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12.07.19 / Mäzen gestorben / Unternehmer Hans Wall wurde 77 Jahre alt

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 28-19 vom 12. Juli 2019

Mäzen gestorben
Unternehmer Hans Wall wurde 77 Jahre alt

Hans Wall, prominenter Unternehmer, Mäzen und zeitweiliges AfD-Mitglied, ist in Berlin im Alter von 77 Jahren gestorben. Mit öffentlichen Toilettenhäuschen und Außenwerbung wurde er reich. 

1984 verlagerte der gebürtige Süddeutsche seinen Wohnsitz nach Berlin. Der Durchbruch kam in Zusammenarbeit mit dem städtischen Nahverkehrsanbieter  BVG. Er bezahlte die Aufstellung von Wartehäuschen und durfte dort Werbeflächen vermieten. 

Nach dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums expandierte seine Firma nach Osteuropa. Inzwischen ist Wall in 50 europäischen Städten vertreten. Er war Vorsitzender des Vereins „Denk mal an Berlin“ und finanzierte die Sanierung des Mahnmals unter dem Bebelplatz (Mitte), das an die Bücherverbrennung während der NS-Zeit erinnert. Im Jahr 2000 erhielt Wall das Bundesverdienstkreuz und 2004 eine Auszeichnung der Jüdischen Gemeinde Berlin. Wall beobachtete tragische Unglücksfälle und bot bedürftigen Eltern an, die Beisetzungskosten von Kindern zu übernehmen. 

Zufällig wurde er auf die vergammelte Grabstelle von Ernst Litfaß auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof aufmerksam. Kurzerhand stellte er damals 180000 Mark, die zur Wiederherstellung des Grabes nötig waren, zur Verfügung. 

Bis 2013 gehörte Wall der FDP an und trat dann der AfD bei, die er aber später wieder verließ. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller: „Mit seinem Werdegang vom Schlosser zum Unternehmer und großen Mäzen hat er vorgelebt, dass ein Aufstieg gelingen kann.“   F.B.