weigerung der Wehrmacht zu kapitulieren“ zurückzuführen. Wo lebt der Mann? Ich verweise darauf, dass Deutschlands Nachkriegsverluste höher ausfielen als jene während des Verlaufes von sechs Jahren Krieg. 

Deutschland lag am Boden, die Wehrmacht gab es nicht mehr und dennoch wurden wehrlose Deutsche getötet, mehr als im Kriegsverlauf. Unfassbar: Diese Opfer scheinen heute weitgehend vergessen, aber eben doch noch nicht bei allen. Aus diesem Grunde schreibe ich diese Zeilen. 

Es wird im Leserbrief ferner behauptet, dass Millionen Deutsche beim Überfall auf Polen und wenig später auf die Sowjetunion gejubelt hätten. Gerade auch in Ostpreußen. Hier scheint sich der Leserbriefautor ausschließlich seine Kenntnisse im Danziger Kriegsmuseum angeeignet zu haben. Eine Kriegsbegeisterung wie am Anfang des Ersten Weltkrieges hat es in Deutschland zum Zweiten Weltkrieg nicht gegeben. In Ostpreußen nicht, und – ich kann mir vorstellen – in Schwaben auch nicht. 

Sicher fand ein nicht geringer Teil der deutschen Bevölkerung den Angriff auf Polen gerechtfertigt. Man sollte die Vorgeschichte allerdings kennen, nämlich die Aggressionen und den Terror von Polen gegenüber Teilen der deutschen Bevölkerung in den Landesteilen, die nach dem Versailler Vertrag von Deutschland an Polen abzutreten waren; weiterhin Polens Weigerung, über Danzig zu verhandeln, keine Transitstraßen nach Ostpreußen zu genehmigen, der Beschuss von deutschen Flugzeugen, die vom Reich nach Ostpreußen und zurück flogen. Es gäbe noch viele Beispiele, die 1939 sicherlich bei vielen Deutschen schon eine Art Zustimmung zum Angriff auf Polen fanden.

Von einer Begeisterung über einen Angriff auf die Sowjetunion kann jedoch keine Rede sein, ebenso wenig wie bei den zuvor geführten Feldzügen im Westen oder auf dem Balkan. Mein Tipp ist, sich einfach mal alternativ zu informieren, und ganz wichtig: Zeitzeugen befragen, unbedingt auch Ostpreußen. 

Von denen leben noch viele inzwischen hochbetagt auch in Schwaben. Vielleicht kommt dann doch die Erkenntnis, dass die Wehrmacht keineswegs eine Verbrecherorganisation war, wie heutzutage vielfach fälschlich behauptet, und ja, dass man der Wehrmacht danken kann. Auch und gerade wegen ihres harten und verlustreichen Kampfes im Osten am Ende des Krieges. Viele Ostdeutsche und deren Nachfahren verdanken diesem Kampf, an dem nicht selten der Tod des Soldaten stand, ihr Leben. Das sollte nicht vergessen werden. 

Ich bin in höchstem Maße überhaupt erstaunt, dass ein Leserbrief, der die Ostpreußen ebenso wie die Wehrmachtsangehörigen derart diffamiert, in der PAZ abgedruckt wurde. Im wahrsten Sinne, starker Tobak.

Friedhelm Heins, Wohnste






Siegermächte haben ganze Arbeit geleistet

Zum Leserbrief: Darf deutschen Wehrmachtssoldaten gedankt werden? (Nr. 23)

Was steht hier in Frage? Ist der Mainstream in Teilen der Bevölkerung bereits soweit vorgedrungen, dass man das Selbstverständlichste nicht mehr als etwas ganz Normales ansehen darf, nämlich den Dank, den man denjenigen schuldet, die ihr Leben – ihr höchstes Gut – für ihr Vaterland eingesetzt und vielfach verloren haben oder verwundet worden sind oder Jahre der Kriegsgefangenschaft erdulden mussten?

Welch eine erbärmliche Gesellschaft ist das, die den Vorgaben der Siegermächte blind folgt und die eigenen Mitmenschen diskreditiert. Es heißt: „Den Charakter eines Volkes erkennt man daran, wie die Soldaten nach einem verlorenen Krieg behandelt werden.“ Es zeugt von einer abgrundtiefen Verachtung, dass man ihre Leistungen nicht würdigt und ihrer nicht ehrenvoll gedenkt. Leistungen, die von ihren Kriegsgegner sehr hoch eingestuft worden sind.

Ich bin am Rußstrom, im nördlichen Ostpreußen, geboren und habe einen Teil meiner Kindheit dort verbracht. Über Jahrhunderte hinweg gehörte das Gebiet diesseits und jenseits des Stromes zu Ostpreußen. Wie bitter und wirtschaftlich ungünstig war es für die Menschen am Strom, als die Landesgrenze zu Litauen nach dem Ersten Weltkrieg durch die Flüsse Memel und Ruß verlief und eine Zollgrenze Wirtschaft und Handel sehr einschränkte.

Ja, die Menschen waren glück­lich, als das Memelland im März 1939 wieder zu Deutschland kam. Sie haben aber keineswegs im September 1939 gejubelt, als bekannt wurde, dass Deutschland wieder in einen Kriegszustand versetzt worden war. Die Ereignisse des Ersten Weltkrieges lagen erst 20 Jahre zurück. Die Schrecken und die katastrophale Lage danach saßen noch immer tief. Sie waren im Gedächtnis der Menschen stark verankert. 

Die Bekanntgabe des Kriegsausbruchs erzeugte daher kein Jubelgeschrei, wie man es der heutigen Generation weismachen will. Im Gegenteil – es herrschte damals bei vielen Menschen eine ernste Betroffenheit. Jedoch hatte man die Hoffnung, dass es keine großen Auseinandersetzungen mit Polen geben werde.

Auf der anderen Seite war bekannt, dass die Danzigfrage mit der zu 95 Prozent deutschen Bevölkerung und die Drangsalierungen bei der Durchfahrt durch den Korridor immer größere Schwierigkeiten bereiteten. Außerdem hatten – was im Danziger Museum wahrscheinlich nicht erwähnt worden ist – bis 1939 über eine Million Deutsche ihre Heimat aus den von Polen nach dem Ersten Weltkrieg besetzten Gebieten verlassen. 

Das Verhältnis für die deutsche Bevölkerung unter polnischer Herrschaft wurde immer schwieriger. Deutsche Schulen wurden geschlossen. Die deutschen Kinder mussten zwangsweise polnische Schulen besuchen. Deutsche Prüfungen wurden nicht anerkannt. Lehrer wurden des Landes verwiesen, deutsche Arbeiter und Angestellte massenhaft entlassen.

Die polnische Agrarreform ermöglichte Enteignungen deutschen Grundbesitzes. Hinzu kam, dass polnische Trupps Bauernhöfe im südlichen Ostpreußen überfielen. Welche Führung hätte geduldet, dass Teile ihrer Bevölkerung fortgesetzter Drangsalierung unterworfen werden, obwohl sie Polen wiederholt Verhandlungsangebote unterbreitet hatte.

Die Siegermächte haben es geschafft, dass viele Menschen kritiklos ihre Sichtweise übernehmen und somit alle Schuld, dass es zu einem großen Weltkrieg kam, Deutschland angelastet werden kann.

Inge Keller, Jonen/Schweiz